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20.02.11 EHF MCL: Knappe Niederlage gegen MAHB

HSV Handball verliert gegen Montpellier HB mit 27:28 (11:13)

Der Start in die VELUX EHF Men’s Champions League nach der WM-Pause ist dem HSV Handball nicht geglückt: Gegen Montpellier Agglomération HB musste das Team von Trainer Martin Schwalb eine 27:28 (11:13)-Niederlage verbuchen. Damit bleiben die Hamburger weiterhin auf Rang drei der Gruppe B und weisen nach dem achten Gruppenspieltag neun Zähler auf. Vor 4.086 Zuschauern in der ausverkauften Sporthalle Hamburg lieferten sich beide Teams von Beginn an ein heißes Duell: In einer kämpferischen und körperbetonten Partie ging es immer wieder über Einstand. Am Ende war für die Hamburger die Zeit zu knapp und das Team von Martin Schwalb verliert mit 27:28. Zum erfolgreichsten Werfer beim HSV wurde Marcin Lijewski mit sechs Toren, Montpelliers Mladen Bojnovic erzielte neun Treffer.

Hartumkämpfte Halbzeit geht an die Gäste

Vor 4.086 Zuschauern in der ausverkauften Sporthalle Hamburg gerieten die Gastgeber zunächst einmal in Rückstand. Gleich in den ersten Minuten spielten die Gäste aus Frankreich mit vollem Körpereinsatz munter auf und setzten sich unter anderem durch drei verwandelte Strafwürfe mit 6:1 (9. Minute) ab. Der vierte Siebenmetererfolg blieb ihnen indes verwehrt, denn in der 4. Minute parierte Johannes Bitter gegen Vid Kavticnic, der jedoch im Nachsetzen traf. Auf den frühen Rückstand reagierten die Hamburger prompt und stellten die offensive 3-2-1-Abwehr auf ein 6-0-System um. Mit der defensiveren Variante hatten die Hamburger den französischen Meister nun besser im Griff. Durch Gegenstöße und druckvolleres Aufbauspiel kämpften sich die Gastgeber so auf 4:6 heran. Dabei zeigte sich Stefan Schröder auf Rechtsaußen effektiv: Das dritte HSV-Tor durch Pascal Hens (12.) bereitete der Rechtsaußen im Gegenstoß vor, anschließend netzte er selber ein (13.). Die Partie zeichnete sich durch körperliche Härte aus. Beide Teams gingen in der Offensive voll zur Sache. Seinen siebten und achten Treffer erzielte Montpellier ebenfalls durch Strafwürfe (4:8, 15.), die folgenden Zwei-Minuten-Strafen für die Gäste nutzte der HSV jedoch für den Anschluss (6:8, 18.). Die Hamburger nahmen den Kampf an und es entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe, bei der die Franzosen die Nase jedoch stets leicht vorn hatten. Die Hamburger zeigten sich engagiert und beherzt. So blieb den Gastgebern in den letzten Sekunden auch der Schlusstreffer der ersten Hälfte. Kurz vor dem Abpfiff schraubte sich Pascal Hens in die Höhe und erzielte den Halbzeitstand von 11:13 (30.)

Montpellier entscheidet Duell um Gruppenplatz zwei für sich

Aus der Kabine heraus konnte die Hamburger einem Blitzstart in Halbzeit zwei verbuchen: Gleich im ersten Angriff erzielte Marcin Lijewski aus dem Rückraum heraus das 12:13 (31.), Domagoj Duvnjak und Torsten Jansen legten anschließend im Gegenstoß nach und machten die erste Hamburger Führung perfekt (14:13, 35.). Der Kampf hatte weiterhin Bestand: Die Spieler setzten ihren Körper voll ein, diverse Zeitunterbrechungen aufgrund kleinerer Blessuren blieben somit nicht aus. Auch Domagoj Duvnjak schonte sich nicht. Der Kroate nahm den Zweikampf an und erzielte in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit einer listigen Körpertäuschung das 16:16 (39.). Die Tore fielen nun abwechselnd auf beiden Seiten. Der HSV bewies immer mehr Spielwitz und tanzte seinen Gegner zum Teil mit Pass- und Körpertäuschungen aus. Neben harterkämpften Treffern, gelangen den Hamburgern nun auch schön herausgespielte. Montpellier legte immer wieder vor, der HSV zog direkt nach. So verlief die Partie weiter vom 19:19 (44.) bis zum 24:24 (53.), als sich wieder Domagoj Duvnjak mit Selbstvertrauen zeigte, sich durch die Abwehr tankte und den Ball in den Winkel netzte. Die Stimmung in der Arena kochte nun immer mehr hoch, je mehr sich das Spiel dem Ende neigte. Montpellier blieb stets in Front, der HSV legte nach. Kurz vor dem Schlusspfiff traf  Michael Guigou mit dem zehnten Strafwurf zum 28:27 (59.). Dem HSV blieb am Ende nur noch Zeit für den Ausgleich, doch der Ball landete mit einem Fehlpass im Aus. Am Ende mussten sich die Hamburger so mit 27:28 (11:13) dem französischen Rekordmeister geschlagen geben.

