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01.03.09 EHF CL: Erste Niederlage für den HSV

Schwalb-Team verliert 24:27 (9:16) bei Portland San Antonio
Der HSV Handball muss bei Portland San Antonio die erste Niederlage der laufenden EHF CL-Spielzeit hinnehmen. Vor 2.600 Zuschauern im Pabellon Universitario von Pamplona unterlagen die Hamburger 24:27 (9:16) und verpassen vorerst die endgültige Qualifikation für das Viertelfinale der europäischen Königsklasse. Die Gastgeber erhalten sich durch den Sieg ihrerseits die Chance auf die Runde der letzten acht Mannschaften. Bester Werfer der Partie war Torsten Jansen mit acht Treffern. Das Team von Trainer Martin Schwalb hat nun am kommenden Mittwoch, 4. März, gegen Chehovskie Medvedi die nächste Chance, den Sieg in der Gruppe 1 perfekt zu machen.
Deutliche Halbzeitführung für Portland San Antonio
Der HSV Handball reiste mit personellen Sorgen nach Spanien an: Sowohl Marcin Lijewski fehlte nach einer Meniskus-Operation als auch sein Bruder Krzysztof. Der 25-Jährige laboriert an einer Innendbandverletzung am rechten Sprungelenk und wird seinem Team voraussichtlich sechs Wochen lang fehlen. Eine Operation ist indes nicht notwendig: Die Behandlung wird nach Rücksprache mit dem Sprunggelenks-Spezialisten Dr. Kai-H. Olms aus Bad Schwartau konservativ vorgenommen. Den verwaisten rechten Rückraum übernahmen in der ersten Halbzeit zunächst Bertrand Gille und Hans Lindberg im Wechsel. Zum Auftakt vor 2.600 Zuschauern im Pabellon Universitario traf Pascal Hens zum 1:0 (1. Minute). Es sollte jedoch die einzige HSV-Führung während des gesamten Spiels bleiben. Portland San Antonio drehte das Ergebnis zunächst auf 3:1 (6.), anschließend geriet der HSV Handball in doppelte Unterzahl. Dimitri Torgovanov und Pascal Hens mussten in kurzer Folge auf die Strafbank. Diese Überzahl nutzte Portland, um ihre Führung über 4:1 (7.) auf 6:2 (9.) auszubauen. In der 14. Minute stand es bereits 11:3 für Portland. Ein Garant für die wenigen Gegentore der Gastgeber war Tomas Svensson: Der 41-jährige Keeper, der bis 2005 auch beim HSV Handball im Tor stand, zeigte in Halbzeit acht Paraden. Zwar verkürzte der HSV zwischenzeitlich auf 6:11 (19.), und Johannes Bitter wehrte einen Siebenmeter von Cristian Malmagro ab, doch zur Pause stand ein 16:9-Vorsprung für die spanischen Hausherren zu Buche.
HSV betreibt in Halbzeit zwei erfolgreich Schadensbegrenzung
Diese Führung baute Portland San Antonio in Halbzeit zwei weiter aus. Begünstigt von einem durch Danjel Saric gegen Torsten Jansen abgewehrten Siebenmeter schraubte das Team von Trainer Chichu Villaldea das Ergebnis auf 20:11 (39.). Durch eine Umstellung im rechten Rückraum kam der HSV Handball jedoch nun auch von dieser Position zu Toren: Arne Niemeyer traf zum 12:20 (40.). Zudem zeigte Johannes Bitter im Tor der Hamburger eine gute Leistung und brachte sein Team wieder etwas heran. Torsten Jansen gelang mit dem 14:22 sein 1000. Treffer im Trikot des HSV Handball (46.), Blazenko Lackovic verkürzte drei Minuten später auf 17:24. Zudem fanden die Gäste nun immer wieder Lücken auf der rechten Seite der Portland-Defensive. Torsten Jansen hatte so bis zum 20:25 (52.) sieben der zehn HSV-Treffer in Durchgang zwei markieren können. Am Ende avancierte der Linksaußen mit acht Treffern sogar zum besten Werfer des Spiels. Nach einer Zeitstrafe gegen Portlands Lars Jörgensen gelang es Bertrand Gille erstmals seit der Anfangsphase, den Rückstand seines Teams auf drei Treffer zu verkürzen (22:25, 57.). Diesen Vorsprung retteten die Gastgeber allerdings über die Zeit: das Endergebnis lautete 27:24 für Portland San Antonio. Der HSV Handball verpasst es somit, vorzeitig den Sieg in der Gruppe 1 perfekt zu machen, kann dies allerdings im Heimspiel gegen Chehovskie Medvedi am kommenden Mittwoch nachholen. Die Teilnahme an der Runde der letzten acht Mannschaften in der EHF Champions League ist dem Schwalb-Team allerdings nur noch theoretisch und durch eine sehr hohe Niederlage gegen den russischen Meister zu nehmen.
