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Kyung-Shin war bester Werfer des Finales und wurde am Ende auch als "Bester Feldspieler des Lufthansa Final Four" geehrt

Im DHB-Pokalfinale knapp unterlegen

30.03.08 -

Hamburg verliert Endspiel des Lufthansa Final Four 29:32 (18:19) gegen Kiel

Der HSV Handball unterliegt im DHB-Pokalfinale 2008 dem THW Kiel knapp mit 29:32 (18:17). In einem spannenden Finale führten die Hamburger nach einer starken Leistung in der ersten Hälfte zur Pause mit einem Tor. In der zweiten Halbzeit konnte sich der Titelverteidiger absetzen, den HSV jedoch nie endgültig abschütteln. Mit dem 32:29-Sieg sicherte sich der THW Kiel am Ende den DHB-Pokal. Bester Werfer des Endspiels war Kyung-Shin Yoon mit zehn Treffern. Der Südkoreaner wurde im Rahmen der Siegerehrung als bester Feldspieler des Lufthansa Final Four ausgezeichnet.

Kyung-Shin Yoon überragend

Das Finale um den DHB-Pokal 2008 in der mit 13.000 Zuschauern ausverkauften Color Line Arena begannen beide Teams sehr dynamisch. Die Titelverteidiger aus Schleswig-Holstein starteten mit schnellen Spielzügen und lagen nach vier Minuten mit 2:0 in Front. Die Kieler Führung hatte auch nach neun Minuten Bestand (4:6). Den Rückstand drehten die Hamburger jedoch binnen zwei Minuten zu einem 7:6-Vorsprung (11. Minute). In der hochklassigen Partie schenkten sich die Mannschaften nichts. Immer wieder setzten die Hamburger nach und glichen die Führungen der Kieler aus (8:8, 13.). In der 16. Minute konnte sich der HSV erstmals mit zwei Treffern absetzen: Per Tempogegenstoß verwandelte Bruno Souza zum 11:9. Beim Stand von 12:10 für die Hamburger hielt HSV-Keeper Johannes Bitter einen Siebenmeter von Vid Kavticnic, doch die Hansestädter nutzen diese Chance, sich weiter abzusetzen, nicht. Stattdessen gelang den nominellen Gastgebern durch Börge Lund der Ausgleich zum 12:12 (20.). Durch Treffer von Kyung-Shin Yoon und Kapitän Guillaume Gille zog der HSV erneut auf 15:13 davon (24.). Die aggressive Hamburger Deckung bereitete den Kielern sichtlich Schwierigkeiten und so ging das Team von Trainer Martin Schwalb mit einer knappen 18:17-Führung in die Pause. Bester Werfer für den HSV war in Halbzeit eins war der überragend aufspielende Kyung-Shin Yoon mit neun Toren, davon eines per Siebenmeter.

THW Kiel feiert Pokalsieg nach spannendem Finale

In den ersten sieben Minuten des zweiten Spielabschnitts gelang den Hamburger nur ein Treffer: Kyung-Shin Yoon verwandelte einen Siebenmeter zum zwischenzeitlichen 19:19 (35.). Ab der 40. Minute musste der HSV Handball auf Bertrand Gille verzichten, der nach einem Schlag auf die Rippen ausschied. Auch Krzysztof Lijewski musste zwischenzeitlich mit Schmerzen in der linken Schulter behandelt werden. Der THW Kiel stellte sich nun besser auf die Hamburger Offensive ein, vor allem Keeper Thierry Omeyer war mit 17 Paraden ein sicherer Rückhalt für den Titelverteidiger. Nach elf Minuten in Halbzeit zwei standen erst drei Hamburger Treffer zu Buche (21:24, 41.). Anschließend sah jedoch Kiels Kreisläufer Markus Ahlm nach seiner dritten Zeitstrafe die Rote Karte. Die Überzahl nutzte der HSV zum 23:24-Anschlusstreffer (44.). Nun erhielt auch Kiels Coach Noka Serdarusic eine Verwarnung und anschließend eine Zeitstrafe gegen seine Bank. So spielte der HSV kurzzeitig in doppelter Überzahl, konnte trotz allen Kampfes jedoch nicht ausgleichen. Der THW setzte sich in der Folge auf 28:23 ab (50.). Johannes Bitter im Hamburger Tor zeigte in der Schlussphase eine starke Leistung und im Spielverlauf 14 Paraden. Durch Treffer von Hans Lindberg und Pascal Hens kämpfte sich der HSV erneut auf 28:30 heran (57.) und hielt das Spiel offen. Die Fans auf der Tribüne gaben alles, um ihr Team zum Sieg zu schreien. Zwei Minuten vor dem Abpfiff kassierte Kiels Dominik Klein eine Zeitstrafe, so dass die Hamburger das Spiel in Überzahl beendeten. Aber Börge Lund erzielte mit dem 32:29 in der 59. Minute das vorentscheidende Tor für den THW. Die Hamburger unterlagen am Ende trotz einer sehr guten Leistung und großen Einsatzes das Endspiel des Lufthansa Final Four gegen den THW Kiel, der somit seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen konnte.

