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22.02.11 Punkteteilung in Ostwestfalen

HSV und Lübbecke trennen sich 30:30 (14:15)-unentschieden

Im 250. Bundesliga-Spiel ihres Kapitäns Guillaume Gille kommt das Team HSV Handball beim TuS N-Lübbecke nicht über ein 30:30 (14:15) hinaus. Vor 2.607 Zuschauern entwickelte sich von Beginn an ein spannendes Spiel mit genutzten und vergebenen Chancen auf beiden Seite. In einer hitzigen zweiten Halbzeit konnte sich der HSV zunächst absetzen, die Gastgeber kamen kurz vor dem Ende jedoch zum Ausgleich. Bester Werfer des Spiels war Lübbeckes Arne Niemeyer mit acht Toren, für den HSV traf Igor Vori siebenfach. Durch das erste Remis im 23. Liga-Spiel büßt die Mannschaft von Trainer Martin Schwalb einen Punkt ihres Vorsprungs auf die Verfolger ein, steht jedoch weiter souverän an der Spitze der TOYOTA HBL.

Hin und Her in Hälfte eins

Vor dem gegnerischen Publikum in der mit 2.607 Zuschauern besetzten Merkur Arena brauchten beide Teams einige Zeit um sich einzunorden. Die Führung des HSV fiel erst nach vier Minuten durch Igor Vori, nach zehn Minuten gingen die Gastgeber ihrerseits erstmals in Führung. Die Anfangsphase war jedoch von zahlreichen Fehlversuchen, aber auch Paraden der Torhüter auf beiden Seiten geprägt. Erst jetzt nahm das Spiel Fahrt auf. Hans Lindberg per Siebenmeter, Torsten Jansen und Pascal Hens brachten den HSV neuerlich in Führung (4:2, 13. Minute), der TuS glich nach einer Viertelstunde aus (4:4). In der Folge entwickelte sich eine umkämpfte und rasante Partie, in der es hin und her ging. Lübbecke stellte eine offensive Abwehr und übernahm durch diese Maßnahme erneut die Führung (8:7, 21.). Die Gäste präsentierten sich im Überzahl-Spiel clever und glichen diesen Rückstand nicht nur aus (10:10, 24.), sondern legten zwei weitere Treffer nach (12:10, 26.). Drei Lübbecker-Tore in Folge, zwei davon vom früheren Hamburger Arne Niemeyer, drehten dieses Ergebnis jedoch erneut (13:12, 29.). Das Hin und Her der ersten Hälfte endete auch mit einer knappen Führung der Gastgeber: Beim Stand von 15:14 gingen beide Teams in die Kabinen.

Umstrittene Zwei-Minuten und einen Punkt für beide Teams

Nach der Pause brauchten die Mannschaften anders als im ersten Durchgang keine Anlaufzeit: Bereits in der ersten Minute stellten Igor Vori und Michael Kraus wieder eine HSV-Führung her (16:15). Trotz teilweise doppelter Unterzahl - der bis dato erfolgreichsten Hamburger Werfer Igor Vori sowie Jubilar Guillaume Gille, der in seinem 250. Bundesliga-Spiel die Abwehr seines Teams anführte, mussten auf die Bank - baute Pascal Hens den Spielstand auf 18:15 aus (35.). Durch eine konsequentere Abwehr, einen gut aufgelegten Johannes Bitter im Tor sowie einen zielstrebigeren Vorwärtsdrang baute der HSV den Vorsprung weiter auf 20:16 aus (37.). Doch es blieb weiter spannend: Der TuS gab sich nicht auf und ließen auf den 20:24 Rückstand (43.) den 23:24-Anschlusstreffer folgen (45.). Direkt anschließend erhielt der HSV durch einen umstrittenen Wechselfehler eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Blazenko Lackovic. In Überzahl kam Lübbecke zum erneuten Ausgleich (24:24, 46.). Die Führung verbaute den Gastgebern jedoch Johannes Bitter mit seiner 15. Parade. Im Gegenzug brachte Domagoj Duvnjak sein Team erneut in Front (25:24, 49.). Die Schlussphase spiegelte noch einmal das gesamte Spiel wider: Es ging eng zu. Der HSV legte bis zum 27:26 vor (53.). Dann drehte Lübbecke das Ergebnis zu eigenen Gunsten (28:27, 55.). Drei Minuten vor dem Schlusspfiff brachte Blazenko Lackovic sein Team wiederum in Front (30:29). Danach überschlugen sich die Ereignisse: Daniel Svensson glich in der 59. Minute aus und der HSV konnte seine anschließende Torchance durch Domagoj Duvnjak nicht nutzen. Fünf Sekunden vor Schluss rettete Jogi Bitter mit seiner 18. Parade den Punktgewinn. Arne Niemeyer erzielte für den TuS N-Lübbecke acht Tore, Igor Vori für den HSV mit sieben Treffern erfolgreichster Werfer.

