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08.02.12 Doppelt wichtiger Sieg gegen Berlin

24:23 (12:14)-Revanche für Niederlage im Hinspiel

Im ersten Bundesliga-Auftritt des Jahres feiert der HSV Handball einen im doppelten Sinne wichtigen Sieg. Durch den 24:23 (12:14)-Erfolg gegen die Füchse Berlin konnten die Hamburger einerseits ihren Rückstand auf die zweitplatzierten Hauptstädter auf einen Punkt minimieren und sich zum anderen einen Vorsprung von zwei Zählen gegenüber Rang vier erkämpfen. Zudem blieben die Hanseaten in der laufenden Saison in eigener Halle weiter ohne Punktverlust. Die 11.429 Zuschauer in der nahezu ausverkauften O2 World Hamburg sahen ein Spitzenspiel, das seinen Namen verdiente. Beide Mannschaften zeigten sich nach der EM-Pause zwar noch nicht topfit, der Dramatik in der Partie tat das jedoch keinen Abbruch. In der Schlussviertelstunde wusste der von Jens Häusler trainierte HSV die Partie zu drehen. Beste Schützen des Abends waren Marcin Lijewski für den HSV sowie die Füchse Ivan Nincevic und Sven-Sören Christophersen mit jeweils sechs Treffern.

Auf und ab in Halbzeit eins

In der Partie gegen die Füchse Berlin musste der HSV Handball auf Torsten Jansen verzichten, der nach dem Aufwärmen kein grünes Licht geben konnte und aufgrund einer Fersenprellung pausieren musste. Zusammen mit den 11.429 Zuschauer in der O2 World Hamburg sahen der Linksaußen ein zu Beginn sehr zerfahrenes Spiel. Fehlwürfe und Ballverluste auf beiden Seiten unterstrichen die kurze Vorbereitungszeit beider Teams, die zahlreiche EM-Teilnehmer gestellt hatten. Nach zehn Minuten lagen die Gäste mit 5:2 in Front. Mit der Hereinnahme des zweiten Kreisläufers, Bertrand Gille agierte nun neben Igor Vori in Abwehr und teilweise auch im Angriff, konnte der HSV diesen Rückstand durch drei Tore in Folge verkürzen (6:7, 17. Minute). Doch jedes Mal, wenn die Hausherren den Anschluss herstellen konnten, setzten sich die Gäste wieder leicht ab. So hieß es kurze Zeit später 6:9 aus Hamburger Sicht (19.) und nach dem 9:10 (24.) wiederum 9:12 (27.). Dieses Auf und ab setzte sich bis zum Halbzeitpfiff fort, so dass es mit einem Zwei-Tore-Vorsprung der Füchse Berlin von 14:12 in die Kabinen ging.

Der HSV und seine Fans drehen das Spiel

In Halbzeit zwei ging der HSV Handball mit Dan Beutler statt Johannes Bitter im Tor, Europameister Hans Lindberg für Stefan Schröder auf Rechtsaußen und Pascal Hens für Blazenko Lackovic im linken Rückraum. Obwohl die Anfangsphase des zweiten Durchgangs wiederum recht zerfahren verlief, brachte Pascal Hens sein Team wieder heran (14:15, 34.). Das Spiel gestaltete sich nun weiterhin so eng wie vor der Pause. Allerdings vergab Hans Lindberg in der 42. Minute die Chance zum erstmaligen Ausgleich, als er nur den Pfosten traf. Nach einer weiteren Parade von Dan Beutler besorgte jedoch Matthias Flohr den Gleichstand (18:18, 44.). Eine Viertelstunde vor dem Ende gingen die Gastgeber, durch Domagoj Duvnjak zum 19:18, zum ersten Mal im Spielverlauf in Führung. Nach dem Ausgleich der Füchse im Gegenzug (19:19) gelangen dem HSV wiederum zwei Treffer in Folge (21:19, 49.). Bis zum Beginn der Schlussphase zogen die Berliner allerdings wiederum gleich (22:22, 53.). Die Spannung war nun kaum zu überbieten, zumal Dan Beutler seinen zweiten Siebenmeter parierte (55.) und sein Team kurze Zeit in doppelte Unterzahl geriet. Dennoch konnten die Füchse nicht erneut vorlegen, sondern der HSV in Person von Igor Vori (24:23, 59.). Die letzte Spielminute verlief hochdramatisch: Berlin spielte die Uhr bis auf fünf Sekunden herunter, verlor dann jedoch den letzten Ball. So feierte der HSV Handball letztlich einen ebenso knappen Erfolg wie die Niederlage im Hinspiel ausgefallen war.

HSV Handball: Bitter (3 Paraden, 1.-30.); Beutler (6/2 P., 31.-60.);
Lijewski 6, Duvnjak 4, Lindberg 4/3, Lackovic 2, Flohr 2, Vori 2, B. Gille 2, Hens 2, Kraus, Schröder, G. Gille, Vugrinec n.e.

Füchse Berlin: Heinevetter (12 P., 1.-60.); Stochl n.e.;
Christophersen 6, Nincevic 6/1, Bult 3, Jaszka 3, Pevnov 2, Richwien 1, Romero 1, Sellin 1, Laen, Spoljaric, Stenbäcken, Löffler n.e.

