HSV dreht Partie und gewinnt knapp

17.10.07 -

28:27 (13:18)-Sieg bei der HBW Balingen-Weilstetten

Der HSV hat auch das fünfte Auswärtsspiel in Folge gewonnen. Doch bis zum Schluss mussten die Hamburger um den Erfolg zittern. Erst in den finalen Sekunden hielt Johannes Bitter die zwei Zähler fest. Vor der Pause hatte der HSV-Keeper hingegen gegen die Würfe der Gastgeber nichts auszurichten. Der HBW Balingen-Weilstetten spielte, getragen vom Publikum in der mit 2.350 Zuschauern ausverkauften SparkassenArena, stark auf und führte zur Halbzeit mit 18:13. Nach der Pause sorgte eine verbesserte Defensiv-Leistung des HSV jedoch dafür, dass die Baden-Württemberger kaum noch erfolgreich waren, während das Team von Martin Schwalb nun besser ins Spiel fand. Elf Minuten vor dem Ende übernahmen die Gäste erstmals die Führung und gaben sie bis zum 28:27-Sieg nicht mehr ab.

Vor der Pause trifft HBW Balingen-Weilstetten alles

Von Anfang an unterstrichen die Gastgeber vom HBW Balingen-Weilstetten, dass sie sich für die herbe 21:36-Niederlage vom Wochenende gegen den THW Kiel vor eigenem Publikum rehabilitieren wollten. Von den 2.350 Zuschauern in der ausverkauften SparkassenArena nach vorn gepeitscht, gelang dem Team von Trainer Dr. Rolf Brack in der ersten Hälfte quasi alles. Nach neun Minuten lag der HSV mit 2:6 zurück. Sowohl in der Defensive als auch in der Offensive, in der Pascal Hens und Kyung-Shin Yoon zwischenzeitlich in Manndeckung genommen wurden, lief bei den Hamburgern nicht viel zusammen. Vor allem den Südkoreaner Chi-Hyo Cho bekam der HSV nicht in den Griff. Der Oldie in der jungen HBW-Mannschaft war vor der Pause fünfmal erfolgreich. Die Hypothek des Rückstandes belastete die Mannschaft von Coach Martin Schwalb die gesamte erste Halbzeit. Zwar standen die Gäste in der 22. Minute kurz vor dem Ausgleichstreffer (11:12), doch nach vier Treffern in Folge konnte sich der HBW eine beruhigende Fünf-Tore-Führung erarbeiten, die auch zur Pause Bestand haben sollte (18:13).

Hamburg übernimmt nach 48 Minuten erstmals die Führung

Nach der Pause schienen zwei völlig verwandelte Teams auf dem Feld zu stehen. Der HSV agierte konsequenter und aktiver in der Deckung, während sich die Gastgeber, offensichtlich beeindruckt, nun weniger häufig in Szene setzen konnten. In den ersten 22 Minuten der zweiten Halbzeit traf der HBW Balingen-Weilstetten nur viermal. Johannes Bitter im Tor des HSV spielte sich nun in den Vordergrund und half seinem Team bei der beginnenden Aufholjagd ein ums andere Mal. In der 46. Minute kämpfte sich der HSV auf zwei Tore heran und warf in der Folge fünf Treffer nacheinander. So gingen die Gäste nach 48 Minuten erstmals in Führung (23:22) und konnten diese sogar noch auf drei Treffer ausbauen (25:22). In der 52. Minute nahm Rolf Brack seinen Torwart Milos Slaby erstmals vom Feld, um in der Offensive in Überzahl agieren zu können. Vier Minuten später ließ der HBW-Coach zudem alle Spieler des HSV in Manndeckung nehmen. So konnten die Gastgeber drei Minuten vor Schluss sogar wieder zum 26:26 ausgleichen. Doch zwei Tore von Pascal Hens und Bertrand Gille  brachten die Hamburger in eine bessere Ausgangslage (28:26, 59. Minute) für die dramatische Schlussphase. Daniel Brack konnte noch einmal verkürzen (27:28, 60.), ehe der anschließende HSV-Angriff von den Schiedsrichtern aufgrund eines Offensiv-Fouls abgepfiffen wurde. So bot sich dem HBW, der elf Sekunden vor dem Ende noch eine Auszeit nahm, die Gelegenheit zum Ausgleich. Doch den letzten Wurf, vier Sekunden vor dem Schlusspfiff, konnte Johannes Bitter mit einer Fußparade, seiner insgesamt neunten, abwehren und seinem Team so zwei hart umkämpfte Punkte sichern. Erfolgreichster Werfer beim HSV war Pascal Hens mit 9 Toren, Hans Lindberg und Kyung-Shin Yoon steuerten jeweils 5 Treffer bei.

