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28.12.10 Umkämpfter Sieg in Westfalen

30:28 (12:17)-Erfolg des Spitzenreiters bei der HSG Ahlen-Hamm

Der HSV Handball hält sich auch am Jahresende, mit einem umkämpften Sieg, schadlos. In der mit 11.200 Zuschauern ausverkauften Westfalenhalle Dortmund gewann der Tabellenführer der TOYOTA Handball-Bundesliga beim Aufsteiger HSG Ahlen-Hamm mit 30:28 (12:17). Somit verabschiedet sich die Mannschaft von Martin Schwalb mit einer Bilanz von 36:2 Punkten in die Winter- und WM-Pause. Die letzten 60 Minuten des Jahres hatten dabei noch einmal alles, was ein Handball-Spiel ausmacht: Zwei umkämpfte Halbzeiten, Spannung bis zur letzten Minute sowie sehenswerte Treffer. Als beste Schützen des Abends standen am Ende Marcin Lijewski auf Hamburger Seite und Chen Pomeranz für die HSG mit sieben Toren fest.

HSG baut in den ersten 30 Minuten Führung mit Fans im Rücken auf

Zum letzten Spiel des Jahres musste der HSV Handball ohne seinen Kapitän Guillaume Gille antreten, der aufgrund einer Überlastung von Sprunggelenk und Knie hinter der Bank Platz nahm. Der französische Spielmacher sah in der ersten Hälfte forsch aufspielende Gastgeber, die das 1:0 des HSV (2. Minute) zunächst in ein 2:1 (5.) und wenig später in ein 7:2 drehten (8.). Aus einer Spielunterbrechung, in der die Uhr der mit 11.200 Zuschauern ausverkauften Dortmunder Westfalenhalle stehen blieb, ging der HSV als Nutznießer hervor und verkürzte seinerseits auf 5:7 (11.). In der Folge leistete sich der Tabellenführer jedoch mehrere Fehler, unter anderem brachte Hans Lindberg zwei Siebenmeter in Folge nicht im Tor unter. So konnten die Gastgeber ihre Führung in einer vom Kampf geprägten Phase von 11:9 (18.) erneut auf 14:9 ausbauen (25.). Bei diesem Vorsprung der HSG blieb es auch zur Pause, in die beide Teams beim Stand von 17:12 für Ahlen-Hamm gingen.

HSV findet zurück ins Spiel und dreht das Ergebnis

Die zweite Halbzeit begann mit komplett verkehrten Vorzeichen. Nun war es die HSV-Defensive, die gut geordnet auftrat und dem Gegner so beinahe keine Chance bot. Auf der anderen Seite verwertete der Spitzenreiter seine Chancen jetzt konsequent und glich innerhalb von nur sechs Minuten zum 17:17 aus. Nach der erneuten Führung der HSG (18:17, 37.) gelang den Gästen eine weitere Serie von 6:1 Toren und übernahm mit 23:19 seinerseits endgültig das Sagen auf dem Platz (43.). Torhüter Per Sandström parierte in der Schlussviertelstunde zudem zwei Siebenmeter und sicherte seinem Team so den Vorsprung gegen aufopferungsvoll kämpfende Gastgeber. Mehr als den Anschlusstreffer beim 24:25 (49.) ließ der HSV Handball nun aber nicht mehr zu. Marcin Lijewski, der mit sieben Toren erfolgreichster Werfer im Team von Trainer Martin Schwalb war, erzielte den 30. Hamburger Treffer (59.). In der Schlussminute sah Matthias Flohr infolge der dritten Zeitstrafe gegen seinen ehemaligen Klub die rote Karte. Doch nach deutlichem Rückstand zur Pause gewann der HSV Handball mit dem 30:28 letztlich sein 18. Spiel in der TOYOTA Handball-Bundesliga in Folge und geht als Spitzenreiter ins neue Jahr.

HSG Ahlen-Hamm: Ziemer (11/1 Paraden, 1.-44., 55.-60.); Mrkva (1 P., 44.-55.);
Pomeranz 7/1, Clößner 5, Hock 4/3, Lammers 4, Gudat 3, Schröder 3, Simon 2, Wiegers, Hynek, Machulla n.e., Schmetz n.e., Rycharski n.e.