HSV Handball: Bitter (16/1 Paraden, 1.-60.); Sandström (für drei Siebenmeter eingesetzt);
M. Lijewski 6, Hens 5, Schröder 4, Duvnjak 4, Lindberg 3/2, Vori 2, Kraus 1, Jansen 1, B. Gille 1, Flohr, G. Gille, Schliedermann n.e.,

Montpellier Agglomération HB: Stochl (19 P., 1.-60.); Robin n.e.; Andry n.e.;
Bojinovic 9/5, Accambray 5, Guigou 4/3, Kavticnic 4/1, Hammed 3/1, N. Karabatic 2, Juricek 1, Tej, L. Karabatic, Dipanda n.e., Honrubia n.e., Grebille n.e.,

Siebenmeter: 2/4 – 10/11 (Lindberg und Kraus scheitern an Stochl – Bitter pariert gegen Kavticnic)

Zeitstrafen:  1 – 4 (Kraus – N. Karabatic 2x, Kavticnic, L. Karabatic)

Schiedsrichter: Gjorgji Nachevski / Slavco Nikolov (MKD)

Spielfilm: 1:3 (4.), 1:3 (4.), 1:6 (9.), 4:6 (13.), 4:8 (15.), 6:8 (18.), 6:9 (19.), 7:9 (22.), 7:10 (22.), 8:10 (25.), 8:12 (27.), 10:12 (29.), 10:13 (30.), 11:13 (30.) – 14:13 (35.), 15:14 (37.), 15:16 (39.), 16:17 (40.), 17:18 (41.), 18:19 (45.), 19:19 (44.), 20:20 (47.), 21:21 (47.), 21:22 (48.), 22:23 (50.), 23:24 (52.), 24:25 (54.), 26:26 (56.), 26:27 (58.), 27:27 (58.), 27:28 (50.)

Stimmen zum Spiel:

Martin Schwalb (Trainer HSV Handball): „Wir sind nur sehr schwer in die Partie gekommen. In der ersten Halbzeit haben wir uns mit Hängen und Würgen auf Schlagdistanz gehalten. Da wussten wir schon, dass wir keinen guten Tag erwischt haben und dass es schwer werden würde. In der zweiten Halbzeit habe ich uns auf Augenhöhe gesehen. Da hätten wir die Partie drehen können. Wir haben aber einige blöde Gegentore bekommen und ein paar Würfe genommen, die wir nicht hätten nehmen dürfen. Dafür haben wir Chancen ausgelassen, die wir hätten nutzen müssen. So ist die Niederlage das logische Ergebnis. Glückwunsch an Montpellier.“

Patrice Canayer (Trainer Montpellier HB): „Das Hinspiel hatten wir die ganze Zeit im Hinterkopf, das hatten wir versaut. Darum haben wir alle Energie in dieses Rückspiel gelegt und sind jetzt doppelt glücklich über den Sieg.“

Bertrand Gille (Kreisläufer HSV Handball): „Es gab einige Schlüsselszenen im Spiel, die wir nicht zu unseren Gunsten drehen konnten. Außerdem haben Bojinovic und Stochl heute einen Sahne-Tag erwischt. Die Niederlage tut weh, aber wir gucken nach vorn. “

Vid Kavticnic (Rückraumspieler Montpellier HB): „Wir haben richtig gut angefangen und mit unserer Abwehr haben wir Hamburg aus dem Konzept gebracht. Aber auch im Angriff haben wir richtig gut gespielt. Das waren die Schlüssel zum Sieg. “

Notizen zum Spiel:

  • Marcin Lijewski erzielte beim 2:6 (9.) sein 100. Champions League-Tor für den HSV.
  • Stefan Schröder erzielte ebenfalls seinen 100. HSV-Europapokal-Treffer, und zwar beim 6:8 (18.).
  • Pascal Hens traf beim 19:19 (44.) zum 100. Mal in dieser Saison für den HSV.

Tabelle

2 Flensburg-H. 53 : 11 +139
3 Berlin 48 : 14 +122
4 Hamburg 47 : 17 +108
5 R-N Löwen 44 : 20 +83
6 Magdeburg 39 : 27 +48

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