HBW Balingen-Weilstetten: Slaby (10 Paraden, 1. – 60.); Kosanovic (0 P., 60.)

Cho 7/1, Brack 5, M. Strobel 5, Kneer 3, Lobedank 3, Herth 2/2, Bürkle 2, Ilitsch, W. Strobel, Sauer, Wilke, Ettwein

HSV Hamburg: Bitter (9/1 Paraden, 1. – 20.; 31.-60.); Sandström (2 P., 20. – 30.)

Hens 9, Yoon 5, Lindberg 5/4, B. Gille 3, Jansen 3, Schröder 2, Lijewski 1, G. Gille, Flohr, Torgovanov, Jurecki, Ursic n.e., Schult n.e., Müller n.e.

Siebenmeter: 3/4 – 4/4 (Bitter hält gegen Cho)

Strafminuten: 4 – 3 (Kneer, Sauer, W. Strobel, Ilitsch - B. Gille 2x, Flohr)

Spielfilm: 1:0 (1.), 2:2 (5.), 6:2 (9.), 7:3 (10.), 7:5 (22.), 10:8 (17.), 12:10 (21.), 12:11 (22.), 16:11 (26.), 16:12 (27.), 18:12 (30.), 18:13 (30.) – 19:14 (34.), 19:16 (38.), 20:18 (40.), 22:20 (46.), 22:25 (52.), 23:26 (55.), 26:26 (57.), 26:28 (59.), 27:28 (60.)

Die Bilder zum Spiel finden Sie hier.

Stimmen zum Spiel:

Martin Schwalb: „Vor allem in der ersten Hälfte hatten wir in der Abwehr ganz große Probleme. Wir haben zu viele leichte Würfe des HBW zu- und unsere Torhüter im Stich gelassen. Das Halbzeitergebnis war ernüchternd und ein Stück weit dramatisch, weil wir jeden Punkt brauchen, um oben dran zu bleiben. Nach der Pause haben wir ein anderes Gesicht und eine sehr gute Abwehrleistung gezeigt. Mit viel Kampf und Einsatz haben wir uns die Führung und am Ende auch den Sieg geholt. Die zwei Punkte bertrachten wir sehr nüchtern: Wir haben sie gebraucht und auch geholt.“

Johannes Bitter: „Seit Wochen arbeiten wir daran, konstant zu spielen, doch was hier am Anfang los war, dazu fehlen mir die Worte. Wenn man so beginnt, wird es natürlich sehr schwer, noch zu siegen, da der Gegner Morgenluft schnuppert. Dennoch konnten wir das Spiel noch drehen und 2 Punkte holen. Jetzt gilt es durchzuatmen und dran zu arbeiten, solche Spiele auch zu dominieren.

Pascal Hens: „Man merkte, dass uns die Reisestrapazen noch in den Knochen steckten. Unser Sieg ist aber nicht glücklich, wir haben ihn in der zweiten Hälfte hart erkämpft. Was aber zu Beginn des Spiels los war, da kann ich nach dem Spiel nichts mehr zu sagen.“

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