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03.04.09 EHFCL: Trotz dramatischer Niederlage im 1/2-Finale

Der HSV Handball setzt sich im rein deutschen Champions League-Viertelfinale knapp gegen die SG Flensburg-Handewitt durch und steht als erstes Team im Halbfinale. Die Hamburger verloren zwar im Rückspiel mit 29:31 (13:15), konnten jedoch dank eines voran gegangenen 28:25-Auswärtssieg in Flensburg den Halbfinaleinzug feiern. Die 12.257 Zuschauer in der Color Line Arena sahen eine vor allem in der Schlussphase dramatische Partie, in der der HSV zwischenzeitlich einen Sechs-Tore-Rückstand überstehen musste. Bester Werfer der Partie war Flensburgs Oscar Carlen mit zehn Treffern. Bertrand Gille war für sein Team sieben Mal erfolgreich. Dem HSV Handball gelingt somit bei seiner zweiten Teilnahme an der EHF Champions League auch die zweite Qualifikation für das Halbfinale. Wer sich neben dem HSV für die Vorschlussrunde der EHF Champions League qualifizieren kann, entscheidet sich in den weiteren Viertelfinal-Spielen am Wochenende.
Knappe Flensburger Führung zur Pause
Die Gäste hatten vor 12.257 Zuschauern in der Color Line Arena den besseren Auftakt. Der Flensburger Rückraum mit Oscar Carlén, Thomas Mogensen und Lasse Boesen warf ein 6:2 für die SG heraus (7. Minute). Nach zehn Minuten kehrte Guillaume Gille, nach einer dreiwöchigen Verletzungspause, ins Team des HSV zurück. Mit seinem Kapitän und einer nun sicher stehenden Defensive glichen die Gastgeber nach einer Viertelstunde erstmals aus (7:7). In einer umkämpften ersten Halbzeit setzten sich die Flensburger jedoch erneut auf drei Tore ab (12:9, 22.). Beim HSV war es jetzt vor allem Krzysztof Lijewski, der das Spiel an sich riss und selbst auf 12:13 verkürzte (26.). Per Sandström parierte anschließend einen Siebenmeter gegen Lars Christiansen und Hans Lindberg glich im Gegenzug erneut aus (13:13, 28.). Dennoch konnten die Gäste, auch dank ihres Keepers Dan Beutler, mit einer 15:13-Führung in die Pause gehen.
Entscheidung für Hamburg fällt in dramatischer Schlussphase
Obwohl Torsten Jansen nach Wiederanpfiff schnell der 15:15-Ausgleich gelang (33.), kamen die Gäste in Halbzeit zwei besser ins Spiel. Binnen zehn Minuten legte die Mannschaft aus Flensburg sechs Tore vor. Während dem HSV nach dem 17:19 (38.) kein Tor mehr gelang, da das Team wiederholt an Beutler scheiterte, erhöhten die Gäste auf 23:17 aus eigener Sicht (43.). Bis neun Minuten vor dem Schlusspfiff hielt Flensburg eine Vier-Tore-Führung (28:24). Und mit seinem Treffer zum 29:24 sorgte Per Carlen dafür, dass der HSV nun höchstens noch mit zwei Toren Unterschied verlieren durfte (53.), um nicht aus der Champions League auszuscheiden. In der Schlussphase tat das Schwalb-Team alles, um den Einzug ins Halbfinale doch noch sicher zu stellen. Mit einer offensiven Deckung nahm der HSV den Flensburger Rückraum aus dem Spiel, und Bertrand Gille gelang das 27:29 (56.). In den an Spannung nicht zu überbietenden Schlussminuten ging Flensburg erneut mit 31:27 in Führung (58.), doch der HSV konterte auf 29:31 (60.). Die letzten Sekunden spielten die Gäste in doppelter Überzahl, Blazenko Lackovic musste auf die Strafbank, Lasse Boesen zog das Torhüterleibchen über. In der Fünf-gegen-Sieben-Unterzahl eroberte jedoch Hans Lindberg für den HSV den Ball und sicherte seinem Team, trotz der Niederlage, so den Halbfinal-Einzug. Bester Werfer eines dramatischen Spiels war Flensburgs Oscar Carlén mit zehn Treffern. Für den HSV war Bertrand Gille siebenfach erfolgreich.
