22.09.07 -
HSV nach 33:29 (18:15)-Sieg in Minden auf Platz 3
Nach dem Punktverlust im Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen hat der HSV Handball beim Auswärtsspiel in Minden zwei ganz wichtige Punkte geholt. Vor 2.200 Zuschauern in der Mindener Kampa-Halle gewannen die Hamburger mit 33:29 (18:15) und profitierten gleichzeitig von den Niederlagen der Konkurrenz. Meister THW Kiel musste sich der SG Flensburg-Handewitt mit 32:37 (13:20) geschlagen geben, zudem verlor der bisherige Tabellen-Dritte, die HSG Nordhorn, bei TV Grosswallstadt mit 25:31 (8:11). Die Hamburger haben sich somit auf Rang 3 der TOYOTA HBL-Tabelle vorgeschoben und erwarten am nächsten Spieltag den neuen Tabellenführer aus Flensburg zum Spitzenspiel in der Color Line Arena.
Erste Hälfte über weite Strecken ausgeglichen
Die zwei Auswärtspunkte beim Tabellensiebzehnten GWD Minden mussten sich die Hanseaten hart erarbeiten. Die Gastgeber zeigten sich nach dem Pokal-Aus unter der Woche gegen Zweitligist HC Empor Rostock von ihrem Trainer Richard Ratka sehr gut eingestellt. Obwohl der HSV mehrmals enteilt schien, kämpfte sich Minden immer wieder ins Spiel zurück. So konnten die Gastgeber einen 4:8-Rückstand nach 11 Minuten durch vier Tore nacheinander wieder ausgleichen. In der Folgezeit entwickelte sich eine überaus enge Partie, in der Pascal Hens über weite Strecken in Manndeckung genommen wurde. So waren es in der ersten Hälfte vor allem Kyung-Shin Yoon (3 Tore) und Hans Lindberg (6/2), die mit ihren Treffern immer wieder den hauchdünnen HSV-Vorsprung sicherten. Der Däne im Team des HSV kam mehrmals durch schnelle Gegenstöße zu leichten Toren und zeigte sich zudem von der Siebenmeter-Linie nervenstark. Auch Bruno Souza glänzte in seiner Rolle als Ersatz des verletzten HSV-Kapitäns Guillaume Gille mit drei Treffern. Doch erst in der Schlussphase konnten die Hamburger einen erneuten 4-Tore Vorsprung herausarbeiten (18:14, 30.). Mit der Schlusssirene konnte Minden allerdings den 15:18-Halbzeitstand herstellen.
Lindberg und Flohr Matchwinner
Auch zu Beginn der zweiten Hälfte konnten die Gastgeber nochmals verkürzen (17:18, 32.), bevor der HSV wieder erfolgreich war. Absetzen konnten sich die Hamburger jedoch nicht, da sie immer wieder an GWD-Schlussmann Malik Besirevic scheiterten, der über 60 Minuten das Tor der Gastgeber hütete und 13 Würfe parierte. Damit hielt der Niederländer sein Team, das nun auch durch das Mindener Publikum angetrieben wurde, im Spiel. Erneut konnten die Gastgeber die zeitweilige HSV-Führung von vier Toren (22:18, 38.) auf ein 22:23 nach 43 Minuten verkürzen. Erst nach Hälfte der zweiten Halbzeit konnte der HSV seinen 2-Tore-Vorsprung einmal längerfristig aufrecht erhalten (26:24, 46.). In dieser Phase war es vor allem Matthias Flohr, der auf der linken Seite immer wieder gesucht und eingesetzt wurde. Gleich 6 Tore gingen nach der Pause auf das Konto des 25-jährigen. Außerdem knüpfte Hans Lindberg an seine Leistung von vor der Pause an und erzielte nochmal 5 Treffer. Daran konnte den dänischen Nationalspieler selbst eine Verletzung nicht hindern. In der 53. Minute knickte der Linkshänder um, nachdem er mit zwei Treffern in Folge den Vorsprung des HSV auf 29:26 ausgebaut hatte. Der 26-jährige musste ausgewechselt werden, kehrte aber fünf Minuten später für einen Siebenmeter wieder auf das Feld zurück. Er verwandelte erneut, traf zum 32:28 (58.) und avancierte einmal mehr mit insgesamt 11 Toren zum erfolgreichsten Akteur der Partie. Am Ende gewann der HSV mit 33:29 und sicherte sich zwei ganz wichtige Punkte im Kampf um die Tabellenspitze.
TSV GWD Minden: Besirevic (13/2 Paraden, 1.-60.)
Niemeyer 10, Schäpsmeier 7, Just 5/3, Simon 4, Buschmann 2, Jonsson 1, Cehajic, Hynek, Auerswald, Henriksson n.e., Kunisch n.e., Buhrmester n.e.
HSV Hamburg: Sandström (2 Paraden, 1.-15.); Bitter (12/1 P., 16.-60.);
Lindberg 11/5, Flohr 7, Souza 4, Yoon 3, Lijewski 3, B. Gille 3, Hens 2, Torgovanov, Jansen, Jurecki, Schröder n.e., Ursic n.e., Müller n.e.
Siebenmeter: 3/4 – 5/7 (Just scheitert an Bitter – Besirevic bleibt Sieger gegen Yoon und Lindberg)
Strafminuten: 5 – 6 (Hynek 2x, Just, Jonsson, Gehajic – B. Gille 2x, Jurecki 2x, Flohr, Torgovanov)
Spielfilm: 1:0 (2.), 2:4 (7.), 4:8 (11.), 8:8 (14.), 11:11 (20.), 14:14 (26.), 14:18 (30.), 15:18 (30.) – 18:19 (35.), 18:22 (38.), 22:23 (43.), 24:27 (48.), 27:30 (55.), 28:33 (59.), 29:33 (60.)
Die Bilder zum Spiel finden Sie hier.
Stimmen zum Spiel
Martin Schwalb (Trainer HSV): „Ich wusste, dass es hier sehr schwer werden würde. Wir sind gut ins Spiel gekommen, auch wenn die Abwehr von Anfang an nicht so gut stand. Meine Jungs wussten was auf sie zukommen würde, konnten die Vorgaben aber nicht vollständig umsetzen.
Entscheidend waren heute die Spieler von der Bank. Vor allem Matthias Flohr muss ich hervorheben. Von seinen sieben Toren waren einige enorm wichtig. Er war mit Sicherheit einer der Gewinner des Spiels.“
Richard Ratka (Trainer GWD Minden): „Der HSV hat verdient gewonnen. Wir haben zwar versucht sie ein bisschen zu ärgern, aber Hamburg hat die gesamte Spielzeit über geführt. Wir kommen an solche Mannschaften noch nicht ran. Wenn wir gegen die Spitzenteams gewinnen wollen, müssen wir sehr viel Glück haben. Das hatten wir heute nicht.“
Matthias Flohr (HSV): „Wenn man nach Minden kommt, muss man mit allem rechnen. Das wussten wir vorher. Deswegen sind wir froh, dass wir hier gewonnen haben.“
„Natürlich ist man immer froh, wenn man selber häufig trifft. Vor allem, wenn man damit der Mannschaft hilft. Ich denke, dass mir das heute ganz gut gelungen ist.“
Johannes Bitter (HSV): „Wir haben uns das Leben hier selber schwer gemacht. Wir führen mit vier Toren und plötzlich steht es Unentschieden. Wir sind einfach noch nicht konstant genug. Und dass Minden kämpfen kann, wussten wir ja vorher. Heute hat es gelangt aber in Zukunft müssen wir uns steigern.“
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