17.02.08 -
Der HSV Handball verliert bei den Rhein-Neckar Löwen sein erstes Auswärtsspiel der laufenden Saison. In der mit 13.200 Zuschauern ausverkauften SAP-Arena unterliegen die Hamburger mit 33:40 (17:21). Der HSV nimmt damit erstmals seit der Niederlage am 19. Mai 2007, ebenfalls bei der SG Kronau/Östringen, keine Bundesliga-Punkte mit auf die Heimfahrt. Zuvor waren die Hamburger in zwölf Auswärtsspielen in Folge in der Handball-Bundesliga ungeschlagen gewesen. Bester Werfer des HSV war erneut Torsten Jansen mit neun Toren, davon vier Siebenmeter.
Ausgeglichene erste Halbzeit
In der mit 13.200 Zuschauern ausverkauften SAP Arena setzten Pascal Hens und Uwe Gensheimer zu Beginn die Ausrufezeichen und sorgten mit je zwei Treffern für das 2:2 (3. Minute). Vor der Halbzeitpause entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der die Gastgeber zunächst stets mit einem Tor in Front lagen. Nachdem Per Sandström Johannes Bitter im Tor abgelöst und in seiner ersten Aktion gleich eine von vier Paraden vor der Pause zeigte, erzielte Torsten Jansen die erste Hamburger Führung nach der ersten Minute (10:9, 15.). Und auch der ersten Zwei-Tore-Führung für den HSV ging eine Torhüterparade voraus: Johannes Bitter wehrte einen Siebenmeter von David Szlezak ab, ehe Kyung-Shin Yoon per Strafwurf das 13:11 herstellte (21.). Die Partie wurde in der Folge härter: Die Schiedsrichter Uwe Prang und Uwe Reichl pfiffen in Halbzeit insgesamt elf Siebenmeter. Nach zwei Treffern in Folge glichen die Rhein-Neckar Löwen die Hamburger Führung nach 22 Minuten wieder aus (14:14). Zwei Minuten vor dem Ende der ersten Hälfte erzielte Kyung-Shin Yoon, wiederum durch einen Strafwurf, mit dem 17:17 das letzte HSV-Tor vor der Pause. Die Rhein-Neckar Löwen hingegen trafen noch viermal in Folge und konnten so mit einem 21:17-Vorsprung in die Pause gehen.
Rhein-Neckar Löwen ziehen in Schlussphase davon
Die ersten vier Minute der zweiten Halbzeit bestimmte der HSV. Vor allem Stefan Schröder setzte nach seiner Einwechslung sowohl in der Abwehr als auch im Angriff Akzente. Mit zwei Treffern, vor und nach Kyung-Shin Yoons erstem Feldtreffer des Spiels, verkürzte der Nationalspieler auf 20:21 (35.). Insgesamt agierte die Hamburger Defensive in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit aggressiver als noch vor der Pause, so dass das Spiel wieder ausgeglichen war. In der 42. Minute konnten die Gastgeber jedoch ihre knappe Führung erneut auf drei Tore ausbauen (27:24). Fünf Minuten später geriet der HSV in Unterzahl, Kapitän Guillaume Gille musste für zwei Minuten vom Feld, mit fünf Toren ins Hintertreffen. Vor allem Karol Bielecki traf nun für die Rhein-Neckar Löwen aus dem Rückraum. Der polnische Nationalspieler erzielte seine sechs Treffer alle in der zweiten Hälfte. Zwei Tore der Gastgeber in Folge zum 37:31 (56.) konnte der HSV nochmal mit zwei Treffern durch Pascal Hens und Torsten Jansen zum 33:37 (58.) beantworten. In den letzten 90 Sekunden trafen dann aber nur noch die Rhein-Neckar Löwen und schraubten das Ergebnis auf 40:33 nach 60 Minuten hoch. Bester Hamburger Schütze in der Partie war Torsten Jansen mit neun Treffern, davon vier Siebenmetern. Damit verliert der HSV Handball sein erstes HBL-Auswärtspiel seit dem 19. Mai 2007, damals gegen die SG Kronau/Östringen.
