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06.04.11 Wichtiger Auswärtssieg im Nordderby!

HSV Handball setzt sich in Flensburg mit 34:30 (15:13) durch

Am 27. Spieltag der TOYOTA Handball-Bundesliga nimmt der HSV Handball eine weitere schwere Hürde: Im Nordderby bei der SG Flensburg-Handewitt feiern die Hamburger einen 34:30 (15:13)-Erfolg und fügten den Flensburgern ihre erste Heimniederlage seit dem achten Spieltag zu. Durch die beinahe zeitgleiche 31:33-Niederlage des THW Kiel gegen die Rhein-Neckar Löwen hat der HSV Handball als Spitzenreiter nun acht Punkte Vorsprung auf Platz zwei. Vor 6.300 Zuschauern in der ausverkauften Campushalle zeigten sich die Hamburger über 60 Minuten konzentriert und überzeugten durch eine gute Abwehrleistung sowie eine sichere Chancenverwertung. Somit hieß am Ende der verdiente Sieger HSV Handball. Bester Werfer der Partie wurde SG-Akteur Anders Eggert mit elf Toren. Für die Gäste erzielten Domagoj Duvnjak, Igor Vori  und Hans Lindberg jeweils acht Treffer.

Johannes Bitter mit Top-Leistung hinter einen dichten HSV-Deckung

Vor einer ausverkauften Campushalle lief sowohl HSV-Kapitän Guillaume Gille, der zuletzt aufgrund von Achillessehnen-Problemen pausiert hatte, als auch Marcin Lijewski, der zu Wochenbeginn infolge einer Knöchelprellung nur eingeschränkt hatte trainieren können, mit auf. Bei beiden war der Aufwärm-Test positiv verlaufen, vom Anpfiff weg war jedoch nur der polnische Rückraumrechts bei den Hamburgern mit von der Partie. Die entwickelte sich von Beginn an verbissen: In den Abwehrreihen wurde auf beiden Seite sehr eng gedeckt, die Führung wechselte in der Anfangsviertelstunde gleich viermal. Durch einen gehaltenen Siebenmeter ermöglichte Johannes Bitter das 5:4 durch Igor Vori (10. Minute), das die Gastgeber wieder in eine 7:6-Führung umbogen (15.). In Unterzahl jedoch glich Domagoj Duvnjak aus zehn Metern erneut aus (17.) und nach der siebten Bitter-Parade ließ der Kroate im Tempogegenstoß das 9:8 aus Hamburger Sicht folgen (19.). Mit einer offensiven Abwehr und einer Top-Torhüterleistung legte der HSV Handball weiterhin den Grundstein für die erste Zwei-Tore-Führung im Spiel (11:9, 23.). Mit diesem Vorsprung der Gäste ging es auch in die Pause. HSV-Keeper Johannes Bitter war mit 14 Paraden in den ersten 30 Minuten ein entscheidender Faktor für das 15:13, auf der anderen Seite avancierte Domagoj Duvnjak mit vier Treffern zum besten HSV-Werfer.

Sichere Chancenverwertung in der Schlussviertelstunde führt zum HSV-Sieg

Die zweite Halbzeit eröffnete Igor Vori mit seinem schnellen Treffer zum 16:13 (31.), die SG antwortete jedoch mit zwei Toren in Folge zum Anschlusstreffer (15:16, 33.). Domagoj Duvnjak bekamen die Gastgeber indes auch in dieser Phase nicht in den Griff: Der Spielmacher des HSV besorgte im Gegenzug sowohl das 17:15, als auch das 18:16 für sein Team (34.). Die Partie nahm nun merklich Fahrt auf: Nach 39 Minuten gelang wiederum Domagoj Duvnjak mit dem 23:20 der 15. Treffer des zweiten Durchgangs. In einem hart, aber fair geführten Nordderby konnten die Hamburger ihre ersten beiden Überzahlsituationen nicht dazu nutzen, diese Führung weiter auszubauen. So blieb es eng, als die SG Flensburg-Handewitt auf 22:23 verkürzte (43.). In eigener Unterzahl gelang Marcin Lijewski jedoch das 25:23 (46.). Hans Lindberg ließ nach Ballgewinn der vorgezogenen HSV-Deckung das 26:23 folgen (47.) sowie Igor Vori, nach der inzwischen 20. Bitter-Parade, das 27:23 (49.). In der Schlussphase ließ der HSV nicht locker: Insgesamt acht Minuten lang ließen die Gäste hinten keinen Treffer zu und nutzten vorn ihre Chancen zum 30:24 (53.), die Vorentscheidung. Flensburg deckte nun kurz, kam jedoch lediglich noch einmal auf vier Tore heran (28:32, 57.). Dabei sollte es auch am Ende bleiben. Beim 34:30 waren mit Domagoj Duvnjak, Igor Vori und Hans Lindberg gleich drei HSV-Handballer jeweils achtfach erfolgreich.

