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10.02.08 HSV holt 33:33 (17:13)-Unentschieden in Flensburg

Der HSV Handball ist nach spannendem Kampf mit einem 33:33 (13:17)-Unentschieden in die EHF Champions League-Hauptrunde gestartet. Im Duell der Bundesliga-Topteams zwischen den Hamburgern und der SG Flensburg-Handewitt sahen während der zweiten Halbzeit die Flensburger lange als der sichere Sieger aus. Doch mit einer starken kämpferischen Leistung sicherte sich der HSV in den letzten Sekunden durch einen von Kyung-Shin Yoon verwandelten Siebenmeter das Unentschieden. Beste Werfer der Hamburger waren Kyung-Shin Yoon, Pascal Hens und Guillaume Gille mit jeweils sechs Treffern.
Gäste liegen nach umkämpfter Halbzeit mit vier Toren hinten
Vor 6.300 Zuschauern in der Flensburger Campushalle erwischte der HSV einen guten Start. Keeper Johannes Bitter feierte mit einer Parade gegen SG-Spielmacher Ljubomir Vranjes einen perfekten Einstand. Im Gegenstoß erzielte Bertrand Gille die 1:0-Führung für die Hamburger. Nach drei Minuten musste der Flensburger Europameister Michael Knudsen ausgewechselt werden, mit einer Einblutung im Muskel war das Spiel für den Kreisläufer beendet. Dafür sorgte Blazenko Lackovic für die erste Führung der Gastgeber, die bis zur 14. Minute Bestand hatte. Der HSV hatte in einer umkämpften Partie aber jederzeit eine Antwort parat, blieb dran und ging nach drei Treffern in Folge zur Hälfte der ersten Halbzeit mit zwei Treffern in Führung (8:6, 17.). Dieser Vorsprung konnte infolge von kurzzeitigen Abstimmungsproblemen jedoch nicht gehalten werden. Als die Gastgeber nach 20 Minuten mit 11:10 in Führung gingen, nahm HSV-Trainer Martin Schwalb eine Auszeit. Hatte der HSV-Trainer seine Abwehr schon offensiv beginnen lassen, ließ er sie die SG-Offensive in der Schlussphase der ersten Hälfte noch früher aufnehmen. Nachteil der aggressiven Deckung: Nach 24 Minuten war Bertrand Gille schon mit zwei Zeitstrafen vorbelastet. Infolge dessen feierte Heiko Grimm sein Debut im HSV-Dress. Der Neuzugang rückte nahtlos in den Hamburger Deckungsverbund mit ein und sorgte mit für einen weiterhin engen Spielverlauf. Das Tor von HSV-Kapitän Guillaume Gille zum 13:14 (26.) war jedoch der letzte Hamburger Treffer in Halbzeit eins. Mit drei Toren nacheinander bauten die Flensburger ihre Führung bis zur Pause auf 17:13 aus.
Yoon sorgt für Ausgleichstreffer in den Schlusssekunden
Trotz zweier schneller Tore des HSV nach Wiederanpfiff, die die Hamburger wieder auf zwei Tore heran brachten (15:17, 32.) bot sich die Chance zum erneuten Ausgleich lange Zeit nicht. Es entwickelte sich nun ein schnelles Spiel, in den ersten acht Minuten der zweiten Halbzeit fielen ein Dutzend Tore (23:19, 49). Die schnelle Torfolge resultierte auch aus der ungemein fairen Partie, in der die schwedischen Schiedsrichter Patrick Hakansson und Maths Nilsson nach der Pause nur zwei Zeitstrafen aussprechen mussten. In der 47. Minute bauten die Gastgeber ihre Führung erstmals auf fünf Tore aus. Drei Minuten später mussten die Zuschauer in der ausverkauften Campushalle annehmen, dass Lars Christiansen mit dem 30:24 für die Vorentscheidung gesorgt hatte. Doch durch eine hervorragende kämpferische Leistung kam der HSV in der Schlussphase Tor um Tor heran. Ein stark auftrumpfender Stefan Schröder schloss mit zwei Toren eine Serie von fünf HSV-Treffern ab (29:30, 55.). Kyung-Shin Yoon bot sich sogar die Chance zum Ausgleich, wurde aber abgeblockt. So konnte die SG bis zur letzten Minute wieder eine Zwei-Tore-Führung herstellen (33:31, 60.). In den letzten 50 Sekunden sorgte Kyung-Shin Yoon jedoch zunächst für den 32:33-Anschlusstreffer. Nach einem Ballverlust der Flensburger entschieden die Unparteiischen im Gegenangriff sieben Sekunden vor Schluss noch einmal auf Siebenmeter für die Hamburger. Kyung-Shin Yoon ließ sich diese Chance auf den Ausgleich nicht entgehen und erzielte mit dem 33:33 auch den Endstand in einer überaus spannenden Champions League-Partie.
