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29.03.08 HSV Handball im DHB-Pokal-Endspiel gegen Kiel
Hans Lindberg erzielte im Halbfinale gegen Nordhorn sieben Tore.
34:32 (16:14)-Sieg im Halbfinale gegen die HSG Nordhorn
Der HSV Handball steht im Finale des Lufthansa Final Four. In der mit 13.000 Zuschauern voll besetzten Color Line Arena setzten sich die Hamburger in einem spannenden Halbfinale gegen die HSG Nordhorn mit 34:32 (16:14) durch. Beste Werfer im HSV-Trikot waren Pascal Hens und Hans Lindberg mit jeweils sieben Toren. Der HSV trifft nun im Endspiel um den DHB-Pokal auf den THW Kiel, der im ersten Semifinale gegen die Rhein-Neckar Löwen mit 38:34 (24:19) die Oberhand behielt. Das Finale wird am morgigen Sonntag um 14.05 Uhr angepfiffen und vom NDR Fernsehen live übertragen.
Enge erste Halbzeit im zweiten Halbfinale
Hochspannung herrschte in der mit 13.000 Zuschauer ausverkauften Color Line Arena beim „Auswärtsspiel“ des HSV Handball im Lufthansa Finale Four gegen die HSG Nordhorn. Die Teams begannen rasant: In der vierten Minute führten die Nordhorner bereits 4:3. Doch dann folgte eine kurze Phase, in der keine weiteren Tore fielen. HSV-Keeper Johannes Bitter brillierte mit drei Paraden, vorne konnten die Hamburger allerdings ihre Chancen nicht nutzen. Erst zwei Treffer von Krzysztof Lijewski sorgten für den 5:5-Ausgleich nach zehn Minuten. In der 12. Minute ging der HSV erstmals in Führung. Kyung-Shin Yoon erzielte das 6:5 per Siebenmeter. Nach dem 8:8 (15.) durch den Nordhorner Bjarte Myrhol zog der HSV durch zwei weitere Tore von Krzysztof Lijewski, der eine starke Leistung bot, auf 10:8 davon (17.). In der 16. Minute hatten die HSV-Fans einen weiteren Grund zum Jubeln: Kapitän Guillaume Gille betrat erstmals nach seiner Ellenbogen-OP das Feld. Die Teams schenkten sich in der engen Partie weiterhin nichts. Immer wieder konnten die Nordhorner die knappe Führung des HSV ausgleichen, so auch zum 14:14 in der 27. Minute. In der Schlussphase wurde es übersichtlich auf dem Feld: Hamburgs Iwan Ursic musste ebenso auf die Strafbank wie die Nordhorner Rastko Stojkovic und Peter Kukucka. In den letzten Minuten vor der Pause zog der HSV auf 16:14 davon (28.), das war auch der Halbzeitstand. Erfolgreichster Werfer für den HSV in Halbzeit eins war Hans Lindberg mit fünf Toren, davon eines per Siebenmeter.
HSV Handball nach 34:32-Sieg im Endspiel
Auch in der zweiten Spielhälfte blieb es weiter spannend. Zweimal konnte Pascal Hens den HSV mit drei Toren in Front bringen (18:15, 32. und 19:16, 34.), aber die HSG ließ sich nicht abschütteln. Vier Minuten blieb der HSV zwischen der 36. und 40. Minute ohne Tor. Das nutzten die nominellen Gastgeber zum 20:20-Ausgleich (39.). Aber ein Doppelschlag von Bruno Souza in der 40. Minute brachte die erneute Zwei-Tore-Führung (22:20) für den HSV. Die kämpferisch starken Niedersachsen glichen durch Rastko Stoijkovic erneut zum 25:25 aus (48.). Nun ersetzte Per Sandström Johannes Bitter im Hamburger Tor. In Unterzahl – Guillaume Gille saß für zwei Minuten auf der Bank – ging der HSV erstmals mit vier Toren in Führung. Der weiterhin glänzend aufgelegte Krzysztof Lijewski erzielte das 30:26 in der 53. Minute. Drei Treffer in Folge brachten die HSG wieder auf 29:30 heran (56.). Der Ein-Tore-Vorsprung der Hamburger hielt bis zum 33:32 in der Schlussminute. 18 Sekunden vor dem Ende der Partie nahm HSV-Coach Martin Schwalb seine letzte Auszeit. Es galt die Führung über die Zeit zu bringen. Den finalen Instruktionen entsprechend setzte Pascal Hens in der letzten Szene des Spiels Iwan Ursic ein, der von der Linksaußen-Position den 34:32-Endstand besorgte. Der HSV Handball steht somit am morgigen Sonntag, 30. März, um 14.05 Uhr im Finale um den DHB-Pokal 2008. Das NDR Fernsehen beginnt seine Übertragung in der Sendung ‚Sportclub live‘ um 14.00 Uhr.