SG Flensburg-Handewitt: Beutler (9 Paraden, 1.-36.); Rasmussen (6 P., 36.-60.);
Eggert 11/8, Fahlgren 5, Svan Hansen 4, Knudsen 4, Szilágyi 3, Heinl 2, Boesen 1, Mogensen, Mocsai, Dibbert n.e., Carstens n.e., Lipp n.e.

HSV Handball: Bitter (24/1 P., 1.-60.); Sandström (für zwei Siebenmeter eingesetzt);
Duvnjak 8, Vori 8, Lindberg 8/2, M. Lijewski 5, Hens 3, Jansen 1, Flohr 1, Kraus, Lackovic, B. Gille, K. Lijewski, Schröder n.e., G. Gille n.e.

Siebenmeter: 8/9 – 2/3 (Bitter wehrt einen Heber von Eggert ab – Lindberg wirft über das Tor)

Zeitstrafen: 3 – 2 (Szilágyi, Boesen, Knudsen – M. Lijewski, Flohr)

Schiedsrichter: Holger Fleisch / Jürgen Rieber (Ostfildern / Nürtingen)

Spielfilm: 1:0 (1.), 1:2 (5.), 3:2 (7.), 3:3 (8.), 4:4 (9.), 4:5 (10.), 5:5 (11.), 6:5 (12.), 6:6 (13.), 9:9 (19.), 9:11 (23.), 10:11 (25.), 13:14 (29.), 13:15 (30.) – 13:16 (31.), 15:16 (32.), 15:17 (33.), 19:21 (38.), 19:22 (38.), 20:22 (39.), 22:23 (43.), 22:24 (43.), 23:24 (44.), 23:27 (49.), 23:29 (52.), 24:29 (52.), 27:32 (56.), 28:32 (57.), 28:34 (59.), 30:34 (60.)

Stimmen zum Spiel:

Martin Schwalb (Trainer HSV Handball): „Ich denke, das war schon ein echtes Spitzenspiel. Beide Mannschaften haben versucht, alles rauszuholen, was ging. Und die Zuschauer haben von den Teams sehr modernen Handball zu sehen bekommen. Es gab auf beiden Seiten viel Druck aufs Tor, bei einigen Situationen hatten wir allerdings dann doch das bessere Ende für uns. Ich sprech da nicht von Glück, denn das haben wir uns auch verdient. Jetzt freuen wir uns über zwei wichtige Punkte, wissen aber auch, dass sieben ebenso schwere Spiele noch auf uns warten.“

Ljubomir Vranjes (Trainer SG Flensburg-Handewitt): „Wir haben fast alles getan, was wir konnten. In der ersten Halbzeit hat uns ein bisschen das Glück gefehlt, hatten aber auch einige dumme Aktionen im Spiel. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, gegen wen wir heute gespielt haben – der HSV hat diese Fehler natürlich auch provoziert und auch die bessere Torhüterleistung gezeigt. Nach der Pause fehlte uns dann ein wenig die Kraft. Trotzdem muss ich ein Lob an mein Team aussprechen. Wir werden versuchen, den HSV das nächste Mal wieder etwas mehr zu ärgern.“

 

Johannes Bitter (Torhüter HSV Handball): „Wir freuen uns, dass wir heute ein tolles Spiel gemacht haben, dass wir einen sehr souveränen Sieg in Flensburg heraus gespielt haben und dass wir jetzt acht Punkte Vorsprung haben. Was uns im Moment sehr stark auszeichnet, ist eine enorme Ruhe und Geradlinigkeit in der Mannschaft. Wir haben auf jeden Rückschlag eine Antwort parat. Man hat gesehen, dass wir nach jedem Gegentor nach vorne rennen und sofort wieder eine gute Aktion. Das killt den Gegner irgendwann.“

Pascal Hens (Kapitän HSV Handball): „Die Anspannung war vor dem Spiel bei jedem zu spüren Wir wussten, dass es ein schweres und wichtiges Auswärtsspiel wird für uns. Wir waren sehr heiß und gut vorbereitet. Wir wussten, dass wir das Tempo hoch halten mussten. Die Flensburger hatten nicht viele Möglichkeiten zu wechseln. Deswegen war uns klar, dass wir das Ding voll durchziehen müssen. Wir haben gut in der Abwehr gestanden und konnten diverse Gegenstöße laufen. Wir haben über 60 Minuten voll konzentriert gespielt und das war sehr wichtig heute.“

Tabelle

2 Flensburg-H. 53 : 11 +139
3 Berlin 50 : 14 +127
4 Hamburg 49 : 17 +110
5 R-N Löwen 44 : 20 +83
6 Magdeburg 39 : 27 +48

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