THW Kiel: Omeyer (17 Paraden, 1.-14., 24.-60.); M. Andersson (1 P., 14.-24.);
Karabatic 9, Kavticnik 8/2, Ahlm 5, Lund 4, Lövgren 3, Lundström 1, Klein 1, Anic 1, K. Andersson, Wessig n.e., Szilagyi n.e.

HSV Hamburg: Bitter (14/2 P., 1.-39., 43.-60.); Sandström (1 P., 39.-43.); Müller n.e.;
Yoon 10/3, Lindberg 5/1, Hens 4, Lijewski 2, Souza 2, G. Gille 2, Grimm 2, B. Gille 1, Ursic 1, Torgovanov, Schult, Jansen n.e.

Siebenmeter: 2/5 – 4/4 (Bitter hält zweimal gegen Kavticnik, Karabatic wirft an den Pfosten)

Strafminuten: 6 – 5 (Ahlm 3x, Kavticnik, Klein und gegen die Bank des THW – G. Gille 2x, Lijewski, Grimm, Torgovanov)

Rote Karte: Marcus Ahlm (dritte Zeitstrafe, 49.)

Spielfilm: 1:0 (1.), 2:0 (4.), 2:1 (4.), 5:4 (8.), 6:4 (9.), 6:6 (10.), 6:7 (11.), 8:7 (13.), 9:8 (14.), 9:11 (16.), 10:12 (17.), 12:12 (20.), 13:13 (23.), 13:15 (24.), 15:17 (26.), 16:18 (29.), 17:18 (30.) - 18:18 (33.), 19:18 (34.), 19:19 (35.), 21:19 (37.), 23:21 (39.), 24:21 (41.), 24:23 (44.), 26:23 (46.), 28:23 (50.), 28:25 (53.), 30:25 (54.), 30:28 (57.), 31:28 (58.), 31:29 (59.), 32:29 (59.), 32:29 (60.)

Die Bilder zum Finale gibt es hier.

Noka Serdarusic (Trainer THW Kiel): „Ich war in der ersten Halbzeit nicht zufrieden mit dem, was wir im Angriff und auf der Torhüterposition gezeigt haben. Zweite Halbzeit hat Thierry Omeyer sich dann deutlich gesteigert. Die Hamburger haben nur elf Treffer ein der zweiten Hälfte erzielt, das war entscheidend. Seit zwei Jahren sagt man mir nach, ich würde immer wie ein Stück Holz neben dem Spielfeld stehen. Heute war ein Finale, da musste ich, als ich die Zeitstrafe bekommen habe, mal zeigen, wie ich hinter meinem Team stehe.

Martin Schwalb (Trainer HSV): „Glückwunsch an den THW! Ein Finale zu verlieren, tut immer weh. In der zweiten Halbzeit haben wir phasenweise nicht den Zug zum Tor gezeigt. Deswegen mussten wir die ganze Zeit einem Rückstand hinterherjagen. Thierry Omeyer hat einigen unserer Rückraumspieler den Zahn gezogen. Spitzenspiele werden von Spitzenspielern entschieden. Wir haben auch welche. Ich hoffe, dass wir den THW noch drei Mal in dieser Saison sehen.“

Per Sandström (Torhüter HSV Handball): „Der Unterschied war, dass der THW konstanter gespielt hat als wir. In der zweiten Halbzeit hatten wir schwächere Phasen und mussten dann dem Rückstand hinterher jagen. Jetzt müssen wir schnell den Schalter umlegen, weil Mittwoch ein schweres Spiel gegen Balingen-Weilstetten auf dem Programm steht.“

Christian Fitzek (Sportlicher Leiter HSV): „Ich bin von der Atmosphäre in der Halle begeistert. Wir haben heute sehr gut dagegen gehalten und hatten den Fuß noch einmal in der Tür. Ich muss der Mannschaft, dem Umfeld und dem Trainer ein großes Kompliment machen.“

Notizen zum Lufthansa Final Four:

  • Pascal Hens erzielte mit dem 23:24 in der 44. Minute seinen 666. Treffer für den HSV Handball.
  • Kyung-Shin Yoon verwandelte in der 7. Minute seinen 100. Strafwurf in dieser Spielzeit.
  • Der Südkoreaner wurde von den beim Lufthansa Final Four anwesenden Journalisten zum „Besten Spieler des Turniers“ gewählt.
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