05.04.08 -
Gewünscht hatte er sich den FC Barcelona, bekommen hat Martin Schwalb, Trainer des HSV Handball, den spanischen Meister: BM Ciudad Real. Am Sonntag um 17.15 Uhr (Eurosport zeigt ab 18.30 Uhr live die zweite Halbzeit) ertönt für den HSV in der Quijote-Arena von Ciudad Real, der 50 000 Einwohner zählenden Provinz-Metropole der autonomen Region Kastilien-La Mancha, der Anpfiff zum ersten Champions-League-Halbfinalspiel der Vereinsgeschichte.
Schwalb gerät flugs ins Schwärmen, wenn die Sprache auf das Starensemble von Präsident Domingo Diaz de Mera fällt. Der Bauunternehmer, dessen Vermögen auf eine halbe Milliarde Euro geschätzt wird, hat Ciudad Real zum reichsten Handballklub der Welt mit dem höchsten Etat (zwölf Millionen Euro) gemacht. "Das sind alles Weltklassespieler, da fange ich gar nicht erst an aufzuzählen", sagt Schwalb.
Doch die Ehrfurcht schlägt schnell in Kampfeslust um. "Wir können es trotzdem packen. Glaubt es mir, wir können es gegen Ciudad schaffen", versichert Schwalb und blickt so entschlossen, als befinde er sich bereits in der Quijote-Arena bei der Ansprache an seine Spieler.
Die Chance, sich gegen den spanischen Tabellenführer durchzusetzen, ist durchaus gegeben. Allerdings wird der HSV herausragende Leistungen am Sonntag sowie am Freitag im Rückspiel benötigen, um ins Endspiel einziehen zu können.
"Wir müssen das Tempo hochhalten. Gepaart mit Genauigkeit in den Aktionen, ist das der Schlüssel, um zu bestehen", sagt Schwalb. Bertrand Gille soll trotz Rippenbruch mit einem Köperschutz auflaufen. Torsten Jansen dürfte nach seinem Muskelfaserriss in der Wade wieder mit dabei sein. Und auch Stefan Schröder hofft, nach seinem Kahnbeinbruch wieder dem Kader angehören zu können.
Pascal Hens geht mutig in den Vergleich mit Ciudad Real: "Die Mannschaft verfügt über Weltklassespieler, aber das war bei Portland, Flensburg und Zagreb auch so. Gegen die Klubs haben wir uns durchgesetzt." Das Duell mit dem Starensemble aus der "königlichen Stadt" kann beginnen.
Von Christian Görtzen
