Tempo, Taktik, Teamgeist (Hamburger Abendblatt)

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1 Kiel 35 : 1 +163
2 Hamburg 27 : 9 +65
3 Lemgo 27 : 9 +59
4 Magdeburg 27 : 9 +57
5 R-N Löwen 24 : 12 +63
Color Line Arena
HBL
EHF Champions League

Tempo, Taktik, Teamgeist (Hamburger Abendblatt)

04.04.08 -

Der Anruf liegt erst zwei Jahre zurück, aber er ist bereits Legende. Ein ranghoher Vertreter Real Madrids meldete sich bei Domingo Díaz de Mera und bot dem Boss des Handballklubs Ciudad Real an, Teil des "königlichen" Vereins aus der spanischen Hauptstadt zu werden. Señor Díaz de Meras Antwort fiel knapp aus: "Bevor Sie meinen Klub kaufen, kaufe ich Real Madrid."

Der Mann kann es sich leisten. Auf knapp eine halbe Milliarde Euro wird das Vermögen des Bauunternehmers geschätzt. Einen kleinen Teil davon hat er in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten in sein Lieblingsspiel gesteckt und den Handballklub aus seiner Heimatstadt wenn nicht zum besten, so zumindest zum teuersten der Welt gemacht. Der Etat beläuft sich auf etwa zwölf Millionen Euro. Das ist fast doppelt so viel, wie dem HSV Hamburg - dank seines kaum minder schwerreichen Mäzens Andreas Rudolph - an Spielgeld zur Verfügung steht.

Da ist es nur legitim, dass sich der Bundesliga-Dritte vor dem Halbfinal-Hinspiel der Champions League beim spanischen Meister und Pokalsieger am Sonntag (17.15 Uhr) in die Außenseiterrolle redet. "Aufgrund unserer Verletztenmisere können wir schon froh sein, wenn wir acht gesunde Feldspieler zusammenbekommen", relativiert Sportchef Christian Fitzek. Die Weltauswahl aus der kastilischen Provinz ist dagegen bis auf Mittelmann Chema Rodríguez vollzählig. "Das sind alles Weltklasseleute", sagt HSV-Trainer Martin Schwalb, "aber glaubt mir: Wir können sie kriegen." Tempo, Taktik, Teamgeist - besinnen sich die Hamburger ihrer Tugenden, können sie sich in eine gute Wurfposition für das Rückspiel am kommenden Freitag bringen.

T wie Tempo: "Das ist der Schlüssel", sagt Schwalb. Umdrehung für Umdrehung hat er in den vergangenen zweieinhalb Jahren die Spielweise seiner Mannschaft beschleunigt. Das Ergebnis war am Mittwoch beim 36:25-Sieg gegen Balingen zu besichtigen. 14 Tore, gut jeder dritte Treffer, resultierten aus Gegenstoß oder schneller Mitte. "Der HSV beherrscht das Tempospiel schon auf dem Niveau des THW Kiel", attestierte Gästetrainer Rolf Brack.

Aus einer stabilen Deckung den Gegner auskontern - gegen spanische Mannschaften ein probates Mittel. "Hier wird ein solcher Tempohandball nicht praktiziert", weiß der frühere Kreisläufer Dirk Beuchler, der heute als Betreuer des Spitzenklubs Portland San Antonio fungiert: "Wir bevorzugen ein sehr wechselintensives Spiel." Ciudad Real leistet sich den Luxus, mit dem französischen Hau-Degen Didier Dinart und dem vorgezogen spielenden David Davis zwei ausgewiesene Defensivspezialisten zu beschäftigen. Entsprechend munter wechselt Trainer Talant Dujshebaev zwischen Abwehr und Angriff durch - gegen den Trend des modernen Handballs und bisweilen zu Lasten des Spielflusses insbesondere in der sogenannten zweiten Welle. "Das könnte ein Vorteil für uns sein", glaubt Hamburgs Toptorjäger Kyung-Shin Yoon.

T wie Taktik: Sie ist der heimliche Star der Mannschaft. Während die Spanier vor allem auf ihre starken Individualisten vertrauen, ist Schwalbs taktisches Korsett nicht auf einzelne Spieler zugeschnitten, sondern auf das Kollektiv. Nur deshalb ist es gelungen, auch prominente Ausfälle zu kompensieren. Zuletzt konnte etwa Krzysztof Lijewski Spielmacher Guillaume Gille fast ohne Qualitätsverlust ersetzen. Kreisläufer Iwan Ursic und Rückraummann Bruno Souza, zwei weitere Ergänzungsspieler, schlugen sich ebenfalls prächtig. Dabei hieß es kürzlich noch, der HSV habe keine gleichwertige Zweitbesetzung. Es sei, findet Ursic "nur schade, dass es so vieler Verletzter bedurfte, damit wir uns beweisen dürfen".

T wie Teamgeist: Er hat manchen Rückschlag abgefedert. "Die Mannschaft ist so gefestigt, dass sie die vielen Verletzungen wegstecken kann", sagt Kreisläufer Andreas Rastner. Er selbst hat mit 39 Jahren gerade ein Comeback gewagt, nachdem sich Bertrand Gille am Sonntag die Rippe gebrochen hat. Der Franzose wird das Spiel wohl nur als Zuschauer erleben. "Aber", sagt Gille, "die Zeiten, in denen wir Angst haben mussten, weil jemand fehlt, sind vorbei." Seine Empfehlung an die Kollegen: "Voll drauf und genießen!"

Von Achim Leoni

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Color Line Arena
Mi 11.02.

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HSG Wetzlar
28:29
(17:16)
HSV Hamburg
Rittal-Arena Wetzlar
So 28.12. 15:00 Uhr

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Wie weit kommt das DHB-Team bei der WM in Kroatien?
Titel-Verteidigung: Gold
Finalniederlage: Silber
Im Halbfinale raus: Bronze
'Undankbar': der 4. Platz
Mittlere Platzierung: Platz 5-8
'Unter ferner liefen': Platz 9-12
Vorrunden-Pleite: Platz 13-24
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