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (6 Paraden, 1.-20., 37.-60.); Sijan (1/1 P., 20.-37.);
M. Lijewski 6, Nielsen 6, Lackovic 6, Pettersson 4, Vranjes 4, Christiansen 3/1, Mogensen 3, Heinl 1, Knudsen, Johannsen n.e.,
HSV Hamburg: Bitter (9 P., 1.-25., 48.-60.); Sandström (6 P., 25.-48.);
Hens 6, G. Gille 6, Yoon 6/1, B. Gille 5, Schröder 5, Jansen 4, Flohr 1, Lindberg, K. Lijewski, Ursic, Grimm, Souza n.e.
Siebenmeter: 1/1 – 1/2 (Lindberg scheitert an Sijan)
Strafminuten: 3 – 2 (2 x Heinl, Vranjes – 2 x B.Gille)
Spielfilm: 0:1 (1.), 2:1 (4.), 2:2 (5.), 6:6 (14.), 6:8 (17.), 9:9 (19.), 10:10 (20.), 12:10 (22.), 15:13 (27.), 17:13 (30.) – 17:14 (31.), 18:15 (33), 20:16 (35.), 22:19 (38.), 24:20 (41.), 29:24 (49.), 30:26 (53.), 30:29 (55.), 33:32 (60.), 33:33 (60.)I
Hier gibt es die Bilder zum Spiel.
Stimmen zum Spiel:
Martin Schwalb (Trainer HSV): „Das war ein von der ersten Minute an sehr intensiv geführtes Champions League-Spiel. Man hat gesehen, dass beide Mannschaften mit einem Erfolg in die zweite Gruppenphase starten wollten. Mir haben die ersten zehn Minuten meiner Mannschaft sehr gut gefallen, dann hatten wir aber einen Knackpunkt im Spiel und haben zwei leichte Gegentreffer bekommen. Das hat sehr weh getan und damit haben wir die SG auch aufgebaut. In den letzten zehn Minuten haben wir aber gezeigt, was in uns steckt und dass wir bei einem Spitzenteam auch einen solch hohen Rückstand aufholen können. Eine echte Belebung für unser Spiel war Stefan Schröder, der mit seinen Gegenstößen, aber auch in der Abwehr wichtige Akzente gesetzt hat. Wir sind mit dem Punkt sehr zufrieden.“
Kent-Harry Andersson (Trainer SG Flensburg-Handewitt): „So richtig enttäuscht bin ich nicht. Wir haben 50 Minuten richtig gut gespielt. Man hat aber wieder gesehen, dass auch sechs Tore Vorsprung keine Entscheidung sind. Wir mussten nach dem Ausfall von Michael Knudsen mit einer völlig neuen Abwehrformation spielen und haben so einige leichte Tore bekommen. Insgesamt ist das aber ein für beide Seiten verdientes Ergebnis.“
Krzysztof Lijewski (Rückraumspieler HSV): „Die letzten neun Minuten waren besonders wichtig für uns als Mannschaft und für die Zukunft. Wir haben hier einen Punkt gewonnen und vor allem in der Schlussphase mit unserer aggressiven Deckung gut gespielt. Für mich war Stefan Schröder der Mann des Spiels.“
Stefan Schröder (Rechstaußen HSV): „Ich bin überglücklich. Wir lagen schon mit sechs Toren hinten, haben hier aber trotzdem noch einen Punkt entführt. Das ist eine Riesensache!“
Ljubomir Vranjes (Kapitän SG Flensburg-Handewitt): „Natürlich ist es nicht optimal, wenn man mit sechs Toren führt und dann nur Unentschieden spielt. Wir haben 50 Minuten lang gut gespielt, aber das darf nicht passieren. Hamburg hat sicherlich eine gute Mannschaft und wir müssen sehen, was die nächsten Spiele bringen.“
Notizen zum Spiel:
- Vor dem Spiel wurden die bei der Europameisterschaft erfolgreichen Spieler beider Teams geehrt. Bertrand und Guillaume Gille sowie Hans Lindberg bekamen von SG-Manager Fynn Holpert jeweils einen Blumenstrauß überreicht.
- 600 Hamburger Fans machten in der Campushalle ordentlich Stimmung.
- Im zweiten Gruppenspiel gewann HC Croatia Zagreb vor heimischem Publikum gegen Portland San Antonio mit 29:23 (15:12).
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