06.11.07 -
HSV gewinnt spannendes Spiel mit 31:30 (15:16)
Siegtreffer fiel zwei Sekunden vor dem Ende
In einer an Spannung kaum zu überbietenden Partie gewann der HSV Handball beim THW Kiel mit 31:30 (15:16). Die 10.250 Zuschauer in der ausverkauften Ostseehalle sahen ein schnelles, hochklassiges Spiel, das der HSV am Ende verdient gewann. Johannes Bitter im HSV-Tor parierte 19 Kieler Würfe. Kyung-Shin Yoon, der auch das entscheidende Tor zwei Sekunden vor Schluss machte, erzielte 11 Treffer, davon 6 per Siebenmeter. Der HSV weist damit die wenigsten Minuspunkte aller Klubs in der TOYOTA HBL auf und steht mit einer weniger ausgetragenen Partie auf Tabellenplatz 2.
Zehn Siebenmeter in den ersten 30 Minuten
Eine hart geführte und stets spannende Partie erlebten die 10.250 in der ausverkauften Ostseehalle. Der THW Kiel und der HSV agierten jeweils konzentriert in der Abwehr und ließen die gegnerischen Spieler kaum gewähren. Zehn gegebene Siebenmeter in den ersten 30 Minuten sind Beleg für ein verbissen geführtes Spiel. Johannes Bitter parierte vor der Pause gleich drei Strafwürfe der Kieler, ein weiterer ging nur an den Pfosten. Zudem hielt der HSV-Keeper in Halbzeit eins neun Bälle aus dem Feld. So entwickelte sich ein ausgesprochen enges Spiel. Nur der HSV konnte sich einmal mit zwei Toren absetzen. Nachdem die Hamburger drei Tore in Folge erzielt hatten, führten sie 10:8 (17. Minute). Sieben Minuten später lagen die Gastgeber nach einer Serie von drei Treffern mit 12:11 in Front. Diesen Vorsprung hielten die Kieler bis zur Pause (16:15). In der letzten Minute der ersten Hälfte dann eine Schrecksekunde für den HSV: Pascal Hens knickte mit dem rechten Fuß um und musste behandelt werden.
HSV gewinnt erstmals in Kiel
Der Nationalspieler kehrte nach der Pause aber auf das Feld zurück. Die Kieler erwischten jedoch den besseren Start und gingen in der 33. Minute ihrerseits erstmals mit zwei Toren in Führung (18:16). Nun drehte aber wieder der HSV auf. Durch vier Treffer nacheinander ging das Team von Trainer Martin Schwalb mit 20:18 in Führung (36.). Selbst in Unterzahl, Torsten Jansen bekam zwei Minuten, konnten die Hamburger ihre Führung in dieser Phase behaupten. Wiederum war Johannes Bitter sicherer Rückhalt für sein Team. Der Nationalkeeper schraubte seine persönliche Bilanz auf 19 Paraden nach 60 Minuten. In der 48. Minute konnten die Gastgeber dennoch erneut ausgleichen (25:25), mussten jedoch direkt danach vier HSV-Treffer in Folge zum 29:25 (51.) hinnehmen. In acht dramatischen Minuten, unter anderem scheiterte Nikola Karabatic mit einem Siebenmeter am Pfosten, kämpften sich die Kieler wieder zum Ausgleich heran (29:29, 59.). Doch die Hamburger boten nicht nur eine aggressive Deckungsarbeit, sondern auch starke Nerven und gingen erneut in Front (30:29, 59.). In der letzten Minute musste der HSV in Unterzahl, Guillaume Gille wurde auf die Bank geschickt, die Führung behaupten. Markus Ahlm glich zwar noch aus, doch der letzte Treffer blieb dem HSV vorbehalten. Kyung-Shin Yoon machte per Einzelleistung, zwei Sekunden vor dem Ende, das 31:30. Der Südkoreaner war auch erfolgreichster Akteur der Partie. Im zweiten Spiel hintereinander verwandelte Yoon 100 % seiner Siebenmeter (6/6). Außerdem traf er fünfmal aus dem Feld und sicherte dem HSV so den ersten Sieg in der Kieler Ostseehalle.
THW Kiel: Omeyer (12 Paraden, 1.-60.); M. Andersson (0 P., für einen Siebenmeter eingewechselt)
Karabatic 9/1, Ahlm 7, Kavticnik 5/1, Lövgren 2, Lund 2, Klein 2, Zeitz 1, Lundström 1, Pajovic 1, Szilagyi n.e., Anic n.e.
HSV Hamburg: Bitter (19/4 Paraden, 1.-60.), Sandström n.e.; Müller n.e.
Yoon 11/6, Hens 5, B. Gille 5, G. Gille 4, Jansen 2, Schröder 1, Ursic 1, Lindberg 1, Lijewski 1, Souza, Flohr, Torgovanov n.e., Jurecki n.e., Schult n.e.
Siebenmeter: 3/9 – 6/6 (Kavticnik trifft den Pfosten, Karabatic trifft den Pfosten, Bitter hält zweimal gegen Lövgren und pariert gegen Karabatic sowie Kavticnik)
Strafminuten: 4 – 7 (Karabatic 2x, Pajovic, Kavticnik – Jansen 2x, G. Gille 2x, B. Gille 2x, Schröder)
Spielfilm: 1:0 (2.), 1:2 (4.), 3:4 (9.), 5:4 (7.), 8:7 (16.), 8:10 (17.), 9:11 (18.), 12:11 (24.), 15:14 (29.), 16:14 (30.), 16:15 (30.) – 16:16 (31.), 18:16 (33.), 18:20 (36.), 20:20 (39.), 20:22 (41.), 21:23 (42.), 23:23 (44.), 23:25 (46.), 25:25 (48.), 25:29 (51.), 29:29 (59.), 30:30 (60.), 30:31 (60.)
Bilder vom Spitzenspiel finden Sie hier.
Stimmen zum Spiel:
Martin Schwalb (Trainer HSV): „Ich freue mich, dass wir den letzten Wurf rein gemacht haben. Es ist nicht einfach, 60 Minuten lang weite Wege zu gehen und in der Abwehr gut zu kommunizieren. Wir haben das mit viel Intensität gemacht. Unsere Leistung war eines Spitzenspieles würdig. Es ist nicht alltäglich, in der Ostseehalle zu gewinnen. Wir haben es uns durch Engagement und die Torwartleistung verdient.“
Zvonimir “Noka” Serdarusic (Trainer THW Kiel): „Wir haben versucht, mit der Brechstange, gegen diese Abwehr zu agieren. So kann man ein Spiel nicht gewinnen. Wir waren mit dem Herzen auf der Platte, aber nicht mit dem Verstand. Wir werden aus diesem Spiel unsere Lehren ziehen. Wenn Thierry Omeyer auf dem selben Niveau gewesen wäre wie Johannes Bitter, hätten wir gewonnen.“
Pascal Hens: „Ich bin bei Börge Lund auf den Fuß getreten. Das wurde in der Pause getapet, dann habe ich im Spiel nichts davon gespürt.“ - „Wir haben keine Zeit, den Sieg zu feiern, wir haben Sonnabend schon wieder ein wichtiges Spiel."