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16.04.08 Packendes Spitzenspiel endet 36:36 (19:19)

Das norddeutsche Gipfeltreffen in der TOYOTA Handball-Bundesliga zwischen dem HSV Handball und dem THW Kiel endet 36:36 (19:19) unentschieden. Die 13.115 Zuschauer in der ausverkauften Color Line Arena sahen eine über 60 Minuten packende Begegnung, in der sich kein Team absetzen konnte. HSV-Keeper Per Sandström brillierte mit 19 Paraden, darunter einem gehaltenen Siebenmeter. Bester Werfer des Spiels war der Kieler Filip Jicha, der elf Tore, davon sechs verwandelte Strafwürfe, erzielte. Für den HSV Handball traf Hans Lindberg sechsmal. In der Tabelle der TOYOTA Handball-Bundesliga liegen die Hamburger, weiterhin vier Punkte hinter den Kielern, auf Platz 3.
Handball auf höchstem Niveau
13.115 Zuschauer knüpften in der ausverkauften Color Line Arena an ihre Leistung vom vergangenen Freitag an. Belohnt wurden die Fans mit Handball auf höchstem Niveau über 60 Minuten. Beide Mannschaften begannen die Partie mit schnellem Tempo-Handball: Ein Tor folgte auf das andere. Nach fünf Minuten stand es bereits 5:4 für den HSV. In der 7. Minute kassierten die Hamburger in Person von Dimitri Torgovanov ihre erste Zeitstrafe. Doch auch in Unterzahl traf Krzysztof Lijewski und sorgt so für die 7:6-Führung der Hamburger. Bis zur 18. Minute war es ein offener Schlagabtausch. Der HSV ging in Führung und die Kieler glichen aus. Der erstmaligen Führung der Gäste durch Nikola Karabatic (13:12, 18. Minute) ließen die Kieler zwei weitere Treffer folgen. In dieser Phase des Spiels taten sich die Hamburger mit der agilen Kieler Abwehr schwer. Auch Matthias Andersson, der bereits nach zwölf Minuten Thierry Omeyer im Kieler Tor ersetzt hatte, bot einige Paraden. Die Hamburger bissen sich jedoch durch und kamen wieder heran. Nach einem 17:19 in der 28. Minute erzielte Krzysztof Lijewski sechs Sekunden vor dem Pausenpfiff den 19:19-Ausgleich. Prompt nahm Kiels Trainer Noka Serdarusic seine Auszeit. Doch in den verbleibenden Sekunden fiel kein Treffer mehr, so dass es mit dem verdienten Unentschieden in die Kabinen ging. Erfolgreichster Torschütze für den HSV war in Halbzeit eins Pascal Hens mit fünf Treffern.
Gerechte Punkteteilung in Hamburg
Auch in der zweiten Halbzeit gaben die Teams weiter Vollgas. Heiko Grimm eröffnete den zweiten Spielabschnitt mit der erneuten Führung für den HSV (20:19, 32.). Die beiden Teams auf dem Feld begegneten sich weiterhin auf Augenhöhe. Nur für seine körperbetonte Abwehrarbeit wurde der HSV immer wieder bestraft. Sechs Hamburger wurden von den guten Schiedsrichtern Frank Lemme und Bernd Ullrich auf die Strafbank geschickt. Zudem erhielten die Kieler neun Siebenmeter zugesprochen – von denen sie sieben verwandelten. Für den HSV verwandelte Kyung-Shin Yoon alle drei Strafwürfe. Die zweite Spielhälfte verlief lange Zeit ausgeglichen. In der Mitte der Halbzeit übernahmen die Gäste wieder die Führung (27:26, 43.). Nach 52. Minuten lagen die Hamburger erstmals in der Partei mit drei Treffern zurück (31:34). Binnen zwei Minuten gelang dem HSV durch drei Treffer von Hans Lindberg in Folge jedoch der Ausgleich zum 34:34 (53.). Nun wogte die an Spannung kaum zu überbietende Partie wieder hin und her. Die Stimmung in der Halle war am Siedepunkt. Minutenlang standen die Fans, um ihrem Team den Rücken zu stärken. 20 Sekunden vor dem Ende kam der HSV beim Stande von 36:36 noch einmal in Ballbesitz. Doch die Hamburger brachten das Spielgerät nicht mehr im Kieler Kasten unter. Mit einer gerechten Punkteteilung verabschiedeten sich die Teams von ihren feiernden Anhängern. Bester Werfer einer ausgeglichenen Hamburger Mannschaft war Hans Lindberg mit sechs Treffern. Mit Heiko Grimm, Guillaume Gille, Krzysztof Lijewski, Pascal Hens und Kyung-Shin Yoon erzielten fünf HSV-Akteure jeweils fünf Treffer.
