16.05.08 -
Das 29:31 des HSV in Nordhorn war Kyung-Shin Yoons (34) letztes Auswärtsspiel. Morgen (15 Uhr, Color Line Arena) gegen Göppingen feiert der mit 2900 Toren beste Schütze der Bundesliga-Geschichte seinen Abschied. In der MOPO verneigt sich Handball-Deutschland vor dem Südkoreaner.
HEINER BRAND (BUNDESTRAINER): "Ich war 1996 in Gummersbach sein erster Trainer. Anfangs hat er bei meinen Ansprachen nichts verstanden und immer nur genickt. Da habe ich ihm seinen Spitznamen Nick verpasst. Er war wie ein Sohn für mich. Ein toller Mensch und begnadeter Handballer, der fehlen wird. Beim HSV ist er zu einem richtigen Teamspieler geworden."
STEFAN LÖVGREN (KAPITÄN THW KIEL): "Er ist einer der besten Spieler der Liga-Geschichte und eine große Persönlichkeit. Mir hat immer seine Fairness imponiert. Welche Bedeutung er hat, wird man erst merken, wenn er nicht mehr da ist."
STEFAN HECKER (EX-NATIONALTORWART, GESCHÄFTSFÜHRER VFL GUMMERSBACH): "Ich habe im Spaß immer ¸Du koreanischer Fehleinkauf` zu Nick gesagt. Das krasse Gegenteil war natürlich der Fall. Nick ist ein guter Typ. Halb Gummersbach spricht immer noch über ihn."
MAGNUS WISLANDER (SPIELER DES JAHRHUNDERTS, EHEM. THW KIEL): "Yoon ist ein außergewöhnlicher Spieler. Ich erinnere mich, dass ich mit ihm und der Weltauswahl mal auf La Reunion war. Dort wurde er von Mitspielern in den Pool geschubst, da hat seine Mutter, die dabei war, ganz hysterisch geschrien - er konnte nicht schwimmen!"
CHRISTIAN SCHWARZER (WELTMEISTER, RHEIN-NECKAR LÖWEN): "Es ist sehr schade, dass er Deutschland verlässt. Yoon war über all die Jahre eine absolute Bereicherung. Er kam als totaler Exot und hat sich in einem fremden Kulturkreis sensationell entwickelt. Seine Bestmarken werden möglicherweise nie geknackt werden."
Zitat:
"Über Yoon zu sprechen heißt, in Superlativen zu sprechen. So einen Spieler wie ihn gab es vorher noch gar nicht. Mit seiner ungewöhnlichen Technik, seiner Art, zu springen und zu werfen, hat er ganz neue Maßstäbe gesetzt. Darüber hinaus ist Yoon ein großartiger Charakter. Er hat trotz seiner Ausnahmestellung nie Arroganz entwickelt. Das hat ihm viele Sympathien - auch bei der Konkurrenz - gebracht."
Stefan Kretzschmar, Sportdirektor SC Magdeburg
NILS WEBER, LARS ALBRECHT