Siebenmeter: 3/3 – 1/3 (X – Beutler pariert gegen Nincevic, Beutler wehrt gegen Romero ab)

Zeitstrafen: 4 – 2 (Schröder, Flohr, Vori, B. Gille – Bult, Laen)

Schiedsrichter: Andreas Pritschow / Marcus Pritschow (Stuttgart)

Spielfilm: 0:1 (2.), 0:2 (4.), 1:2 (5.), 1:4 (7.), 2:4 (9.), 2:6 (12.), 3:6 (13.), 3:7 (14.), 6:7 (17.), 6:9 (19.), 7:9 (21.), 9:10 (24.), 9:12 (27.), 10:12 (27.), 12:14 (30.) – 13:14 (32.), 13:15 (34.), 14:16 (38.), 16:18 (42.), 18:18 (45.), 20:19 (47.), 22:20 (50.), 22:22 (53.), 23:23 (57.), 24:23 (60.)

Stimmen zum Spiel:

Jens Häusler (Trainer HSV Handball): „Mein Fazit kann nur positiv ausfallen, weil die Punkte im Moment wichtiger sind als alles andere. Am Anfang sind wir etwas zu oft an Silvio Heinevetter gescheitert. Zur zweiten Halbzeit habe ich dann reagiert und es sind weniger Tore gefallen. Das hat den Ausschlag dafür gegeben, das Spiel noch zu unseren Gunsten zu drehen. Es war viel Gas in der Partie, aber spielerisch sind wir noch nicht da, wo wir hin wollen. Das ist aber klar nach der langen Pause und braucht noch etwas Zeit.“

Dagur Sigurdsson (Trainer Füchse Berlin): „Glückwunsch an Hamburg und an Jens. Es ist natürlich immer enttäuschend, wenn man mit einem Tor verliert. Beide Mannschaften hätten gewinnen können, aber wir haben unsere Chancen am Ende nicht genutzt und daher verloren. Es war kein Spitzenspiel, weil beide Mannschaften nur eine kurze Vorbereitung hatten. Wir haben aber gut gekämpft und müssen jetzt nach vorne schauen.“

Dan Beutler (Torhüter HSV Handball): „Das sind zwei schöne Punkte. Berlin war die erwartet schwere Aufgabe, und Heinevetter hat einen unglaublich guten Tag gehabt. Aber eine Niederlage wäre heute eine kleine Katastrophe für uns gewesen. Dadurch, dass wir alle zusammen gestanden haben, konnten wir das Spiel tatsächlich noch drehen. Ich denke, die gesamte Abwehr war der Schlüssel zum Sieg.“

Igor Vori (Kreisläufer HSV Handball): „Es war am Anfang etwas schwer, nach der langen Pause richtig ins Spiel zu finden. Wir haben uns aber Schritt für Schritt in die Partie gekämpft, und am Ende ist es auch ein ganz wichtiger Schritt für uns als Mannschaft. Berlin hat defensiv sehr gut gestanden und es uns so lange Zeit schwer gemacht. Unser Rückraum-Spiel hat aber gut funktioniert, und endlich war auch Marcin wieder voll dabei. Als Mannschaft können wir heute sehr glücklich sein.“

Johannes Bitter (Torhüter HSV Handball): „Uns ist allen beim Schlusspfiff natürlich ein großer Stein vom Herzen gefallen. Wir haben auf einen Sieg hingearbeitet, und ich denke, dieses Selbstvertrauen hat heute den Ausschlag gegeben. Es spricht, glaube ich, für sich, dass wir den Bundesliga-Zweiten schlagen konnten – darauf können wir aufbauen.“

Martin Schwalb (Präsident HSV Handball): „Wir können uns mal wieder bei den Fans bedanken, die uns gerade in der Crunch–Time super unterstützt haben. Ich glaube, alle, die da waren, haben es nicht bereut, und wir freuen uns, die Zuschauer auch bei den kommenden Spielen wieder begrüßen zu können.“

Notizen zum Spiel:

-  Vor dem Anpfiff wurden die Medaillengewinner der Europameisterschaft in Serbien geehrt: Das kroatisches Bronze-Trio vom HSV, Blazenko Lackovic, Igor Vori und Domagoj Duvnjak wurden, gemeinsam mit ihrem Nationalteamkollegen Ivan Nincevic von den Füchsen Berlin, der eine Flasche Wein überreicht bekam, sowie Europameister Hans Lindberg von HSV-Präsidiumsmitglied Frank Spillner und Aufsichtsrat Fritz Bahrdt mit jeweils einem gerahmten Bild überrascht.

- Das Vorspiel zur Top-Partie der TOYOTA HBL entschied die C-Jugend des HSV Handball gegen eine Jugend-Auswahl des HC Empor Rostock mit 35:14 (23:9) für sich.

- Sowohl die Profis des Hamburger Sport-Vereins als auch das Team der Hamburg Freezers waren heute zu Gast beim HSV Handball. In der Halbzeitpause versuchten sich HSV-Torhüter Jaroslav Drobny und Freezers-Kapitän Christoph Schubert im Siebenmeter-Werfen gegen HSV Handball-Maskottchen Horni. Das Duell endete schiedlich-friedlich 3:3.

Tabelle

1 Kiel 36 : 0 +149
2 Berlin 31 : 7 +68
3 Hamburg 30 : 8 +80
4 Flensburg-H. 28 : 10 +58
5 R-N Löwen 27 : 11 +60

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