TuS N-Lübbecke: Blazicko (15 Paraden, 1.-60.); Putera (für einen Siebenmeter eingesetzt);
Niemeyer 8, Tluczynski 8/4, D. Svensson 5, Loke 2, Siodmiak 2, K. Svensson 2, Verjans 1, Gustafsson 1, Olafsson , Alvanos, Hansen 1, Tesch n.e., Wiese n.e., Remer n.e.

HSV Handball: Bitter (18/1 P., 1.-60.); Sandström (für einen Siebenmeter eingesetzt);
Vori 7, M. Lijewski 6, Lindberg 5/3, Hens 4, Kraus 2, Duvnjak 2, Jansen 1, Lackovic 1, G. Gille 1, Flohr 1, B. Gille, K. Lijewski, Schröder n.e

Siebenmeter: 5/7 – 4/4 (Bitter pariert gegen Tluczynski, Tluczynski wirft an den Pfosten)

Zeitstrafen: 6 – 4 (Niemeyer 2x, Siodmiak, Gustafsson, K. Svensson, Olafsson – Vori 2x, G. Gille, Lackovic)

Schiedsrichter: Lars Geipel / Marcus Helbig (Steuden/Landsberg)

Spielfilm: 0:1 (4.), 1:1 (5.), 2:1 (10.), 2:4 (13.), 4:4 (15.), 5:5 (16.), 5:7 (17.), 8:7 (21.), 8:8 (22.), 10:10 (24.), 10:12 (26.), 13:12 (29.), 13:13 (29.), 14:14 (30.), 15:14 (30.) – 15:15 (31.), 15:16 (31.), 15:18 (35.), 16:18 (36.), 16:20 (37.), 17:21 (39.), 19:21 (41.), 19:23 (43.), 21:24 (444.), 24:24 (46.), 26:26 (52.), 29:29 (57.), 30:30 (60.).

Stimmen zum Spiel:

Martin Schwalb (Trainer HSV Handball): „Das war ein hart umkämpftes Spiel, beide Seiten haben einen hohen Einsatz geboten. Unseren Vorteil, den wir uns in der zweiten Halbzeit erkämpft hatten, haben wir innerhalb kurzer Zeit wieder abgegeben. Am Ende weiß ich gar nicht, ob wir hier einen Punkt gewonnen oder verloren haben. Wir müssen uns mit der Punkteteilung abfinden, aber wir wussten vorher, dass es schwer werden würde.“

Markus Baur (Trainer TuS N-Lübbecke): „Wir sind natürlich froh über den Punkt. Hätte man uns den vorher angeboten, hätten wir sofort angenommen. Natürlich kann man im Nachhinein viel diskutieren, Fakt ist aber, dass wir den letzten Ball hatten. Dass er nicht drin war, ist vielleicht auch Gerechtigkeit, da beide Mannschaft alles gegeben haben.“

Guillaume Gille (Kapitän HSV Handball): „Es war sehr spannend. Wir haben eine Führung heraus geworfen, aber dann einige Chancen liegen lassen und unseren Vorsprung schmelzen gesehen. Da wurde es natürlich etwas hektischer und es wurde schwierig für alle Beteiligten, die Linie zu halten. Wir wussten aber vorher, dass es schwer werden würde, denn Lübbecke ist immer eine große Herausforderung. Und das hat sich bestätigt. So haben wir leider diesen Punkt verloren.“

Notizen zum Spiel:

  • Hans Lindberg feierte in der 16. Minute mit dem Treffer zum 5:4 sein 750. HBL-Tor.
  • Marcin Lijewski war beim 23:19 (43.) zum 500. Mal für den HSV erfolgreich.
  • Igor Vori erzielte mit dem 8:8 nach 21 Minuten seinen 300. Torerfolg im HSV-Trikot.
  • Nach Abpfiff legte der HSV Handball Einspruch gegen die Zwei-Minuten-Strafe zu Ungunsten von Blazenko Lackovic aus der 46. Spielmute ein.

Tabelle

2 Flensburg-H. 53 : 11 +139
3 Berlin 50 : 14 +127
4 Hamburg 49 : 17 +110
5 R-N Löwen 44 : 20 +83
6 Magdeburg 39 : 27 +48

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