HSV Handball: Bitter (9 P., 1.-30.); Sandström (11/2 P., 31.-60.);
M. Lijewski 7, Vori 6, Hens 5, Flohr 4, Lindberg 3/3, Lackovic 3, Kraus 1/1, Schröder 1, Duvnjak, Jansen, B. Gille, Schliedermann n.e.

Siebenmeter: 4/6 – 4/6 (Sandström pariert gegen Hock, Sandström hält gegen Pomeranz – Lindberg wirft an die Latte, Lindberg scheitert an Ziemer)

Zeitstrafen: 5 – 5 (Clößner 2x, Gudat, Hynek, M. Schröder – Flohr 3x, S. Schröder, Duvnjak)

Rote Karte: Flohr (HSV, 59., dritte Zeitstrafe)

Schiedsrichter: Nils Blümel / Jörg Loppaschewski (Berlin)

Spielfilm: 0:1 (2.), 2:1 (5.), 2:2 (5.), 7:2 (8.), 7:5 (11.), 8:6 (11.), 10:6 (14.), 10:7 (15.), 12:9 (20.), 14:9 (25.), 14:11 (27.), 17:11 (29.), 17:12 (30.) – 17:13 (32.), 17:17 (37.), 18:17 (37.), 18:20 (40.), 19:20 (42.), 19:23 (43.), 20:23 (54.), 22:25 (48.), 24:25 (49.), 24:27 (51.), 25:27 (52.), 27:29 (58.), 28:30 (59.), 28:30 (60.)

Stimmen zum Spiel:

Martin Schwalb (Trainer HSV Handball): „Natürlich wussten wir, dass die HSG alles in die Waagschale werfen würde und dass wir aufpassen müssen. Aber in der ersten Hälfte sind uns sehr viele Fehler unterlaufen: technische Fehler, verworfene Siebenmeter und wir waren nicht aggressiv genug gegen den Rückraum. Das hat nach der Pause viel besser geklappt. Wir sind gut reingekommen und konnten schnell aufholen. Da hat die Mannschaft den großen Willen gezeigt, das Ding heute zu drehen. Da muss ich der Mannschaft ein Kompliment machen.“

Kay Rothenpieler (Trainer HSG Ahlen-Hamm): „Ich bin sehr zufrieden, wie die Mannschaft heute aufgetreten ist. Mit voller Leidenschaft, dem nötigen Mut und viel Ruhe haben wir in der ersten Hälfte, für unsere Verhältnisse, eine sensationelle Leistung gezeigt. Wir konnten uns absetzen, haben uns in der Pause aber gesagt, dass wir wieder bei Null beginnen. Wir konnten dann aber nicht mehr genug dagegen halten, haben aber am Ende unser Gesicht bewahrt, da wir nur mit zwei Toren gegen den Spitzenreiter verloren haben.“

Andreas Rudolph (Präsident HSV Handball): „Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen: Sie hat einen ganz großen Willen und eine große Moral bewiesen, vor der ich den Hut ziehen muss.“

Matthias Flohr (Linksaußen HSV Handball): „Für mich war es ein besonderes Spiel, da ich hier noch einige Leute kenne, und es war ein schweres Spiel gegen diese HSG, die ihre Euphorie von den 11.000 Zuschauern bezogen hat. Wir haben es vor der Pause nicht geschafft, ihre Moral zu brechen. Dafür haben wir zu viel verworfen, was nicht sein darf. In der zweiten Hälfte haben wir aber selbst Moral bewiesen, sind zurück gekommen und haben, denke ich, auch zurecht gewonnen.“

Notizen zum Spiel:

  • Matthias Flohr gelang mit dem 22:19 (43.) sein 450. Pflichtspieltreffer, seit er vor sechs Jahren von der Ahlener SG zum HSV Handball wechselte.

 

Tabelle

2 Flensburg-H. 53 : 11 +139
3 Berlin 50 : 14 +127
4 Hamburg 49 : 17 +110
5 R-N Löwen 44 : 20 +83
6 Magdeburg 39 : 27 +48

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