30.12.06 -
Der HSV fuhr gegen eine durch Verletzungen geschwächte HSG Nordhorn einen hart umkämpften 34:29 (18:18)-Arbeitssieg ein. Damit liegen die Hamburger nach 18 Spieltagen auf einem 3. Tabellenplatz. Seit dem 22. Oktober sind die Hamburger in der Bundesliga ungeschlagen. In neun Partien gab’s acht Siege und ein Remis. Die HSG Nordhorn, die ohne Holger Glandorf, Piotr Pryzbecki, Mathias Franzen und Peter Gentzel auskommen musste, war dem Druck der Gastgeber bis fünf Minuten vor Abpfiff gewachsen, dann sorgte der HSV vor 9.609 Zuschauern (Saisonrekord in der Color Line Arena) für die Entscheidung. Die nach Gegentreffern drittbeste Abwehr der Liga hielt die HSG am Ende in Schach, auch aufgrund eines in der Schlussphase stärker werdenden Per Sandström im HSV-Gehäuse. 45 Minuten bekamen die beiden HSV-Torhüter Sandström und Goran Stojanovic selten einen Ball zu fassen. Kyung-Shin Yoon war mit 9/4 Toren bester Torschütze. Bei den Gästen zeigte Mark Bult mit 8 Toren eine sehr gute Partie. Der an der Schulter verletzte Roman Pungartnik machte sich zwar warm, wurde dann aber von Martin Schwalb geschont, genauso wie Bruno Souza.
Im letzten Bundesliga-Spiel vor der WM-Pause schenkten sich beide Teams über nahezu 60 Minuten nichts. Nordhorn war aufgrund vieler technischer Fehler im HSV-Angriff immer wieder über den Gegenstoß erfolgreich, konnte 8:5 (12.) und 10:7 (15.) in Führung gehen. Die Hamburger konterten zwar stets, doch die zunächst sehr offensive Abwehr offenbarte noch einige Lücken. Nach einer Abwehrumstellung auf eine defensivere Variante und erhöhter Konzentration im Torabschluss warf sich der HSV wieder heran, ging beim 12:11 (18.) in Front, konnte sich jedoch nicht absetzen. Das Spiel wogte hin und her. 18:18 hieß es beim Pausenpfiff.
Auch nach dem Wechsel gab’s lange keine Entscheidung, zwar hatte der HSV immer leicht die Nasenspitze vorn, doch mehr als zwei Treffer Vorsprung ließ die HSG Nordhorn nicht zu. Erst als Per Sandström aufdrehte und einige freie Bälle vereitelte, war es um die Gäste geschehen. Von 28:28 (51.) setzte sich der HSV bis auf 32:29 (57.) ab. Für die Vorentscheidung sorgte Guillaume Gille mit einem Steal und dem selbst verwandelten Konter zum 32:29. Nordhorn musste sich geschlagen geben. In den letzten neun Minuten gelang den Gästen nur ein Treffer.
Die Hamburger Spieler gönnen sich jetzt erst einmal einige freie Tage. Das nächste Mannschaftstraining ist für den 15. Januar angesetzt, ab dem 8. Januar wurde für die Spieler, die sich nicht bei ihren Auswahlteams befinden, ein individueller Trainingsplan entwickelt.
Die Hamburger Nationalspieler bereiten sich bereits Anfang diesen Monats auf die Weltmeisterschaft, die am 19. Januar mit dem Spiel Deutschland gegen Brasilien eröffnet wird, vor. Dann werden, wenn keine Verletzungen dazwischen kommen, auch Pascal Hens, Torsten Jansen und Stefan Schröder dabei sein. Schröder wurde von Heiner Brand für den 20-Kader der DHB-Auswahl nominiert. Bruno Souza wurde nicht in den brasilianischen WM-Kader berufen. Außerdem befinden sich die Gille-Brüder in Paris im Trainingslager ihrer französischen Nationalmannschaft. Kyung-Shin Yoon bereitet sich mit Südkorea in Seoul auf die Weltmeisterschaft vor, Krzysztof Lijewski mit der polnischen Auswahl.
Das nächste Pflichtspiel des HSV steigt dann am 10. Februar 2007 in der Ostseehalle gegen den THW Kiel. Am Mittwoch, 14. Februar 2007, um 20.30 Uhr steht dann der DHB-Pokalkracher in der Sporthalle Hamburg gegen den SC Magdeburg auf dem Programm. Tickets gibt es unter der Hotline 040/300 51 366.
Bilder der Partie gibt es hier.
Bilder von der Saisonabschlussparty im On Stage gibt es hier.
Stimmen zum Spiel
Martin Schwalb (Trainer HSV Hamburg): „In der ersten Halbzeit haben wir nicht so gedeckt, wie wir uns das vorgenommen hatten. Da haben uns die Beine etwas im Stich gelassen. Deshalb ist die HSG auch zu vielen leichten Toren gekommen. Unsere Rückwärtsbewegung hat nicht funktioniert. Trotzdem war ich mit dem Halbzeitstand nicht unzufrieden. Die Vorwärtsbewegung war in Ordnung. Die zweite Hälfte war purer Kampf. Gegen Ende konnte man beobachten, dass beide Teams am Rande ihrer Kräfte waren. Wir haben dem Druck dann besser Stand gehalten und uns zum Schluss toll durchgesetzt. Die Zuschauer haben ein sehr attraktives Handballspiel gesehen. Ich möchte mich bei allen für das tolle Jahr 2006 bedanken.“
Ola Lindgren (Trainer HSG Nordhorn): „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft. Wir haben uns bis zur 55. Minute so teuer wie möglich verkauft. Wir hatten nur einen kleinen Kader zur Verfügung, der aber alles gegeben hat. Wir haben insgesamt ein sehr gutes Spiel gegen eine sehr gute HSV-Mannschaft abgeliefert. Um hier zu gewinnen, hätte unsere Abwehr stabiler agieren müssen. Ich hatte nicht so viele Möglichkeiten umzustellen.“
Spielstatistik
HSV Hamburg – HSG Nordhorn 34:29 (18:18)
HSV Hamburg: Stojanovic (2 Paraden, 1.- 15.), Sandström (12 Paraden, 15.- 60.); Yoon 9/4, Hens 7, Schröder 5, B. Gille 6, G. Gille 5, Lijewski 1, Flohr 1, Knorr, Jansen, Ursic, Lavrov
HSG Nordhorn: Larsson (10/1 Paraden, 1.- 60.), Bartels (n.e.); Bult 8, Kubes 1, Lund 4, Machulla 3, Filip 2, Mickal 1, Sprem 4, Myrhol 1, Stojkovic 5, Bültmann, Schepers, Verjans
Siebenmeter:4/5; (Yoon scheitert an Larsson)
Strafminuten: 2 – 8; (G. Gille – Kubes, Bult, Lund, Myrhol)
Schiedsrichter: Bernd Methe/Reiner Methe (Vellmar)
Zuschauer: 9.609 (Color Line Arena)
Spielfilm: 0:1 (2.), 1:2 (4.), 3:2 (5.), 5:7 (9.), 5:8 (13.), 7:9 (15.), 9:10 (16.), 12:11 (18.), 13:13 (21.), 15:13 (23.), 17:15 (25.), 18:18 (30., HZ.), 19:19 (32.), 21:20 (34.), 24:23 (38.), 25:25 (43.), 27:26 (48.), 29:28 (52.), 32:29 (57.), 34:29 (60., EN.)
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