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15.03.09 Denkbar knappe Niederlage im Nordschlager
Zehn Tore von Pommes reichten nicht, um den Tabellenführer zu schlagenIn ausverkaufter Color Line Arena 33:34 (15:15) gegen den THW Kiel
Der HSV hat am 24. Spieltag die erste Heimniederlage der Saison hinnehmen müssen. Gegen Tabellenführer THW Kiel unterlagen die Hamburger nach einer hochklassigen Partie vor 13.170 Zuschauern in der ausverkauften Color Line Arena mit 33:34 (15:15). Die Schleswig-Holsteiner bauten ihren Vorsprung gegenüber dem HSV Handball auf Platz zwei somit weiter aus. Das Team von Trainer Martin Schwalb verliert indes das erste Heimspiel nach 40 Partien in eigener Halle ohne Niederlage. Bester Werfer des Spiels war der Kieler Nikola Karabatic mit zwölf Toren, darunter drei Siebenmetern. Pascal Hens erzielte für den HSV Handball zehn Treffer. Das Comeback des Tages feierte Oleg Velyky, der 422 Tage nach seinem Kreuzbandriss bei der EM in Norwegen und erneuter Krebs-Diagnose heute sein erstes Spiel im HSV-Trikot bestritt.
Oleg Velyky feiert Comeback im HSV-Trikot
Der HSV trat gegen den Klassenprimus aus Kiel ohne Kapitän Guillaume Gille (Muskelfaserriss) und die Brüder Marcin (Meniskus-OP) und Krzysztof Lijewski (Innenbandverletzung) an. Dafür lief erstmals Oleg Velyky im HSV-Trikot auf, nahm jedoch zunächst auf der Bank Platz. Die Partie begann vor 13.170 Zuschauern in der ausverkauften Color Line Arena mit hohem Tempo. Bereits nach vier Minuten führten die Gäste 5:2. Der HSV präsentierte sich stark aus dem Rückraum und verkürzte durch Pascal Hens und Arne Niemeyer auf 4:5 (7. Minute). Auch in der Abwehr standen die Hamburger nach dieser Anfangsphase besser. Nicht zuletzt dank der guten Leistung eines Johannes Bitter im Tor drehten die Hamburger nach einer Viertelstunde einen 6:7-Rückstand (9.) in ein 9:7 (15.). Eine Minute später musste der HSV eine doppelte Unterzahl überstehen, in der Bitter allerdings einen Siebenmeter von Stefan Lövgren parierte (16.) Dabei wurde der Nationalmannschaftskeeper im Gesicht getroffen, konnte aber weiter spielen. In einem hochklassiges Handballspiel wurde dann beim Stand von 11:10 für den HSV Oleg Velyky von Martin Schwalb eingewechselt (19.). In der Folge zeigte der Mittelmann, 422 Tage nach seinem letzten Auftritt im Trikot der deutschen Nationalmannschaft, in der HSV-Offensive tolle Anspiele, unter anderem auf Stefan Schröder, der das 13:11 markierte (22.). Durch eine Serie von vier Treffern ohne Gegentor konnten die Gäste jedoch ihrerseits auf 15:13 davon ziehen (26.). Trotz der fünften Unterzahlsituation der ersten Hälfte schaffte der HSV in der Schlussminute den erneuten Ausgleich. Das 15:15 sollte auch das Halbzeitergebnis sein.
Entscheidung in der Schlusssekunde zu Gunsten der Gäste
Auch in der zweiten Hälfte nahm das Spiel schnell Fahrt auf. Am ausgeglichenen Ergebnis änderte sich indes nichts. In der 36. Minute stand es 18:18. Zwar hatten beide Teams jeweils die Chance, mit mehr als einem Tor in Führung zu gehen, doch auch nach 41 Minuten blieb es beim 22:22. Für den THW Kiel traf in dieser Phase ausnahmslos Nikola Karabatic. Der Franzose brachte sein Team unter anderem mit 24:22 (44.) in Führung. Auch nachdem der HSV Handball durch Torsten Jansen den 24:24-Ausgleich erzielt hatte (47.), traf der Welthandballer bis zum 26:25 aus Kieler Sicht allein für sein Team (48.). Doch auch diesen Vorsprung egalisierte der HSV Handball (27:27, 49.) und konnte in Überzahl selbst ein 29:27 vorlegen (51.). Johannes Bitter lief zur Hochform auf und parierte nacheinander gegen Nikola Karabatic und gegen Dominik Klein (54.), so konnten die Gastgeber ihre Führung in der spannenden Schlussphase weiter behaupten. In eigener Unterzahl setzte Karabatic den Ball beim Stand von 30:32 aus THW-Sicht zudem an den Pfosten, doch im Gegenzug scheiterte auch Arne Niemeyer an Thierry Omeyer (57.). Dennoch lag der HSV auch nach 58 Minuten mit 33:31 vorn. Erst in den Schlussminuten glich Filip Jicha zum 33:33 aus (60.). Der letzte Angriff gehörte ebenfalls den Gästen, die bei abgelaufener Uhr nach Foul an Henrik Lundström noch einen Siebenmeter zugesprochen bekamen. Buchstäblich in letzter Sekunde erzielte Jicha somit von der Strafwurflinie den 34:33 Siegtreffer für den Tabellenführer. Bester Werfer des Nordschlagers war Nikola Karabtic mit zwölf Treffern für den THW Kiel, Pascal Hens erzielte für den HSV zehn Tore. Die Kieler bauen somit ihren Vorsprung an der Spitze der TOYOTA HBL weiter aus, während der HSV sich erstmals in dieser Saison in einem Heimspiel geschlagen geben muss.
