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04.03.08 HSV feiert höchsten Sieg der Vereinsgeschichte

In der TOYOTA Handball-Bundesliga setzt sich der HSV Handball deutlich mit 44:17 (19:7) gegen den Wilhelmshavener HV durch. In der mit 3.833 Zuschauern vollbesetzten Sporthalle Hamburg konnte der HSV von Beginn an das Spiel gestalten. Die abstiegsbedrohten Gäste aus Wilhelmshaven lagen zur Halbzeit bereits mit zwölf Toren zurück. In der zweiten Spielhälfte baute der HSV das Ergebnis noch aus und sicherte sich so den höchsten Sieg seiner Vereinsgeschichte. Erfolgreichster Torschütze für die Hamburger war Hans Lindberg mit zwölf Treffern, darunter ein Siebenmeter.
Glanzvolle erste Halbzeit
Terminschwierigkeiten sorgten dafür, dass die Partie gegen den Wilhelmshavener HV ein Spiel ausschließlich für Dauerkartenbesitzer des HSV Handball in der Sporthalle Hamburg wurde. Der Tabellendritte entschädigte seine treuesten Fans nicht nur durch kleine Aufmerksamkeiten wie Schlüsselbänder mit der Aufschrift „Fans des Jahres“ und Popcorn vor dem Anpfiff, sondern auch auf dem Spielfeld. Vor 3.833 Fans spielte sich der HSV Handball in der ersten Halbzeit in einen Rausch. Neun Minuten lang ließen die Gastgeber durch eine aufmerksame und dicht gestaffelte Abwehr kein Tor des Wilhelmshavener HV zu. In der Offensive saß jeder Wurf und so führte der Tabellendritte schnell 3:0 (4. Minute) und verdoppelte dieses Vorsprung bis zur zehnten Spielminute. Die Gäste schienen gegen die dichte HSV-Deckung überfordert, erzielten ihren ersten Treffer erst zum 1:6 (10.), doch Kyung-Shin Yoon antwortete umgehend. Als Hans Lindberg zum 8:1 nachlegte (11.), nahm WHV-Coach Klaus-Dieter Petersen sein Time Out. Doch auch der Wechsel des Torhüters von Jendrik Meyer zu Adam Weiner half den Gästen nicht weiter. Der polnische Nationalkeeper zeigte beim Strafwurf von Kyung-Shin Yoon zum 11:3 keine Reaktion (18.). Der HSV präsentierte sich die gesamte erste Hälfte über spritzig und beweglich und zeigte 48 ½ Stunden nach Abpfiff der EHF Champions League-Partie in Zagreb keine Anzeichen von Ermüdung. Hans Lindberg und Heiko Grimm vergaben zwar zweimal die erste 10-Tore-Führung des HSV, doch Sandström entschärfte jeweils die Gegenangriffe der Wilhelmshavener, so dass Kyung-Shin Yoon in der 23. Minute zum 15:5 traf. Auch in der Schlussphase der ersten Hälfte baute der HSV seine Führung weiter aus, in den letzten beiden Minuten sogar in Unterzahl. Bis zur Pause stand mit dem 19:7 ein Zwölf-Tore-Vorsprung zu Buche. Bester Werfer des ersten Durchgangs war Kyung-Shin Yoon mit acht Treffern, Per Sandström glänzte mit neun Paraden.
Höchster Sieg der Vereins- und Bundesligageschichte
Immer noch in Unterzahl eröffnete Bruno Souza die zweite Hälfte mit dem Tor zum 20:7. Als Adam Weiner in der 35. Minute die erste Parade der beiden WHV-Keeper zeigte, nahm Flohr den Abpraller auf und traf dennoch zum 23:9. Auf der anderen Seite wuchs Per Sandström über sich hinaus: In den ersten neun Minuten der zweiten Halbzeit zeigte der Schwede sechs Paraden. Bruno Souza sorgte mit dem ersten 15-Tore-Vorsprung nur für eine Momentaufnahme (24:9, 37.). Jan Schult stellte mit seinem 27:10 den höchsten Bundesliga-Sieg der HSV Handball-Vereinsgeschichte, im September 2005 gegen die HSG Düsseldorf erzielt (41:24), ein. Auch Youngster Jürgen Müller kam zur Hälfte des zweiten Durchgangs, ein Bruch im Spiel war indes nicht zu erkennen. Der Jugend-Nationalmannschaftskeeper knüpfte nahtlos an die Leistung Per Sandströms an, zeigte in 15 Minuten elf Paraden. Mit diesem Rückhalt erhöhte der HSV Handball in Person von Heiko Grimm auf 22 Tore Vorsprung (35:13, 49.). Nachdem die beiden Schiedsrichter Christoph Immel und Ronald Klein gegen Wilhelmshavens Sven-Sören Christophersen die dritte Zeitstrafe verhängten und infolge dessen die rote Karte zückten (52.), war aus dem Feld nur noch der HSV erfolgreich. Die Gäste trafen lediglich per Siebenmeter zum zwischenzeitlichen 17:40 (56.), den 40. HSV-Treffer erzielte vorher Hans Lindberg. Durch acht Tore in den letzten acht Minuten erzielte das Team von Trainer Martin Schwalb letztlich nicht nur den höchsten Sieg in der Vereinsgeschichte (bisheriger Rekordsieg: 48:22 gegen Portovik Yuzhny im Europapokal der Pokalsieger 2006/07), sondern auch den Bundesliga-Sieg mit der höchsten Tordifferenz überhaupt. Bisher hatte das Spiel des VfL Gummersbach gegen SV St. Georg Hamburg in der Saison 1966/67 mit einem 37:13 den Rekord dargestellt. Das letzte Tor im Spiel war zugleich das schönste: Hans Lindberg traf nach einer 360-Grad-Drehung im Fallen zum 44:17. Der Däne war auch bester Werfer der Partie mit zwölf Toren, davon einem Siebenmeter.
