31.03.08 -
Es war das Traum-Finale des Final Four: Vizemeister gegen Meister, Pokalsieger 2006 gegen Pokalsieger 2007, HSV gegen Kiel! Und es war ein Gift-Gipfel, in dem die Emotionen hochkochten und in dem die Hamburger vor 13000 Fans in der ausverkauften Color Line Arena 29:32 (18:17) verloren. Der THW hat zum fünften Mal den Pott gewonnen.
Schon vor der Partie geht es hoch her. Kiels Coach Noka Serdarusic schimpft: "Wir spielen mit offenen Karten, sind nicht so arrogant wie die Hamburger. Bei denen heißt es immer, dass die halbe Mannschaft verletzt ist und dann spielen am Ende doch alle." HSV-Trainer Martin Schwalb kontert: "Dieser Vorwurf stimmt absolut nicht und Arroganz ist wohl das Letzte, was man uns vorwerfen könnte."
Auf dem Parkett sprühen dann auch die Funken. Rassige Zweikämpfe, alle Augenblicke liegt ein Spieler am Boden und muss behandelt werden. Hens und Co. spielen eine fantastische erste Halbzeit. Jogi Bitter hält grandios und Kyung-Shin Yoon trifft, wie er will. Neun Tore sind es von ihm bis zur Pause.
Die entscheidende Phase sehen die enthusiastischen Zuschauer zwischen der 39. (21:22) und 50. Minute (23:28). Die ohnehin vom Verletzungspech gebeutelten Hamburger verlieren Bertrand Gille mit einer Rippenprellung (40.) und Krzysztof Lijewski (43.) mit einer Schulterprellung. 120 Sekunden später (23:25) dreht Serdarusic durch, bepöbelt die Schiris und kassiert eine Zwei-Minuten-Strafe. Der Trainer tobt weiter. Referee Zacharias hat bereits die Hand an der Roten Karte, lässt sie im letzten Moment aber stecken. Der Hallen-DJ reagiert prompt, spielt sehr zur Freude des Publikums Nicoles Mega-Seller "Ein bisschen Frieden" ein.
Der HSV spielt nun kurz mit 6 gegen 4 -wirft aber kein Tor. Boss Andreas Rudolph: "Das war der Knackpunkt." Die Aufholjagd am Ende des furiosen Gift-Gipfels bleibt ungekrönt, weil Kiels Börge Lund mit zwei Treffern dagegenhält. Der THW tanzt, der HSV trauert. Boss Andreas Rudolph baute sein Team in der Kabine mit einer flammenden Rede wieder auf.
VON DIRK HOFFMANN, LARS ALBRECHT UND NILS WEBER