Portland San Antonio: Svensson (12 Paraden, 1.-51.); Saric (4/1 P., 51.-60.);
Hernández 6, Jakobsen 5/1, Kjelling 4/1, Malmagro 3/1, Perez 3, Urdiales 3, Mindeguia 1/1, Jörgensen 1, Nikolic 1, Ruesga, Crowley n.e., Masachs n.e.
HSV Hamburg: Sandström (1 P., 1.-11.); Bitter (18/1 P., 11.-60.);
Jansen 8, B. Gille 5, Lackovic 5, Torgovanov 2, Hens 2, Niemeyer 1, G. Gille 1, Schröder, Flohr, Grimm, Grundsten, Lindberg
Siebenmeter: 4/5 – 0/1 (Bitter hält gegen Malmagro – Jansen scheitert an Sarci)
Zeitstrafen: 2 – 4 (Hernandez, Jörgensen – Torgovanov 2x, Hens, Schröder)
Schiedsrichter: Thierry Dentz / Denis Reibel (Frankreich)
Spielfilm: 0:1 (1.), 4:1 (7.), 4:2 (8.), 9:2 (12.), 9:3 (12.), 11:3 (14.), 11:6 (19.), 13:6 (22.), 13:8 (24.), 16:8 (29.), 16:9 (30.) – 16:10 (32.), 17:11 (35.), 20:11 (39.), 20:13 (41.), 22:13 (44.), 23:14 (46.), 23:16 (47.), 25:18 (50.), 25:22 (57.), 27:24 (60.)
Stimmen zum Spiel:
Martin Schwalb (Trainer HSV Hamburg): „Glückwunsch an Portland zum Sieg, den sie sich in der ersten Halbzeit redlich verdient haben. Sie waren aggressiver, viel mehr auf dem Platz als wir. Speziell in der Abwehr haben wir uns ohne Ball zu schlecht bewegt, im Angriff haben wir keine Mittel gefunden. Die zweite Halbzeit ging dann wenigstens an uns, die Abwehr stand besser und wir konnten Portland zu einigen Ballverlusten zwingen. Das Ergebnis geht so in Ordnung, Glückwunsch noch einmal an Portland.“
Chechu Villaldea (Trainer Portland San Antonio): „Ich hoffe sehr, dass Hamburg uns am Mittwoch den Gefallen tut und gegen Moskau gewinnt, damit wir noch eine Chance aufs Viertelfinale haben. In der ersten Halbzeit haben wir super gespielt, mit einem fantastischen Tomas Svensson im Tor. In der zweiten Halbzeit haben wir dann auch physisch ein wenig abgebaut, und man hat die Qualität von Hamburg gesehen. Ich bin insgesamt sehr zufrieden mit dem Auftritt meines Teams.“
Tomas Svensson (Torhüter Portland San Antonio): „Ich bin sehr zufrieden mit unserer Leistung. Wir wussten, dass es heute eine schwere Aufgabe gegen ein sehr gutes Team werden würde, auch wenn der HSV durch den Ausfall der Lijewski-Brüder geschwächt war. Für uns ging es aber um alles, und wir haben dementsprechend eine super Leistung gezeigt.“
Johannes Bitter (Torhüter HSV Hamburg): „Wir sind sehr enttäuscht. Es hat bei uns an allem gefehlt, die erste Halbzeit war eine Katastrophe. Wir haben viel zu viele Fehler gemacht, außerdem hat man schon gemerkt, dass die Lijewski-Brüder heute gefehlt haben. In der zweiten Halbzeit haben wir dann das Maximum herausgeholt. Am Mittwoch gibt es jetzt die Chance, den Sack zuzumachen.“
Notizen zum Spiel:
- Torsten Jansen gelang mit dem 14:22 (46.) sein 1000. Pflichtspieltreffer für den HSV Handball.
- Das 13:20 bedeutet bereits Jansens 100. Saisontreffer.
- Der HSV Handball kehrt am Montagnachmittag aus Spanien zurück. Um 13.00 Uhr hebt das Team um Trainer Martin Schwalb vom Flughafen Bilbao ab und landet, nach Zwischenstopp in Frankfurt am Main, um 17.45 Uhr in Hamburg.
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