HSV Hamburg: Bitter (5 Paraden, 1.-18., 32.-48.); Sandström (6/1 P., 18.-32., 48-60.);
B. Gille 7, K. Lijewski 5, Jansen 5, Lackovic 5, Lindberg 3, G. Gille 3, Hens 1, Schröder, Niemeyer, Flohr, M. Lijewski, Torgovanov
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (17 P., 1.-60.); Meyer n.e.;
Carlén 10, Boesen 5, Svan Hansen 5, Knudsen 4, Mogensen 4, Christiansen 3, Schneider, Heinl, Molsen n.e., T. Johannsen n.e.
Siebenmeter: 1/1 – 2/3 (Sandström pariert gegen Christiansen)
Zeitstrafen: 6 – 6 (Hens, Jansen, K. Lijewski, B. Gille, G. Gille, Lackovic – Carlén 2x, Knudsen 2x, Svan Hansen, Boesen)
Schiedsrichter: Kenneth Abrahamsen / Arne Kristiansen (Norwegen)
Spielfilm: 0:1 (1.), 0:2 (2.), 1:2 (2.), 2:3 (5.), 2:6 (7.), 4:6 (8.), 5:7 (11.), 7:7 (15.), 7:10 (18.), 8:10 (20.), 11:13 (25.), 13:13 (28.), 13:15 (30.) – 14:15 (32.), 15:15 (33.), 15:17 (35.), 16:17 (35.), 16:19 (38.), 17:19 (38.), 17:23 (43.), 19:23 (44.), 25:29 (53.), 27:29 (56.), 27:31 (58.), 29:31 (60.)
Stimmen zum Spiel:
Martin Schwalb (Trainer HSV Hamburg): „Es ist das eingetreten, was wir vermutet haben: Das Hinspiel in Flensburg war erst die erste Halbzeit des Viertelfinales. Wir hatten den Drei-Tore-Vorsprung bitter nötig, Flensburg hat heute super gespielt. Aber auch Kompliment an meine Mannschaft. Wir haben es verdient, bei dem hohen Rückstand schafft es nicht jedes Team, zurück zu kommen. Aber mein Team hat es geschafft, hat auch immer dran geglaubt, genau wie die Fans, die uns immer unterstützt haben.“
Per Carlén (Trainer SG Flensburg-Handewitt): „Für uns ist es vielleicht ein großes Glück, dass wir nicht ins Halbfinale gekommen sind. So haben wir jedenfalls nicht noch mehr Spiele, was uns angesichts unserer Verletztenliste entgegen kommt. Aber was ich sagen muss: Das war Handball. Kampf, Blut, Emotionen – das war Handball in seiner reinsten Form. Unsere Mannschaft hat mit Herz gekämpft, und ich bin stolz auf das Team.“
Per Sandström (Torhüter HSV Hamburg): „Die Zuschauer haben uns wie immer großartig unterstützt. Mit dieser Unterstützung im Rücken haben wir doch noch das Halbfinale erreicht.“
Jacob Heinl (Kreisläufer SG Flensburg-Handewitt): „Hamburg hat natürlich auch super gekämpft. Dass wir die Sechs-Tore-Führung nicht locker nach Hause schaukeln würden, war aufgrund der Stärke des Hamburger Teams klar.“
Notizen zum Spiel:
- Guillaume Gille erzielte mit dem 9:11 sein 750. Pflichtspieltreffer für den HSV Handball (22. Minute).
- Bereits mit dem 1:2 gelang Blazenko Lackovic sein 50. Champions League-Treffer der Saison (2. Minute).
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