HSV Hamburg: Bitter (12/1 Paraden, 1.-26., 46.-60.); Sandström (7 P., 26.-46.);
Hens 10, Lackovic 6, Niemeyer 5, B. Gille 4, Schröder 4, Jansen 3, Lindberg 1/1, Flohr, Velyky, Torgovanov, Grimm, Grundsten n.e.
THW Kiel: Omeyer (14/1 P., 1.-53., 55.-60.); Palicka (1 P., 53.-55.);
Karabatic 12/3, Jicha 7/3, Zeitz 5, Andersson 4, Ahlm 3, Klein 2, Lövgren 1, Lundström , Lund n.e., Anic n.e., Kavticnik n.e., Wessig n.e., Weltgen n.e.
Siebenmeter: 1/2 – 6/8 (Lindberg scheitert an Omeyer – Bitter pariert gegen Lövgren, Karabatic wirft an die Latte)
Zeitstrafen: 7 – 4 (Torgovanov 2x, Flohr 2x, Lackovic, B. Gille, Schröder – Andersson, Klein, Jicha, Palicka)
Schiedsrichter: Lars Geipel / Marcus Helbig (Steuden/Landsberg)
Spielfilm: 0:1 (1.), 0:2 (2.), 1:2 (2.), 1:4 (3.), 2:5 (4.), 4:5 (6.), 6:7 (9.), 9:7 (15.), 9:9 (18.), 11:11 (20.), 13:11 (22.), 13:15 (26.), 15:15 (30.) – 16:15 (31.), 16:16 (31.), 18:18 (36.), 22:22 (42.), 22:24 (44.), 24:24 (47.), 25:25 (47.), 25:27 (48.), 29:27 (51.), 32:30 (56.), 33:31 (59.), 33:34 (60.)
Stimmen zum Spiel:
Martin Schwalb (Trainer HSV Hamburg): „Das Ergebnis ist für uns schon bitter. Wir haben für diese Partie alles Menschenmögliche getan, die Mannschaft hat zum Teil in einer ganz neuen Aufstellung gespielt. Ich muss unserem Rückraum ein riesiges Kompliment für die Leistung machen, auch Stefan Schröder hat in der Schlussphase von Außen tolle Tore erzielt. Hamburg kann sehr stolz darauf sein, was die Mannschaft und die Fans hier heute geleistet haben. Wir gehen als sehr unglücklicher Verlierer vom Feld, aber wir treffen in dieser Saison ja vielleicht noch ein paar Mal auf den THW, und dann sieht das Ergebnis womöglich anders aus.“
Martin Schwalb zum Comeback von Oleg Velyky: „Oleg war nicht in vollem Maße spielfähig, das hat man auch gesehen. Aber in einer schwierigen Situation hat er sich der Mannschaft zur Verfügung gestellt, weil wir sonst heute auch nur vier Rückraumspieler hätten aufbieten können. Er hat in den Minuten, in denen er gespielt hat, tolle Anspiele gezeigt, und das wird er hoffentlich noch in vielen weiteren Spielen zeigen können. Sein Einsatz war auch ein Zeichen, dass alle in diesem Verein zusammen arbeiten, um den maximalen Erfolg zu erreichen.“
Alfred Gislason (Trainer THW Kiel): „Das waren heute schwierige Bedingungen, aber meine Mannschaft hat einen großen Kampf geliefert. Das musste sie auch, denn der HSV hat ein super Team. Ich bin besonders stolz über diese zwei Punkte, auch wenn wir zum Schluss etwas Glück hatten, aber wir haben auch bis zur letzten Sekunde gekämpft.“
Andreas Rudolph (Präsident HSV Hamburg): „Wir haben heute gesehen, wie schön Handball sein kann. Mein Kompliment gilt dem THW Kiel, der heute trotz des Drucks, der auf dieser Mannschaft lastet, eine Top-Leistung gezeigt hat. Wir wünschen uns alle, dass die Themen, die außerhalb des rein Sportlichen stehen, so schnell wie möglich, endgültig und eindeutig, Aufklärung finden. Von unserer Seite werden wir alles dafür tun, dass der Handball keinen weiteren Schaden erleidet.“
Oleg Velyky (Spielmacher HSV Hamburg): „Auf dieses Gefühl habe ich sehr lange gewartet. Ich habe mich riesig gefreut, in dieser Halle und vor diesen Fans, spielen zu können und hoffe auf viele weitere Auftritte für den HSV. Natürlich geht man nie gern als Verlierer vom Platz und wünscht sich in jedem Spiel einen Sieg, aber die Mannschaft hat heute eine sehr gute Leistung gezeigt, auf der wir aufbauen können.“
Notizen zum Spiel:
- Das Vorspiel zwischen dem HSV-Juniorteam C und dem BSV Buxtehude endete 29:29 (15:14).
- Pascal Hens erhielt vor dem Anpfiff des Spitzenspiels für sein 200. Spiel im HSV-Trikot, am vergangenen Mittwoch bei GWD Minden, von Präsidiumsmitglied Dieter O. Jost einen Blumenstrauß überreicht.
- Torsten Jansen erzielte mit dem 8:7 (13.) seinen 750. HBL-Treffer für den HSV Handball.
- 15.03.09 - Der umjubelte Auftritt des Oleg Velyky
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