HSG Nordhorn: Gentzel (13 Paraden, 1.-60.); Katsigiannis n.e.;
Glandorf 13, Myrhol 7, Filip 3/1, Machulla 3, Mamelund 3, Sprem 2, Stojikovic 1, Kukucka, Verjans n.e., Kubes n.e., Przybecki n.e., Mickal n.e., Weinhold n.e.
HSV Hamburg: Bitter (9 P., 1.-49.); Sandström (4 P., 49.-60.); Müller n.e.;
Hens 7, Lindberg 7/1, B. Gille 6, Lijewski 6, Yoon 4/2, Souza 2, G. Gille 1, Ursic 1, Torgovanov, Grimm, Schult n.e.
Siebenmeter: 1/1 – 3/5 (Yoon scheitert an Gentzel, Lindberg verwirft gegen Gentzel)
Strafminuten: 5 – 3 (Mamelund, Stoijkovic, Kukucka, Machulla, Myrhol – Ursic, G. Gille, B. Gille)
Spielfilm: 1:0 (1.), 1:1 (2.), 2:2 (3.), 4:2 (3.), 5:3 (8.), 5:5 (9.), 5:7 (12.), 7:7 (15.), 7:8 (15.), 8:9 (16.), 8:10 (17.), 9:11 (20.), 11:11 (22.), 12:12 (25.), 14:14 (27.), 14:16 (28.), 14:16 (30.) - 14:17 (31.), 16:19 (34.), 18:20 (36.), 20:20 (39.), 20:22 (40.), 23:25 (45.), 25:25 (48.), 25:28 (51.), 26:28 (52.), 26:30 (53.), 29:30 (56.), 29:31 (56.), 31:33 (59.), 32:33 (60.), 32:34 (60.)
Zu den Bildern vom Halbfinale hier entlang.
Ola Lindgren (Trainer HSG Nordhorn): „Wir können uns über das Ergebnis nicht beschweren, weil Hamburg in der zweiten Halbzeit immer in Führung lag und wir hinterherjagen mussten. Wir waren in der Abwehr nicht so stark, wie wir gehofft hatten. Aber im Angriff haben wir ein gutes Spiel gemacht. Das hat nur nicht gereicht. Dem HSV wünsche ich viel Glück im Finale.“
Martin Schwalb (Trainer HSV Hamburg): „Über weite Strecken der Partie hatten wir einen leichten Vorsprung, aber in der Abwehr haben wir nicht so agiert, wie wir es uns vorgenommen hatten. Wir hatten Abstimmungsprobleme und deswegen war der Vorsprung wackelig. Die zweite Welle und die Variabilität im Angriff haben uns den Sieg beschert. Wir mussten viel arbeiten, um ins Finale zu kommen. In einem Endspiel kennt man keine Schmerzen. Da muss man dagegen halten.“
Iwan Ursic (Spieler HSV): „Wir müssen uns nun auf uns konzentrieren. Morgen ist ein Endspiel, da werden wir alle hochmotiviert sein. Wenn das los geht, sind die Chancen zu gewinnen 50:50, wie bei jedem Endspiel.“
Guillaume Gille (Kapitän HSV): „Der Ellenbogen ist in Ordnung. Wir freuen uns nun auf ein spannendes Finale morgen.“
Christian Fitzek (Sportlicher Leiter HSV): „Wir haben heute absolute Klasse-Handballspiele gesehen. Das Finale in unserer Heimatstadt zu erreichen, ist uns sehr wichtig. Morgen wollen wir den Fans eine große Partie zeigen.“
Peter Krebs (Geschäftsführer HSV Handball): „Das Traumfinale ist wahr geworden. Die Jungs haben genau da weiter gemacht, wo sie gegen Magdeburg aufgehört haben. Die Mannschaft hat wieder einen unglaublichen Willen, und trotz der ganzen Ausfälle erneut eine Top-Leistung gezeigt. Man darf gespannt sein, was morgen alles möglich ist.“
Notizen zum Lufthansa Final Four:
- Bereits vier Stunden vor dem Spiel trafen sich trotz strömenden Regens 150 Hamburger Fans an der Geschäftsstelle des HSV Handball rund um Getränkewagen der Holsten-Brauerei, um gemeinsam zur Color Line Arena zu ziehen.
- Pascal Hens erzielte mit dem 18:16 in der 34. Minute seinen 200. Saisontreffer.
- Das 23:21 in der 41. Minute durch Krzysztof Lijewski war das 100. Saisontor des polnischen Nationalspielers.
- Das Spiel um Platz drei zwischen den Rhein-Neckar Löwen und der HSG Nordhorn, das ursprünglich am Sonntag um 11:45 Uhr angepfiffen werden sollte, entfällt. Das Team aus Mannheim verzichtete aufgrund von Verletzungssorgen auf eine Austragung. Sollten sich der HSV Handball und der THW Kiel am Ende der Spielzeit in der TOYOTA Handball-Bundesliga für die EHF Champions League 2008/09 qualifizieren, nimmt somit die HSG Nordhorn am Europapokal der Pokalsieger teil.
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