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22.05.10 Knappe Niederlage im Top-Spiel

Knappe 31:33 (14:15)-Niederlage nach 60 umkämpften Minuten

Der HSV Handball muss im Rennen um die Meisterschaft in der TOYOTA Handball-Bundesliga einen herben Rückschlag hinnehmen. In einem über 60 Minuten hart umkämpften Spiel unterlag der bisherige Tabellenführer dem THW Kiel mit 31:33 (14:15) und fällt somit, vor den letzten zwei Spieltagen, auf Rang zwei zurück. Die Partie in der mit 13.296 Zuschauern randvollen O2 World Hamburg hielt von Beginn an, was sie versprach: Eine herausragende Stimmung sowie einen wahren Handball-Krimi. Erst in den Schlussminuten fiel die Entscheidung zugunsten der Gäste, für die Filip Jicha acht Tore markierte. Den besten Werfer der Partie hatte derweil der HSV in seinen Reihen: Hans Lindberg kam am Ende auf zehn. Die Hamburger weisen nun vor den verbleibenden zwei Spielen (am 28. Mai zuhause gegen die TSV Hannover-Burgdorf sowie am 5. Juni auswärts beim HBW Balingen-Weilstetten) einen Zähler Rückstand auf den neuen Spitzenreiter aus Kiel auf.

Hartumkämpfte erste Halbzeit

In einer Handballatmosphäre, die 13.296 Fans bereits vor dem Anpfiff, unter anderem mit einer Fan-Choreographie über drei Blöcke, auf den Siedepunkt brachten, fiel erst in der dritten Minute der erste Treffer. Daniel Narcisse brachte die Gäste in Führung, die Hans Lindberg jedoch nur Sekunden später per Siebenmeter ausglich (1:1). Der Däne des HSV Handball erzielte die ersten drei Treffer für sein Team. Das spektakulärste Tor der Anfangsphase gelang jedoch Marcin Lijewski zum 4:4 (9. Minute). Gegen die Kieler Deckung fand der Rückraumrechte die Lücke, angelte sich im Sprung einen Abpraller, um ihn noch vor der Landung zu verwandeln. Johannes Bitter startete mit drei Paraden in den ersten zehn Minuten ebenfalls gut in die Partie und wehrte auch den ersten Strafwurf des THW gegen Filip Jicha ab (14.). So entwickelte sich auch weiterhin eine spannende Begegnung, in der sich beide Mannschaften nichts schenkten, aber auf der einen wie auf der anderen Seite auch nicht fehlerfrei agierten. Die Torhüter taten das Ihre zum engen Spielverlauf und standen sich dabei Parade um Parade in Nichts nach. So gingen die Gäste mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Schlussphase der ersten Halbzeit (12:10, 24.), den jedoch wiederum Hans Lindberg per Siebenmeter egalisierte (13:13, 27.). Der designierte Torschützenkönig der TOYOTA HBL war bis zum Pausenpfiff mit sechs Toren auch der erfolgreichste Akteur auf dem Platz. Das letzte Tor in Durchgang eins erzielte dann jedoch der THW Kiel zum 15:14-Halbzeitstand.

THW am Ende mit dem entscheidenden Vorsprung

Das Top-Spiel war auch nach der Pause nichts für schwache Nerven. Die Mannschaften standen in ihren Abwehrreihen stark und boten dem Gegner in den ersten Minuten des zweiten Durchgangs noch weniger Möglichkeiten als zuvor. Und wenn die Offensiven zum Abschluss kamen, konnten sich die Torhüter wiederum ein ums andere Mal auszeichnen. Erstmals im Spielverlauf konnten sich die Gäste mit drei Toren absetzen (19:16, 38.). Zur Schlussviertelstunde verkürzte Hans Lindberg zum 20:22 (45.). Nach der elften Parade von Johannes Bitter legte Domagoj Duvnjak zum 22:23 nach (47.). Der THW konnte allerdings weiter vorlegen (26:24, 50.) und hatte mit dem eingewechselten Peter Gentzel einen weiteren Keeper, der Bälle hielt. Doch auch Jogi Bitter baute nicht ab und verhinderte im Gegenzug, dass Kiel wieder drei Tore vor gehen konnte. Im Gegenzug erzielte Hans Lindberg per Strafwurf den Anschlusstreffer zum 26:27 (54.). Die nächsten beiden Treffer gehörten dann jedoch wieder den Gästen (29:26., 56.). In einem nun offenen Schlagabtausch brachte der HSV für die letzten beiden Minuten einen siebten Feldspieler, handelt sich damit aber das 27:31 ein (58.). Der HSV verkürzte noch einmal auf 29:31 (59.), musste aber letztlich eine 31:33-Niederlage und damit den Verlust der Tabellenführung hinnehmen. Hans Lindberg war in 60 Minuten zehn Mal erfolgreich und damit bester Werfer.

HSV Hamburg: Bitter (14/1 Paraden, 1.-60.); Sandström (für einen Siebenmeter eingewechselt);
Lindberg 10/7, Duvnjak 7, B. Gille 3, K. Lijewski 3, Hens 3, Jansen 2, Lackovic 1, Vori 1, M. Lijewski 1, Flohr, G. Gille, Schröder n.e.

THW Kiel: Omeyer (10 P., 1.-45., 57.-58.); Gentzel (2 P., 45.-57., 58.-60. und für drei Siebenmeter eingewechselt);
Jicha 8, Narcisse 6, Zeitz 5,Sprenger 3, Palmarsson 3, Ilic 3/3, Klein 3, Ahlm 2,Lund, Lundström n.e., Anic n.e., Reichmann n.e.

Siebenmeter: 7/7 – 3/4 (Bitter pariert gegen Jicha)

Zeitstrafen: 3 – 4 (Flohr, Jansen, Vori – Klein, Lund, Zeitz, Narcisse)

Schiedsrichter: Bernd Methe / Reiner Methe (Vellmar)

Spielfilm: 0:1 (3.), 1:1 (3.), 2:2 (4.), 2:4 (7.), 4:4 (9.), 5:5 (10.), 5:7 (15.),7:7 (17.), 8:8 (20.), 8:10 (22.), 9:10 (23.), 12:13 (27.), 13:13 (27.), 14:14 (30.), 14:15 (30.) – 15:15 (32.), 16:16 (33.), 16:19 (38.), 17:19 (39.), 21:23 (46.), 22:23 (47.), 24:25 (49.), 24:26 (50.), 26:28 (56.), 26:29 (46.), 27:29 (57.), 27:31 (58.), 29:31 (59.), 31:33 (60.)

Stimmen zum Spiel:

Martin Schwalb (Trainer HSV Hamburg): „Mein Glückwunsch an den THW. Ich glaube wir haben heute ein sehr unterschiedliches Spiel gesehen. Wir hatten unsere Probleme mit einfachen Würfen, das war der Schlüssel zur Niederlage. Ich habe aber auch gesehen, dass wir alle getan haben, alles probiert haben. Wir zollen dem THW für ihre Leistung Respekt, es wird eine verdiente Meisterschaft. Wir können trotzdem mit unserer Saison ebenfalls sehr zufrieden sein. Die Mannschaft hat eine tolle Entwicklung genommen und einen Titel geholt. Nur heute müssen wir eben anerkennen, dass der THW besser war.“

Alfred Gislason (Trainer THW Kiel): „Ich bin sehr stolz auf unsere Leistung. Wir haben heute zwei klasse Mannschaften gesehen, die alles gegeben haben. Wir hatten gewisse Probleme, weil wir Spieler Pausen geben mussten. Dennoch haben wir die Nerven behalten. Es war eine super Leistung und ich denke wir haben verdient gewonnen. Das sind zwei wichtige Punkte, aber Meister sind wir noch nicht.“

Guillaume Gille (Team-Kapitän HSV Hamburg): „Es ist sehr enttäuschend, dass wir heute verloren haben. Dennoch bin ich stolz auf die Leistung, die die Mannschaft heute und über die gesamte Saison gezeigt hat. Der HSV ist weiterhin präsent und wird auch im nächsten Jahr wieder um den Titel mitspielen.“

Pascal Hens (Team-Kapitän HSV Hamburg): „Wir sind natürlich enttäuscht, dass wir unser Spiel heute nicht so durchziehen konnten, wie wir wollten. Unser Spiel war zu fehlerhaft. Es ist bitter, dass wir uns durch dieses Spiel um eine große Chance gebracht haben.

Notizen zum Spiel:

  • Domagoj Duvnjak erzielte beim 11:12 (25.) seinen 100. Treffer in der HBL.

Tabelle

2 Flensburg-H. 53 : 11 +139
3 Berlin 50 : 14 +127
4 Hamburg 49 : 17 +110
5 R-N Löwen 44 : 20 +83
6 Magdeburg 39 : 27 +48

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