29.12.05 -
Rückschlag für den HSV: 29:34 (13:19) unterlag die Schwalb-Truppe dem Tabellennachbarn Frisch Auf Göppingen und verpasste damit die angepeilte Revanche für die Hinspielniederlage. Mit einem ausgeglichenen Punktekonto (18:18) geht der HSV in die EM-Pause.
Die Fans unter den 7342 Zuschauern in der Color Line Arena, die bereits Dienstag gegen Wetzlar in der Halle saßen, vermissten den Wiedererkennungseffekt bei ihrem Team. Der HSV wirkte gleichermaßen in Abwehr und Angriff müde und abgekämpft. Die Göppinger agierten frischer und gingen konzentrierter zu Werke. Vor allem durften sie sich bei ihrem überragenden Torwart Martin Galia bedanken, der am Ende 19 sehenswerte Paraden verbuchen konnte. Die Hamburger Angreifer verzweifelten reihenweise am tschechischen Nationalkeeper. Alleine 6 Siebenmeter waren sichere Beute Galias. Nicht umsonst liegt er zurzeit auf Rang Eins der Paradenstatistik in der Liga. Insgesamt 14 Siebenmeter wurden dem HSV zugesprochen.
Früh konnten sich die Gäste absetzen. Bereits nach sechs Minuten stand es 4:1 für FAG. Schrecksekunde in Minute Fünf: FAG-Haupttorschütze Volker Michel musste mit blutender Nase vom Feld und kam erst in der Schlussphase der Partie zurück aufs Parkett. Konsequent bauten die Gäste ihre Führung über 10:7 bis auf 18:10 (25.) aus.
Der HSV hingegen zeigte besonders in der Chancenauswertung ungewohnt nervöse Züge. Einzig die HSV-Keeper Goran Stojanovic und Henning Wiechers sowie der unermüdliche Toto Jansen hielten den Rückstand in Grenzen. Insbesondere die offensive 3:2:1-Deckung des HSV ließ die Aggressivität vom vergangenen Dienstag vermissen. Immer wieder gelang durch Stelmokas die Göppinger Kreissperre.
Zudem lahmte der HSV-Angriff. Der Rückraum fand keine Mittel gegen die kompakt stehenden Schwaben, die in Dragos Oprea ihren auffälligsten Akteur hatten. Auch Stefan Schröder, am Dienstag noch achtfacher Torschütze, ging leer aus. Zudem blieb Guillaume Gille, erneut ohne erzielten Treffer, blass. Deutliches Zeichen der Schwalbschen Unzufriedenheit zeigte sich in seinen Wechselspielchen. Sämtliche HSV-Spieler kamen bereits vor der Pause zum Zug.
Die zweite Hälfte versprach zunächst keine Besserung. Göppingen behauptete routiniert die Führung. Beim 18:26 lag der HSV immer noch 8 Treffer im Rückstand. Dann ein Lichtblick, die Fans glaubten an die Wende, trieben ihre Mannschaft nach vorne. In der Abwehr wurde konzentrierter zu Werke gegangen, woraus sich häufige Kontergelegenheiten ergaben. Als Torsten Jansen das 24:28 (48.) erzielte, keimte nochmals ein Fünkchen Hoffnung auf, doch diese verpuffte ebenso schnell wie sie erschien. Hintereinander scheiterten Schröder, Gille und Lijewski aus klarsten Positionen.
Die Chancen für einen Hamburger Punktgewinn lagen auf dem Präsentierteller, nur zu nutzen wusste sie der Gastgeber nicht. Als dann der wieder genesene Volker Michel zweimal in Folge zum 30:25 (54.) traf, war die Vorentscheidung gefallen.
Stimmen zum Spiel:
HSV-Trainer Martin Schwalb:
Glückwunsch an Göppingen zum verdienten Sieg. In der ersten Halbzeit konnten wir unser Niveau in der Abwehr nicht zeigen. Als dann das Kind eigentlich schon in den Brunnen gefallen war, haben wir angefangen zu kämpfen. Mit der Umstellung auf eine 6:0-Deckung kam die nötige Sicherheit. Ich hatte immer das Gefühl, wir schaffen noch die Wende, haben aber leider unheimliche viele Bälle verschossen.
Das ist trotzdem kein Beinbruch. Wichtig ist wieder aufzustehen. Mit 18: 18 Punkten sind wir immer noch auf Schlagdistanz.
Göppingen-Trainer Velimir Petkovic:
Ich bin sehr glücklich. Meine Mannschaft hat Charakterstärke gezeigt. Wir haben verdient gewonnen. Ich hab damit gerechnet, dass Hamburg platt war.
Bilder zum Spiel finden Sie hier
Spielstatistik
HSV Hamburg ? Frisch Auf Göppingen 29:34 (13:19)
HSV Hamburg:
Stojanovic (1.- 14., 31.- 60. ? 13/3 Paraden), Wiechers (14.- 30. ? 4/1 P.);
Schröder , Kokir 2, Jansen 8/2, Flohr 2, Knorr, Pungartnik 4/2, G. Gille, Lijewski 4, Lavrov 5/4, Hens 2, Rastner 2.
Frisch Auf Göppingen:
Galia (1.- 60. ? 19/5 P.), Shejbal (n.e.);
Kraus 4, Schweikhardt 1, Oprea 9/3, Blecic 2, Schöne 2, Rajkovic 4, Manojlovic, Stelmokas 7, Michel 4, Walther, Knezevic 1/1.
Siebenmeter: 14/8 - 8/4 (Jansen (5., 46.), Lavrov (21., 44.), Pungartnik (56.) scheitern an Galia, Jansen an den Pfosten (44.) ? Michel (4.), Knezevic (15.), Schweikhardt (17.) scheitern an Stojanovic (15.), Oprea scheitert an Wiechers (26.))
Strafminuten: 6 - 18 (G. Gille (5., 17., 59.) ? Stelmokas (13., 25.), Schöne (16.), Manojlovic (17., 30.), Walther (39., 46.), Oprea (55.), Schweikhardt (60.))
Rote Karte: G. Gille (59., 3 x 2min)
Zuschauer: 7342
Schiedsrichter: Matthias Dang/ Thorsten Zacharias (Mainz)
Spielfilm: 1:1 (3.), 1:5 (6.), 3:8 (10.), 5:8 (13.), 7:9 (16.), 9:13 (20.), 10:14 (20.), 10:18 (25.), 11:19 (26.), 13:19 (HZ), 15:20 (33.), 17:23 (37.), 18:26 (40.), 22:26 (43.), 24:28 (50.), 25:31 (55.), 29:34 (EN).
« zurück