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16.11.10 Tabellenführung nach 26:25-Erfolg über Kiel

Hamburger übernehmen die Tabellenführung

Im Spitzenduell der TOYOTA Handball-Bundesliga setzt sich der HSV Handball mit 26:25 (12:16) gegen den THW Kiel durch. Somit übernimmt das Team von Trainer Martin Schwalb am zwölften Spieltag erstmalig die Tabellenführung und verzeichnet  mit 22:2 Punkten zwei Zähler Vorsprung auf den Zweitplatzierten. 13.296 Zuschauern in der ausverkauften O2 World Hamburg boten beide Mannschaften von Anfang bis Ende eine mitreißende Partie, in der die Hamburger stets leicht im Rückstand lagen, den Sack dann aber in den Schlusssekunden mit dem Siegtreffer zumachen konnten. Die besten Werfer auf Seiten der Hamburger waren Marcin Lijewski und Blazenko Lackovic mit je sechs Treffern, Kiels Filip Jicha erzielte sieben Tore.

Partie auf Augenhöhe – Kiel leicht im Vorteil

Zum Auftakt in das Spitzenspiel gegen den THW Kiel tat sich der HSV Handball zunächst ein wenig schwer. Zwei frühe Tore von Kiels Momir Ilic brachten die Gäste zunächst in Führung (0:2, 4. Minute), während die Hamburger Probleme hatten, in der kompakten Kieler Defensive die Lücken zu finden. Der Ausgleich ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Angepeitscht von Torhüter Johannes Bitter, der zunächst im Siebenmeter-Duell gegen Ilic Sieger blieb und anschließend mit einer Parade gegen Filip Jicha zum Gegenstoß einläutete, kamen die Hamburger wieder heran. Und die Fans immer mehr in Fahrt. Die Zuschauer bekamen nun eine ausgeglichene Partie zu sehen, in der es heftig zur Sache ging. Beide Teams kamen nur durch harten Körpereinsatz im Positionsangriff zu Torchancen und beide Mannschaften brachten immer wieder ihren Kreisläufer ins Spiel. So glich zunächst Torsten Jansen nach einer Eins-gegen-Eins-Aktion gegen Christian Sprenger zum 7:7 (15.) aus, Kreisläufer Bertrand Gille traf kurze Zeit später zum 8:8 (16.). Zwischen den Pfosten lieferte Torhüter Johannes Bitter ein gutes Spiel. So erzielten die Hamburger mit einem Doppelschlag von Michael Kraus und Blazenko Lackovic beim 10:9 (19.) ihre erste Führung. Jedoch setzten sich die Gäste begünstigt durch zwei Lattentreffer von Hans Lindberg und Igor Vori zum Ende der ersten Hälfte wieder ab. Mit 12:16 ging es in die Kabinen.  

Lijewski-Treffer bringt knappen HSV-Sieg

In den zweiten Durchgang startete der HSV Handball mit zwei neuen Gesichtern. Auf Rechtsaußen lief nun Stefan Schröder auf, auf Linksaußen zeigte sich Matthias Flohr. Für den ersten Anschlusstreffer sorgte jedoch Blazenko Lackovic nach einem Wackler gegen Jerome Fernandez (13:16, 31.). Minuten später ging es heiß zur Sache: Eine Überzahlsituation nutzen die Gastgeber und kämpften sich durch den Treffer von Stefan Schröder weiter auf 15:17 (34.) heran, der THW stellte den Drei-Tore-Abstand jedoch umgehend wieder her. Doch die Hamburger blieben nun dran. In der Defensive wurde beim HSV noch härter zugepackt, die Angriffe der Gäste umso länger. Per Sandström sorgte zudem mit diversen Paraden für den Hamburger Ballgewinn. Doch auch der HSV musste im Angriff ackern. Kraftvoll ging vor allem Blazenko Lackovic immer wieder in die gegnerische Deckung und ließ den HSV so auf 21:22 (46.) herankommen. Ein von Johannes Bitter gegen Momir Ilic gehaltener Siebenmeter trug dazu bei, dass dieser Spielstand zunächst Bestand hatte. Doch der THW zog durch zwei Treffer von Kreisläufer Marcus Ahlm ein weiteres Mal davon (21:24, 51.). Die Schlussphase wurde dann zum absoluten Höhepunkt der Partie. Nachdem Marcin Lijewski in der 56. Minute den Ausgleich zum 25:25 erzielte, schien die gesamte Arena den Atem anzuhalten. Rund vier Minuten lang lieferten sich die beiden Tabellenführer einen gnadenlosen Kampf um den Siegtreffer. Auf beiden Seiten zeigten sich die Torhüter mit klasse Paraden, Johannes Bitter hielt in der zum Zerreißen gespannten Atmosphäre zum wiederholten Mal einen Siebenmeter von Momir Ilic. In den letzten Spielsekunden fasste sich dann Marcin Lijewski ein Herz und erzielte den Siegtreffer zum 26:25 (60.). Somit übernimmt der HSV am 12. Spieltag die Tabellenführung in der TOYOTA Handball-Bundesliga.

