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02.05.12 Generalprobe vor dem Lufthansa Final Four missglückt
29:30 (16:17)-Niederlage bei der MT Melsungen
Nach zweiwöchiger Spielpause missglückt dem HSV Handball die Generalprobe vor dem Lufthansa Final Four bei der MT Melsungen. Nach einem umkämpften Spiel müssen sich die Hamburger knapp mit 29:30 (16:17) geschlagen geben. Ohne die Verletzten Oscar Carlén, Johannes Bitter, Bertrand Gille und Stefan Schröder fanden die Hanseaten vor 3.246 Zuschauern in der Rothenbach-Halle in Kassel nicht zu ihrem Spiel, und es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Die Abwehr ließ dem Angriff der MT vor allem am Kreis zu viel Raum und im Angriff wurden einige leichte Torchancen, darunter vier Siebenmeter, vergeben. Dan Beutler im HSV-Tor sowie sein Vorgänger Per Sandström auf Seiten der MT zeigten eine gute Leistung, und waren mit für das knappe Spiel verantwortlich. Bis zur Pause konnte sich keine Mannschaft einen entscheidenden Vorteil verschaffen und mit 16:17 aus Sicht der Gäste ging es in die Kabinen. Auch im zweiten Durchgang blieb die Partie spannend. Kurz vor dem Schlusspfiff lagen die Hansestädter schon mit drei Toren im Hintertreffen, konnten sich aber noch einmal zurückkämpfen. Bei noch zwei zu spielenden Sekunden hatte der HSV noch einen Freiwurf, den Marcin Lijewski im Tor unterbrachte. Die Schiedsrichter entschieden zunächst auf Tor, doch nach Rücksprache mit dem Kampfgericht wurde der Treffer wieder aberkannt und das Spiel mit 30:29 für die MT Melsungen gewertet. Mit acht Toren war Blazenko Lackovic der beste Hamburger Werfer des Abends. Für die MT Melsungen traf Felix Danner elf Mal.
Torreiche erste Hälfte in Hessen
Vor dem Spiel begrüßten Ex-HSVer Per Sandström und seine ehemaligen Mannschaftskollegen sich noch herzlich, bevor die Freundschaft für 60 Minuten pausieren musste. Den besseren Start erwischte der HSV, der durch Blazenko Lackovic mit 1:0 in Führung gehen konnte (1. Minute). Nach dem Ausgleich in Minute vier waren es Igor Vori und Hans Lindberg, die bis zur sechsten Minute auf 3:1 erhöhten. Bis zum 5:3 (8.) blieb es bei der Zwei-Tore-Führung, dann scheiterte Hans Lindberg von der Linie an Per Sandström und die MT konnte in der Folge wieder ausgleichen (5:5, 12.). Das Spiel wurde nun in erster Linie von den Angriffsreihen bestimmt, während die Abwehrarbeit etwas vernachlässigt wurde, und verlief ausgeglichen. Nach einer guten Viertelstunde gingen die Hausherren erstmals mit 9:8 in Führung, nachdem Per Sandström bereits den zweiten Strafwurf von Hans Lindberg parieren konnte. In der 22. Minute drehten die Hanseaten den Spielstand durch Domagoj Duvnjak wieder auf 12:11 zu ihren eigenen Gunsten, doch zwei Minuten später übernahmen erneut die Hausherren mit 13:12 die Führung. Bis zur Pause ging es so weiter. Die Nordhessen legten ein Tor vor und der HSV glich im Gegenzug aus. Dabei brachte der bereits sechste Siebenmeter das Team von Michael Roth mit 16:15 in Front (30.) und dem erneuten Hamburger Ausgleich folgte mit dem Schlusspfiff die 17:16-Halbzeitführung für die MT.
Umkämpftes Spiel mit schlechterem Ende für den HSV
Mit dem ersten Angriff des zweiten Durchgangs erhöhten die Bartenwetzer auf 18:16 (31.), aber zwei HSV-Tore durch Hans Lindberg und Michael Kraus brachten wieder den Ausgleich (18:18, 32.). Beim Stand von 21:19 für Melsungen vergab Michael Kraus zwar den dritten Siebenmeter (37.), aber die Elbstädter ließen sich davon nicht beeindrucken und konnten durch Torsten Jansen und zweimal Hans Lindberg, mit 22:21 in Vorlage gehen (39.). Nach dem wiederum folgenden Ausgleich brachte erneut Torsten Jansen, mit zwei Toren in Serie, sein Team mit 24:22 in Führung (42.). Doch auch diesen Rückstand steckte Melsungen weg und drehte das Spiel, durch einen eigenen 3:0-Lauf, wieder auf 25:24 (46.). Zehn Minuten vor dem Ende erhöhten die Gastgeber auf zwei Tore Vorsprung (27:25) und konnten diesen bis zur 53. Minute, bei 28:26, halten. Nun trat Torsten Jansen von der Linie gegen Per Sandström an, und erneut bleib der Ex-Hamburger Sieger. Nach dem anschließenden 29:26 (56.) versuchte der HSV nochmal alles und wurde zunächst auch belohnt. Zwei Treffer von Hans Lindberg und einer durch Blazenko Lackovic brachten die Hamburger, bei einem Gegentreffer, auf 29:30 heran und die Abwehr erkämpfte sich den Ball. Im darauffolgenden Gegenstoß wurde Hans Lindberg gefoult und die Schiedsrichter stoppten die Uhr bei noch zwei zu spielenden Sekunden und entschieden auf Freiwurf für die Hanseaten. Marcin Lijewski konnte den letzten Wurf im Tor unterbringen, die Unparteiischen gaben das Tor, und der HSV schien, trotz keiner guten Leistung, noch ein Unentschieden erkämpft zu haben. Doch nach einer Rücksprache mit dem Kampfgericht nahmen die Schiedsrichter den Treffer wieder zurück und die MT Melsungen bejubelte ihren 30:29-Erfolg. Der HSV kündigte daraufhin zwar einen Einspruch an, doch der Fokus liegt nun bereits auf dem DHB-Pokal-Halbfinale gegen den THW Kiel, das am kommenden Sonnabend, 5. Mai, um 15.00 Uhr in der O2 World Hamburg angepfiffen wird.