HSV Hamburg: Sandström (19/1 Paraden, 19.-60.); Bitter (6 P., 1.-19.); Müller n.e.;
Lindberg 6, Yoon 5/3, G. Gille 5, Hens 5, Lijewski 5, Grimm 5, B. Gille 2, Ursic 2, Souza 1, Torgovanov, Schult n.e.
THW Kiel: Omeyer (7 P., 1.-12., 39.-60.); M. Andersson (8 P., 12.-39.);
Jicha 11/6, Karabatic 8, K. Andersson 5, Lövgren 3, Ahlm 3, Klein 3, Kavticnik 2, Lund 1, Lundström n.e., Anic n.e., Szilagyi n.e.
Siebenmeter: 3/3 – 7/9 (Andersson wirft über das Tor, Sandström hält gegen Jicha)
Strafminuten: 6 – 3 (Torgovanov, G. Gille, Lijewski, Ursic, Hens, Souza – Karabatic, Andersson, Lund)
Spielfilm: 1:0 (1.), 1:1 (1.), 3:1 (4.), 5:3 (5.), 5:5 (6.), 8:8 (11.), 12:12 (17.), 12:15 (21.), 13:16 (23.), 15:16 (25.), 18:19 (29.), 19:19 (30.) – 20:19 (32.), 20:20 (33.), 23:23 (39.), 26:26 (41.), 26:28 (45.), 27:28 (45.), 29:30 (47.), 31:32 (50.), 31:34 (52.), 34:34 (53.), 35:35 (55.), 35:36 (56.), 36:36 (59.), 36:36 (60.)
Die Bilder zum Spiel finden Sie hier.
Stimmen zum Spiel:
Martin Schwalb (Trainer HSV Hamburg): „Wir trauern ein bisschen, weil wir den letzten Angriff hatten. In den ersten 20 Minuten wurde unglaublicher Handball geboten. Es war atemberaubend. Beide Mannschaften spielten im Angriff auf allerhöchstem Niveau. Allerdings hatten auch beide in der Abwehr Probleme. In der zweiten Halbzeit hat mir die Abwehr wesentlich besser gefallen. Wir hatten aber Probleme mit Abprallern. Daran müssen wir arbeiten. Ein großes Kompliment an die Mannschaft, weil sie immer gefightet hat. Ich glaube, der Ausgang der Partie war gerecht. Die Color Line Arena ist zu einem Handball-Tempel geworden.
Pascal Hens (Spieler HSV Hamburg): „Es war ein Kampfspiel. Wir haben nie aufgegeben. Sogar einen Drei-Tore-Rückstand haben wir wieder aufgeholt. In den letzten Sekunden hatten wir noch die Siegchance, aber das wäre wohl des Guten zu viel gewesen.“
Zvonimir ‚Noka‘ Serdarusic (Trainer THW Kiel): „Für die Zuschauer war es sicherlich ein spannendes Spiel. Für die Trainer war es stressig. Ende der ersten Hälfte haben wir die Führung leichtfertig aus der Hand gegeben und mussten mit einem Unentschieden in die Pause. In der zweiten Hälfte stand das Spiel ständig auf der Kippe. Mit schwarz-weißer Brille trauert man ein bisschen. Die Kulisse war einem WM-Finale würdig. Wir Trainer und Spieler arbeiten dafür, vor so einer Kulisse spielen zu können.“
Notizen zum Spiel:
- Hans Lindbergs Treffer zum zwischenzeitlichen 32:34 (52.) war sein 200 Saisontor. Er legte binnen einer Minute noch zwei weitere Tore nach. Am Ende war er mit sechs Treffern bester Werfer der Hamburger in dieser Partie.
- HSV-Keeper Frank Rost drückte den HSV Handballern live in der Arena die Daumen.
- Das Vorspiel zwischen den HSV Handball Oldies und den Kieler Zebrasprotten entschieden die Hamburger 20:17 (10:10) für sich. Für die Hamburger stand HSV-Präsident Andreas Rudolph die erste Viertelstunde im Tor, dann wechselte er ins Feld. Auf dem Feld wirbelte zudem Ehrenrats-Mitglied Reimund Slany.
- Lucia Stojanovic (5 Jahre), Tochter von HSV-Co-Trainer Goran Stojanovic, trug den von der Deutschen Post AG präsentierten Spielball zum Anwurf.
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