Die Bilder zum Rekord-Spiel finden sich hier.
Stimmen zum Spiel:
Martin Schwalb (Trainer HSV Handball): „Das war für uns eine sehr wichtige Partie. Wir wollten ein Zeichen setzen, und das ist auch das, was ich den Jungs gesagt habe. Sie sollten in allen Bereichen Kampfgeist und Aggressivität zeigen, gegen die Leute gehen und den Gegner in Bewegung bringen. Wir konnten auf dem Feld ein gewisses Maß an Ärger über die letzten Spiele entladen. Aber die Partie gegen Flensburg am Samstag wird eine andere Aufgabe. Es gilt, ein Stück Selbstvertrauen in die Champions League mitzunehmen – nicht mehr und nicht weniger. Heute haben wir nur ein Endspiel gewonnen, aber darüber sind wir sehr froh.“
Peter Krebs (Geschäftsführer HSV Handball): „Ein herrliches Gefühl, was hier heute los war! Das reine Dauerkartespiel war aus der Not geboren, aber es war umwerfend, was von allen geleistet wurde. Unsere Edel-Fans haben mit einer unglaublichen Stimmung ihren Wert für unser Team unterstrichen.“
Kyung-Shin Yoon (Rückraumspieler HSV Handball): „Das war Klasse! Wir haben von Anfang an gekämpft und uns den Sieg erarbeitet. Der Ärger über die letzten Ergebnisse war unsere Motivation. Wir wollten den Fans und uns zeigen, wie wir spielen können. Ich bin sehr froh, dass alle Spieler, auch die jüngeren, am Erfolg ihren Anteil haben. Das war ein sehr überlegenes Heimspiel, am Samstag wird es sicherlich etwas schwerer, doch auch da zählen nur zwei Punkte.“
Jan Schult (Rückraumspieler HSV Handball): „Schön! Bei uns hat alles geklappt, beim WHV nicht so viel. Wir haben von Anfang an Vollgas gegeben und dann ist es leicht, in ein so funktionierendes Team zu stoßen. Was wir heute geleistet haben, ist aber schon überragend.“
Klaus-Dieter Petersen (Trainer Wilhelmshaven): „Natürlich sind wir mit unserer Leistung heute nicht zufrieden. Wir schauen trotzdem nach vorn, weil dies nicht die Punkte waren, die wir holen müssen. Das wollen wir gegen Teams erreichen, die nicht so weit weg sind. Es kommt jetzt darauf an, die Jungs in die richtige Richtung zu steuern und die Niederlage zu begraben. Wie der HSV in den letzten Wochen auch schon festgestellt hat, bliebt nie viel Zeit zu trauern: Wir packen es von neuem an.“
HSV Hamburg: Sandström (15/1 Paraden, 1.-44. Minute); Müller (11 Paraden, 44.-60. Minute); Bitter n.e.;
Lindberg 12/1, Yoon 8/5, Flohr 5, Ursic 5, Schult 4, Grimm 4, B. Gille 3, Souza 2, Hens 1, Lijewski, Torgovanov, G. Gille n.e.
Wilhelmshavener HV: Meyer (4 P., 1.–11., 40.–60. Minute); Weiner (1 P., 11.-40. Minute);
Kelm 3, Rui 3, Ljubanovic 2 Christophersen 2, Gylfason 2, Vucicevic 2, Cehajic 2, Binder 1, C. Köhrmann, Petersen n.e., Bonath n.e.
Siebenmeter: 6/7 – 3/4 (Yoon scheitert an Weiner – Sandström pariert gegen Cehajic)
Strafminuten: 5 – 3 (B. Gille 2x, Torgovanov, Ursic, Flohr – Christophersen 3x)
Rote Karte: Christophersen (WHV, drei Zeitstrafen, 52.)
Spielfilm: 1:0 (2.), 3:0 (4.), 6:0 (9.), 6:1 (10.), 7:1 (10.), 10:1 (14.), 10:2 (15.), 11:3 (18.), 12:5 (20.), 16:5 (24.), 16:5 (25.), 17:7 (28.), 19:7 (30.) – 20:7 (31.), 20:8 (32.), 22:8 (34.), 22:9 (35.), 24:9 (37.), 24:10 (37.), 29:10 (42.), 29:11 (43.), 30:11 (43.), 32:13 (47.), 35:13 (49.), 35:15 (50.), 36:16 (51.), 40:16 (55.), 40:17 (56.), 44:17 (60.)
Notizen zum Spiel:
- Erstmals führte Marek Erhardt für den etatmäßigen Oldie95-Arena-Sprecher Marco Heinsohn, der beruflich verhindert war, durch die Oldie95-Arena-Show. Auch beim EHF Champions League-Spiel gegen die SG Flensburg-Handewitt am Sonnabend, 8. März, wird Erhardt die Anheizer-Rolle übernehmen.
- Bei der Mannschaftsaufstellung des HSV Handball sagte Marek Erhardt auch die Nummer 10, Oleg Velyky, mit an. Das Publikum in der Sporthalle Hamburg skandierte aus voller Kehle den Namen des erneut an Krebs erkrankten Neuzugang des HSV.
- Stefan Schröder, mit Kahnbeinbruch zum Zuschauen verurteilt, agierte als Co-Kommentator für hbl.tv
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