MT Melsungen: Sandström (12/4 Paraden, 1.-60.); Kelentric (n.e.);
Danner 11, Sanikis 5, Vasilakis 5, Schweikardt 5/5, Karipidis 2/1, Fahlgren 1, Vuckovic 1, Månsson, Hildebrand, Schöngarth n.e., Dacevic n.e., Sania n.e.
HSV Handball: Beutler (9 P., 1.-55.); Djordjic (56.-60. );
Lackovic 8, Lindberg 7/1, Flohr 4, Jansen 3, Kraus 2, Lijewski 2, Duvnjak 1, Vori 1, Hens 1, G. Gille, Vugrinec, Schliedermann n.e.
Siebenmeter: 6/7 – 1/5 (Karipidis wirft an die Latte – Lindberg scheitert doppelt an Sandström, Kraus trifft die Latte, Jansen verwirft gegen Sandström)
Zeitstrafen: 5 – 5 (Schweikardt 2x, Danner, Hildebrand, Sanikis – G. Gille 3x, Vori 2x)
Rote Karte: G. Gille (dritte Zeitstrafe)
Schiedsrichter: Lars Schaller / Sebastian Wutzler (Leipzig / Frankenberg)
Spielfilm: 0:1 (1.), 1:2 (5.), 2:4 (7.), 4:5 (11.), 6:6 (12.), 8:8 (15.), 10:9 (18.), 11:12 (22.), 13:13 (24.), 15:15 (29.), 17:16 (30.) - 18:16 (31.), 18:18 (32.), 21:19 (36.), 21:22 (39.), 23:24 (42.), 25:25 (47.), 27:26 (50.), 29:26 (56.), 29:28 (59.), 30:29 (60.)
Stimmen zum Spiel:
Martin Schwalb (Trainer HSV Handball): „Glückwunsch an die MT und natürlich an Scholle. Hut ab, das haben sie gut gemacht und das Tempo immer hoch gehalten. Auch in schwierigen Situationen oder bei Rückständen haben sie nicht aufgesteckt und sind immer zurückgekommen. Aus meiner Sicht hätte der letzte Treffer allerdings zählen müssen. Nichtsdestotrotz hat die MT ein super Spiel gemacht und bei uns hat der eine oder andere seine Leistung nicht gebracht. Darauf konnten wir personell nicht reagieren, was aber keine Ausrede sein soll.“
Michael Roth (Trainer MT Melsungen): „Wenn man den HSV Handball schlagen will, muss schon fast alles passen. Das war heute bei uns der Fall, obwohl einige Spieler angeschlagen waren. Wir hatten einen guten Spielaufbau und ich muss Felix Danner und Grigorios Sanikis sowie Pelle Sandström hervorheben. Das war eine Klasse Leistung, die Moral hat gestimmt und ich muss meinen Hut vor meiner Mannschaft ziehen. Auch wenn nach vorne nichts mehr geht, sind wir überglücklich über den Sieg. Ich hoffe der HSV verkraftet die Niederlage bis zum Wochenende und kann den DHB-Pokal gewinnen. Dafür viel Glück.“
Blazenko Lackovic (Rückraumlinks HSV Handball): „Die Niederlage tut uns richtig weh. Wir wollten alles geben und haben uns auch super vorbereitet. Dann haben wir in manchen Situationen aber einen Schritt zu wenig gemacht und 17 Tore in einer Halbzeit zu kassieren ist inakzeptabel. Die Abwehr hat sich dann zwar besser gefunden, aber die Konzentration hat nicht bis zum Ende gereicht. Dazu kommt etwas Pech mit den Abprallern, die fast alle bei der MT landen, und natürlich die vier vergebenen Siebenmeter.“
Michael Kraus (Rückraummitte HSV Handball): „Nach so einem Spiel ist es natürlich schwer die richtigen Worte zu finden und wir sind sehr enttäuscht. Wir sind ganz gut ins Spiel gekommen, haben dann aber die nötige Aggressivität vermissen lassen und Melsungen hat seine Sache gut gemacht. Die letzte Entscheidung ist natürlich bitter und wir werden sehen, was dabei rauskommt.“
Notiz zum Spiel:
- Der HSV Handball hat einen möglichen Einspruch gegen die Spielwertung angekündigt.
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