02.10.07 -
Der HSV Handball gewinnt beim Wilhelmshavener HV mit 25:22 (13:11) und bleibt auswärts weiter verlustpunktfrei. In einer spannenden Partie verpassten es die Hamburger vor 2.410 Zuschauern in der Wilhelmshavener Nordfrost Arena, schon in der ersten Hälfte davon zu ziehen, und gaben eine 7:2-Führung wieder aus der Hand. Doch durch eine konzentrierte Defensivleistung in der zweiten Halbzeit holte sich das Team von Trainer Martin Schwalb neben zwei Punkten auch Selbstvertrauen für die nächste Aufgabe in der EHF Champions League bei Chehovskie Medvedi am Freitag.
Frühe Führung wieder aus der Hand gegeben
Einen besseren Auftakt hätte sich der HSV gar nicht denken können. Nach zehn Minuten führten die Hanseaten vor 2.410 Zuschauern bereits mit 7:2. Immer wieder blieben die Gastgeber in der Anfangsphase an Johannes Bitter im Tor der Hamburger hängen. Der Nationaltorhüter zeigte 7 Paraden. Doch der Trainer des Wilhelmshavener HV, Michael Biegler, schaffte es, seine Spieler in einer Auszeit wach zu rütteln. Die Gastgeber fanden fortan besser ins Spiel und glichen nach sechs Treffern, bei nur einem Gegentor von Kyung-Shin Yoon, zum 8:8 aus (20.). Der HSV machte es dem gegnerischen Team jedoch stellenweise sehr leicht und gab immer wieder einfache Bälle ab. Erst nach der Einwechslung von Bertrand Gille acht Minuten vor dem Pausenpfiff stand der HSV in der Defensive besser und kam vorn, vor allem über die Außenspieler Torsten Jansen und Stefan Schröder, zu weiteren Treffern. Kyung-Shin Yoon machte mit seinem fünften Treffer per Siebenmeter in der Schlussminute die 13:11-Halbzeitführung der Hamburger perfekt. Der Südkoreaner war vor der Pause gleichzeitig bester Schütze seines Teams
Durch eine konzentrierte Defensivleistung zwei Punkte erkämpft
Auch in Halbzeit zwei stand der HSV hinten sicher. Per Sandström verhinderte zwei Minuten nach Wiederanpfiff durch einen parierten Siebenmeter, dass der WHV den Rückstand auf ein Tor verkürzen konnte. Der Schwede entwickelte sich in den zweiten 30 Minuten zum großen Rückhalt seines Team, profitierte bei seinen 10 Paraden aber oftmals auch von der konsequenten Abwehrarbeit seiner Vorderleute. So konnten die Hamburger wieder eine 4-Tore-Führung heraus arbeiten (19:15, 43.) und den WHV in der Folge auf Abstand halten. Vor allem Pascal Hens trumpfte nach der Pause auf und erzielte fünf seiner insgesamt sechs Treffer. Die letzten zehn Minuten wurden noch einmal hektisch, da die Schiedsrichter Colin Hartmann und Stefan Schneider mehrere Zeitstrafen verteilten. Doch mit dem 25:21 sorgte Torsten Jansen in der 56. Minute für die Vorentscheidung. Wilhelmshaven kam zwar durch Oliver Köhrmann noch auf drei Treffer heran, verpasste es jedoch, mit einem Siebenmeter in der letzten Sekunde noch weitere Ergebniskosmetik zu betreiben. Wiederum war es Per Sandström, der den Strafwurf hielt und seinem Team das 25:22 sicherte. Erfolgreichste Werfer des HSV waren Kyung-Shin Yoon und Pascal Hens mit jeweils 6 Toren, auf Seiten der Wilhelmshavener traf Kristjan Ljubanovic fünfmal.
Wilhelmshavener HV: Weiner (8 Paraden, 1. – 60.);
Ljubanovic 5, Binder 4, O.Köhrmann 3, Schröder 3/2, Gylfason 2, Vucicevic 2, Rui 2, Bedzikowski 1, Bonath, C.Köhrmann, Kelm n.e., Babin n.e.
HSV Hamburg: Bitter (7 Paraden, 1. – 30.), Sandström (10/2 P., 31. – 60.);
Yoon 6/2, Hens 6, Schröder 4, Jansen 3, B.Gille 2, Lijewski 2, Trogovanov 2, Flohr, Souza, G.Gille, Lindberg n.e., Jurecki n.e., Ursic n.e., Schult n.e.
Siebenmeter: 2/4 – 2/2 (Sandström pariert gegen Schröder und gegen O.Köhrmann)
Strafminuten: 3 – 4 (Bonath 2x, Rui – Hens 2x, B.Gille, Schröder)
Spielfilm: 1:0 (3.), 2:1 (4.), 2:7 (10.), 6:7 (17.), 8:8 (20.), 10:10 (27.), 10:12 (28.), 11:13 (30.) - 12:13 (31.), 12:15 (35.), 14:17 (40.), 15:19 (43.) 16:20 (44.), 18:20 (45.), 20:22 (50.) 20:24 (53.), 21:25 (56.), 22:25 (58.), 22:25 (60.)
Die Bilder zum Spiel finden Sie hier.
Stimmen zum Spiel
Martin Schwalb (Trainer HSV): „Wilhelmshaven hat uns das Leben sehr schwer gemacht. Sie haben ihre Angriffssequenzen unheimlich lange ausgespielt, so dass unsere Abwehr bis ans obere Limit gehen musste. Allerdings haben wir in der Verteidigung sehr gut gespielt und im Endeffekt verdient gewonnen.“
Michael Biegler (Trainer Wilhelmshavener HV): “Wir dürfen nicht enttäuscht sein. Wir haben alles gegeben und sehr diszipliniert gespielt. Natürlich kann man nicht fehlerfrei spielen, aber wir haben alles versucht. Mehr war nicht drin.“
Guillaume Gille (HSV): „Wir haben heute kämpferisch genau die richtige Reaktion nach der Flensburg-Niederlage gezeigt. Die zwei Punkte waren unheimlich wichtig. Wir haben alles in die Waagschale geworfen und gewonnen. Aber wir haben auch noch viele, kleine Fehler gemacht. Die müssen wir in Zukunft noch abstellen.“
Johannes Bitter (HSV): „Man hat gesehen, dass wir noch ein bisschen verunsichert waren. Wir wussten vorher aber auch, dass man Wilhemshaven nicht mal eben mit 15 Toren Unterschied besiegt. Hauptsache ist doch, dass wir gewonnen haben.“
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