HSV Handball: Bitter (12 Paraden, 1.-24., 45.-60); Sandström (5 P., 24.-45.);
Lackovic 6, M. Lijewski 6, Kraus 4/3, Vori 3, Schröder 2, Jansen 2, Lindberg 2, B. Gille 1, Duvnjak, Flohr, G. Gille, Hens n.e., K. Lijewski n.e.

THW Kiel: Omeyer (12 P., 1.-60.); Palicka n.e.;
Jicha 7/1, Ilic 7/3, Ahlm 5, Palmarsson 2, Klein 2, Sprenger 1, Fernandez 1, Kubes, Reichmann, Lundström n.e., Dragicevic n.e.

Siebenmeter: 3/4 – 4/8 (Lindberg scheitert an Omeyer – Bitter bleibt dreimal Sieger gegen Ilic, Jicha wirft daneben)

Zeitstrafen:  1 – 3 (Duvnjak – Sprenger, Palmarsson, Ahlm)

Schiedsrichter: Holger Fleisch / Jürgen Rieber (Ostfildern/Nürtingen)

Spielfilm: 0:2 (4.), 2:2 (5.), 2:4 (7.), 4:4 (10.), 4:5 (10.), 5:5 (11.), 5:7 (12.), 7:7 (13.), 7:8 (15.), 8:8 (16.), 8:9 (17.), 10:9 (19.), 10:11 (22.), 11:1 (22.), 11:14 (28.), 12:14 (28.), 12:16 (30.) – 13:16 (31.), 13:17 (32.), 15:17 (34.), 15:18 (35.), 16:18 (38.), 16:19 (39.), 17:19 (39.), 17:20 (40.), 18:20 (41.), 18:21 (42.), 20:21 (44.), 20:22 (45.), 21:22 (46.), 21:24 (51.), 23:24 (52.), 23:25 (53.), 26:25 (60.)

Stimmen zum Spiel:

Martin Schwalb (Trainer HSV Handball): „In der ersten Halbzeit hatte man das Gefühl, dass wir vielleicht in den acht Minuten vor der Pause entscheidend in Rückstand gegangen sind. Dementsprechend war die Stimmung in der Kabine. Aber wir haben uns geschworen, das Herz in beide Hände zu nehmen, und alles zu geben, was geht. Das hat das Team dann auch gemacht. Und im Spiel haben wir dann auch gemerkt, dass wir eine Chance haben zu gewinnen. Aber das ist nur eine Etappe, nach der wir froh sind, dass wir sie bestanden haben. Nächste Woche wartet mit den Rhein-Neckar Löwen aber auch schon das nächste Top-Spiel.“

Alfred Gislason (Trainer THW Kiel): „Ich denke es war ein interessantes Spiel. Trotz der Niederlage bin ich stolz auf meine Mannschaft. Wir haben sehr gut gespielt. Aber heute standen sich zwei Teams der Weltklasse gegenüber, das Spiel war auf einem hochklassigen Niveau. Und am Ende war der Sieg des HSV, denke ich, verdient.“

Johannes Bitter (Torhüter HSV Handball): „Es war geil zu sehen, wie die Mannschaft an sich geglaubt hat und nicht aufgesteckt hat. Obwohl wir zur Pause vor einer schwierigen Situation standen, haben wir in der zweiten Halbzeit einfach top aufgespielt. Wir haben die Siegermentalität zum richtigen Zeitpunkt an den Tag gelegt und zwei richtig schöne Punkte gewonnen.“

Johannes Bitter zur Stimmung: „Im Spiel, wenn man so im Flow ist, bekommt man das ja nicht so voll mit, aber es war laut, es war hell, es war geil. Das saugt man dann einfach auf.“

Hans Lindberg (Rechtsaußen HSV Handball): „Mit den vier Toren zurück zur Pause war es ganz schwer. Aber wir haben die ganze zweite Halbzeit durch gekämpft, auch ein bisschen Glück gehabt und Jogi hat einige ganz wichtige Bälle gehalten.“

Hans Lindberg zur Stimmung: „Es war ein ganz emotionales Spiel – für uns und für die Fans. Das Spiel aus dem Frühjahr hatten sicherlich alle noch im Hinterkopf. So war die Halle voll von Emotionen, mit denen uns die Fans getragen haben. Das war geil, genau deshalb bin ich bis 2017 hier!“

Michael Kraus (Spielmacher HSV Handball): „Wir waren sehr angespannt und haben in der ersten Hälfte mehrere klare Chancen liegen lassen. In der Pause haben wir uns dann gesagt, dass wir alles in die Waagschale werfen wollen. Aber auch, dass es schließlich nur um zwei Punkte geht. Jetzt sind wir froh, dass es am Ende gepasst hat.“

Notizen zum Spiel:

  • Das Vorspiel zwischen den C-Jugendlichen des HSV Handball und der HSG Bützfleth-Drochtersen entschieden die HSV-Junioren mit 28:19 (14:8) für sich.
  • Marcin Lijewski wurde mit 40 % aller Stimmen beim SMS-Voting durch die Fans zum Spieler des Tages gewählt.

Tabelle

2 Flensburg-H. 53 : 11 +139
3 Berlin 50 : 14 +127
4 Hamburg 49 : 17 +110
5 R-N Löwen 44 : 20 +83
6 Magdeburg 39 : 27 +48

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