Rhein-Neckar Löwen: Szmal (13/1 Paraden, 1. – 60.); Fritz (1/1 P., bei zehn Strafwürfen eingewechselt);
Shelmenko 7, Tkaczyk 7, Harbok 7, Jurasik 5/4, Bielecki 6, Gensheimer 5, Schwarzer 2, Szlezak 1/1, Klimovets, Buday, Groetzki n.e., Scholl n.e.
HSV Hamburg: Bitter (5/1 P., 1. – 13., 30. – 50.); Sandström (6 P., 13. – 30., 50. – 60.); Müller n.e.
Jansen 9/4, Yoon 7/5, Hens 5, G. Gille 4, Schröder 3, Lindberg 2/1, Lijewski 2, B. Gille 1, Flohr, Ursic, Grimm, Torgovanov n.e., Souza n.e.,
Siebenmeter: 5/6 – 10/12 (Bitter pariert gegen Szlezak – Lindberg verwirft gegen Szmal, Yoon scheitert an Fritz)
Strafminuten: 4 – 4 (Shelmenko, Tkaczyk, Klimovets, Bielecki – B. Gille, Hens, G. Gille, Schröder)
Spielfilm: 0:1 (1.), 1:1 (2.), 4:4 (6.), 7:7 (12.), 10:10 (16.), 11:11 (19.), 11:13 (21.), 12:14 (22.), 14:14 (23.), 16:16 (25.), 17:17 (28.), 21:17 (30.) – 21:18 (32.), 21:20 (35.), 23:22 (38.), 25:24 (40.), 27:24 (42.), 29:27 (46.), 32:27 (49.), 34:29 (51.), 36:31 (55.), 37:31 (56.), 37:33 (58.), 40:33 (60.)
Stimmen zum Spiel:
Martin Schwalb (Trainer HSV): „Der Sieg der Rhein-Neckar Löwen ist verdient. Sie haben uns mit einer konzentrierten Angriffsleistung das Leben schwer gemacht. Wir haben in der Abwehr keine Stabilität gefunden und das ist auch der Grund, warum wir verloren haben. Sehr zufrieden bin ich allerdings mit unserem heutigen Angriffsspiel. Wir haben viel Dampf gemacht, uns viele Torchancen erarbeitet und schöne Tore erzielt. Leider hat uns unsere Abwehrleistung einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber wir müssen bedenken, dass es auch nur eines von 34 Spielen in dieser Spielzeit ist und wir bis hierhin auswärts ungeschlagen waren. Wir spielen eine sehr stabile Saison und sind trotz dieser Niederlage eine Spitzenmannschaft. Weiter geht’s!“
Christian Fitzek (Sportlicher Leiter HSV): „Es ist sehr ärgerlich, dass unsere Deckung nicht so gut stand und zu unserem guten Angriffsspiel nicht kompatibel war. Insgesamt denke ich, dass beide Teams und die Zuschauer hier in der Halle heute Werbung für den Handball betrieben haben.“
Iuori Chevtsov (Trainer Rhein-Neckar Löwen): „Natürlich bin ich sehr zufrieden mit dem Sieg. Beide Teams waren sehr gut, es war ein enges Spiel. Unser Angriff hat, sodass wir immer eine Antwort hatten. Ein großes Kompliment an meine Mannschaft für diese Top-Leistung. Man darf nicht vergessen, dass der HSV eine sehr starke Mannschaft ist, und es hätte hier und da auch in die andere Richtung gehen können. Ich denke aber, wir sind auf dem richtigen Weg.“
Nach dem Spiel hatte Hamburg 1 Gelegenheit, mit dem Ex-Löwen und Neuzugang Oleg Velyky zu sprechen. Das Kurz-Interview gibt es hier.
Notizen zum Spiel: