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07.10.11 Noch drei Tage bis zum Nordderby

Polnischer Linkshänder des HSV Handball kämpft sich wieder ran

Fünf Siege und somit zehn Punkte stehen für den HSV Handball vor einem eigenen spielfreien Wochenende in der TOYOTA Handball-Bundesliga in der Bilanz. Nach und nach schieben sich die Hamburger wieder in den oberen Bereich der Tabelle – rechtzeitig vor dem ersten Nordderby der Saison, das somit auch wieder zum Spitzenspiel wird. Das waren die Begegnungen gegen die SG Flensburg-Handewitt in den letzten Jahren immer. Am Dienstag, 11. Oktober, erwartet der HSV Handball die Fördestädter um 20.15 Uhr in der O2 World Hamburg. Ein Profi, der für beide Teams bereits zahlreiche Derbys mitgemacht hat, ist diesmal nicht mit von der Partie: Marcin Lijewski laboriert noch an den Folgen einer Sprunggelenks-Operation, ist jedoch bereits wieder ins Aufbautraining eingestiegen. Zusammen mit Blazenko Lackovic, einem weiteren ehemaligen Flensburger im Hamburger Team, blickt der polnische Nationalspieler voraus:

Blazenko Lackovic: „Motivation für dieses Spiel ist besonders hoch“

hsvhandball.com: Marcin, zwei Wochen sind seit Deiner Operation vergangen: Wie geht es Deinem Fuß?

Marcin Lijewski: Ich kann schon wieder ohne Schiene gehen, sozusagen aus eigener Kraft. Ich habe bei einigen Bewegungen noch Schmerzen, aber ich merke, dass es jeden Tag besser geht und daher mache ich mir keine Gedanken. Im Gegenteil: Ich bin mit der Entwicklung seit der Operation zufrieden, machen jeden zweite Tag Kraftübungen und fühle mich einfach gut. Ich hoffe, dass ich bald wieder bei der Mannschaft sein kann.

hsvhandball.com: Blazenko, auch bei Dir gab es in der letzten Bundesliga-Partie eine Schrecksekunde. Doch trotz Pferdekuss hast Du in der Champions League vier Treffer erzielt. Für das Spiel gegen Flensburg ist die Motivation ebenfalls groß, oder?!

Blazenko Lackovic: Die Motivation für dieses Spiel ist besonders hoch. Zum einen, weil es gegen einen Top-Klub aus der Bundesliga geht, zum anderen, weil es ein echtes Derby ist. Für mich ist es aber auch etwas Besonderes, weil es gegen meine alte Mannschaft geht. Es ist zwar schon lange her, dass ich für Flensburg gespielt habe, aber trotzdem ist es schon ein anderes Spiel als zum Beispiel letzte Woche beim Bergischen HC.

hsvhandball.com: Ihr beide habt schon viele Derbys zwischen Hamburg und Flensburg mit erlebt, auf beiden Seiten. Was macht den Reiz dieser Partien aus?

Marcin Lijewski: Das ist schwer zu sagen. Eigentlich ist ein normales Spiel, mit zwei Toren und einem Ball. Auf der anderen Seite geht es aber natürlich gegen eine Top-Mannschaft und daher ist es auch ein Topspiel. Es ist einfach so: Die Halle ist voll und alle brennen bis in die Haarspitzen.

Blazenko Lackovic: Marcin hat absolut recht, es ist das Spiel zweier Top-Mannschaften, zweier Teams, die immer ganz vorn dran sind. Deshalb ist es ein außergewöhnliches Gefühl und verspricht einfach eine super Stimmung. Da bin ich mir sicher, denn ich kenne beide Fanlager. Andere Gründe sind da schwer aufzuführen.

„Fans spüren bei solchen Spiele die gleiche Chemie wie wir Spieler“

hsvhandball.com: Wie wichtig sind die Fans in solch einem Spiel?

Blazenko Lackovic: Die Fans sind immer wichtig! Besonders wichtig sind sie aber natürlich, wenn es ein besonderes Spiel, ein Top-Spiel ist. Das merken unsere Fans auch, sie spüren bei solchen Spielen glaube ich die gleiche Chemie wie wir Spieler und wir brauchen jeden Fan, jeden Zuschauer!

Marcin Lijewski: Es treffen nicht nur zwei Top-Mannschaften aufeinander, sondern auch zwei der besten Fangruppen der Liga. Unsere Fans sind die besten, aber auch die Flensburg-Fans machen eine gute Stimmung. Das macht dieses Spiel für uns alle auch so interessant. 

hsvhandball.com: Marcin, wie wirst Du das Spiel verfolgen?

Marcin Lijewski: Ich sitze in der Spielerbox, hinter der Bank. Mit unseren anderen Verletzten, Michael Kraus und Oscar Carlén, entsteht da in unserem ‚kleinen Knast‘ schon eine ganz packende Stimmung. Aber wir können das Spiel leider nur beobachten. Wir sehen wie unser Team kämpft, und können selbst nur da sitzt und nicht helfen. Das ist eine ganz andere Sicht, die ich nicht mag. Deswegen will ich ganz schnell wieder zurück kommen.

hsvhandball.com: Blazenko, ihr spielt seit längerem mit nur einem Halbrechten. Du hilfst auf der für Dich ‚falschen‘ Seite zeitweise aus, auf der Marcin fehlt. Ein Nachteil?

Blazenko Lackovic: Natürlich ist es schwer für einen Rechtshänder, einen Linkhänder zu ersetzen. Aber wir kommen insgesamt mit sehr viel Selbstvertrauen aus Constanta wieder. Wir haben da nicht nur eine gute Abwehr gespielt, sondern sind auch im Angriff sehr konzentriert zu Werke gegangen. Renato Vugrinec findet zudem immer besser rein und übernimmt von der halbrechten Seite auch sehr viel Verantwortung. Das ist gut.

hsvhandball.com: Was erwartet Ihr von der Partie am Dienstag?

Marcin Lijewski: Ich erwarte einen sehr schweren Kampf und auf beiden Seiten eine harte Abwehr. Um es auf den Punkt zu bringen: Schweiß, Blut, Tränen und Kampf bis zur letzten Minute – mit dem besseren Ende für den HSV.

Blazenko Lackovic: Ja, zwei gute Abwehrreihen, so viel ist sicher – und ein hohes Tempo. Ich erwarte schnellen Handball zwischen zwei kämpferischen Mannschaften und hoffe natürlich auch auf einen Sieg.

Tabelle

2 Flensburg-H. 53 : 11 +139
3 Berlin 50 : 14 +127
4 Hamburg 49 : 17 +110
5 R-N Löwen 44 : 20 +83
6 Magdeburg 39 : 27 +48

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