16.05.07 -
Nur noch drei Bundesliga-Spiele und der HSV und Spitzenreiter THW Kiel kämpfen weiter im Gleichschritt um die Deutsche Meisterschaft. Am 31. Spieltag besiegte der HSV den Tabellen-5. VfL Gummersbach mit 37:34 (15:14). Vor 10.479 Zuschauern in der Hamburger Color Line Arena lieferten sich die beiden Kontrahenten über 60 Minuten ein hart umkämpftes Duell auf Biegen und Brechen. 54:8 Zähler stehen jetzt für den Tabellen-Zweiten aus Hamburg zu Buche. Spitzenreiter THW Kiel spürt weiter den Atem seines ärgsten Verfolgers im Nacken.
Bester Torschütze beim HSV war Geburtstagskind Roman Pungartnik mit 11 Treffern. HSV-Keeper Per Sandström war mit insgesamt 18 Paraden ein überragender Rückhalt seines Teams. Den 1.000 Bundesliga-Treffer für den HSV in dieser Saison erzielte Thomas Knorr mit seinem Tor zum 20:18.
Der Gast aus Gummersbach begann höchst konzentriert. Die 5:1-Abwehr mit dem vorgezogenen Zerstörer Gudjon Valur Sigurdsson ließ die HSV-Angreifer nicht zur Entfaltung kommen. Und im VfL-Tor hielt der Namensvetter des HSV-Keepers Goran Stojanovic sein Team schadlos. Gummersbach setzte sich bis auf drei Tore ab.
Doch die Gastgeber konterten. HSV-Coach Martin Schwalb wechselte, brachte Bruno Souza für Pascal Hens und Krzysztof Lijewski für Kyung-Shin Yoon. Beide fügten sich nahtlos ins HSV-Spiel ein. Als Torsten Jansen per Konter zum 10:9 traf, hatte der HSV plötzlich wieder Oberwasser. Kopf an Kopf ging es bis zum Halbzeitpfiff und einer knappen 15:14-Führung für die Hausherren.
Die ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit gehörten dann den Gastgebern. Der HSV agierte bissiger und noch konzentrierter als zum Ende der ersten Hälfte. Torwart Per Sandström erwischte wieder einen seiner Glanztage, der VfL dagegen produzierte sehr viele leichte Fehler. Die rechte HSV-Achse Pungartnik/Lijewski sowie Souza auf Halblinks holten im Angriff die Kohlen aus dem Feuer. Insgesamt 24 Tore gingen auf das Konto des Trios. Folge war eine Hamburger 30:24-Führung in der 50. Minute.
Der VfL ließ sich aber nicht hängen, kämpfte sich noch einmal zurück ins Spiel und verkürzte in zweifacher Unterzahl beim 32:31 (57.) bis auf ein Tor. Schlag auf Schlag ging’s in die Schlussphase. Das bessere Ende besaßen schließlich die Hamburger. Souza und Jansen warfen den HSV beim 34:31 (58.) wieder auf drei Tore in Front. Die Vorentscheidung war gefallen. Das 37. und damit letzte HSV-Tor am heutigen Abend war dem Mann des Tages Roman Pungartnik vorbehalten. Der HSV bleibt somit im Meisterrennen.
Zwei Tage bleiben den HSV-Spielern, um sich zu regenerieren. Dann reisen die Hamburger bereits zur nächsten schweren Hürde. Am kommenden Sonnabend um 19.30 Uhr ertönt in der Mannheimer SAP-Arena der Anpfiff zur Partie gegen die SG Kronau/Östringen.
Stimmen zum Spiel
Martin Schwalb (Trainer HSV Hamburg): „Insgesamt haben wir das Spiel über unsere Abwehrleistung gewonnen. Es ist nicht einfach, die VfL-Angreifer zu stoppen. Mit viel Engagement haben wir das geschafft. Was mir nicht gefallen hat, war unsere Chancenverwertung in der ersten Halbzeit. Deswegen haben wir uns auch sehr schwer getan, die knappe Halbzeitführung zu bewerkstelligen. Das ist dann nach dem Wechsel besser geworden. Wir haben viel dynamischer agiert, die schnelle Mitte hat wesentlich besser funktioniert und wir haben an unsere Würfe geglaubt. Großes Kompliment auch an Bruno Souza und Krzysztof Lijewski, die ihre Sache toll gemacht haben.“
Alfred Gislason (Trainer VfL Gummersbach): „Schade, wir waren über weite Strecken eine gleichwertige Mannschaft. Wir wussten, dass Hamburg unter Druck stand. Mit einem Sieg hätten wir die Champions League-Qualifikation beinahe sicher gehabt. Wir wollten uns gut verkaufen, was uns dann auch phasenweise sehr gut gelungen ist. In den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel verloren. Unsere Deckung stand nicht und Per Sandström im HSV-Tor hat in dieser Phase sehr gut gehalten. Trotzdem Kompliment an meine Mannschaft, wie sie sich wieder herangekämpft hat.“
Spielstatistik
HSV Hamburg – VfL Gummersbach 37:34 (15:14)
HSV Hamburg: Sandström (18 Paraden, 1.- 60.), Stojanovic (1/1 P., bei einem 7M); Pungartnik 11/1, Lijewski 7, Souza 6, Jansen 5, G. Gille 4, B. Gille 2, Knorr 1, Yoon 1, Hens, Flohr, Ursic n.e., Schröder n.e.
VfL Gummersbach: Stojanovic (11/1 Paraden, 1.- 35., ab 42.), Fazekas (0 P., 35.- 42.); Sigurdsson 10, Narcisse 7, Zrnic 6/5, Ilic 6/1, Lützelberger 2, Stanojevic 1, Spatz 1, Alvanos 1, Houlet, Jakobsson, Gunnarsson, Wiegert
Siebenmeter: 1/3 – 6/7; (Yoon scheitert an Stojanovic, Jansen über’s Tor – Zrnic scheitert an Stojanovic)
Strafminuten: 10 – 14; (Knorr, B. Gille, G. Gille, Pungartnik, Flohr – 2x Ilic, Alvanos, Zrnic, Gunnarsson, Lützelsberger, Jakobsson)
Schiedsrichter: Frank Lemme/Bernd Ullrich (Magdeburg)
Zuschauer: 10.479 (Color Line Arena)
Spielfilm: 1:1 (2.), 2:3 (6.), 3:3 (9.), 3:5 (12.), 4:6 (14.), 6:8 (17.), 7:8 (19.), 10:9 (21.), 11:11 (24.), 12:12 (26.), 13:14 (28.), 15:14 (30., HZ), 15:15 (31.), 18:17 (35.), 22:19 (39.), 23:19 (41.), 25:23 (44.), 27:23 (45.), 30:24 (51.), 31:28 (54.), 32:31 (57.), 34:31 (58.), 35:32 (59.), 37:33 (60.), 37:34 (60., EN)
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