"Wir können es nicht besser" (Hamburger Abendblatt)

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"Wir können es nicht besser" (Hamburger Abendblatt)

1 Kiel 35 : 1 +163
2 Hamburg 27 : 9 +65
3 Lemgo 27 : 9 +59
4 Magdeburg 27 : 9 +57
5 R-N Löwen 24 : 12 +63
Color Line Arena
HBL
EHF Champions League

"Wir können es nicht besser" (Hamburger Abendblatt)

15.09.08 -

Die Nacht war kurz, und als Christian Fitzek gestern Morgen aufwachte, spukte wieder dieser eine Gedanke, dieser eine Name im Kopf herum: Dormagen! Immer wieder Dormagen! Was bisher noch eine kleine Stadt im Rhein-Kreis Neuss war, ist seit Sonnabend das Synonym einer großen Handballsensation, der wohl größten Demütigung, die der HSV Hamburg in seiner nun gut sechsjährigen Vereinsgeschichte hat erleben müssen. Die 27:28-(15:15)-Niederlage beim Aufsteiger hat bereits am dritten Bundesligaspieltag die ganze Saisonplanung des Meisterschaftsanwärters ins Wanken gebracht. Und sie hat nicht nur Fitzek schwere Kopfschmerzen bereitet: "Man darf schlecht spielen", findet der sportliche Leiter: "Aber man darf nicht gegen Dormagen verlieren."

Schlecht gespielt hatten die Hamburger zuvor auch schon. Nur dass es in den Heimspielen gegen Wetzlar und Essen am Ende irgendwie noch einmal gut gegangen war. Genau genommen hatte Nationaltorhüter Johannes Bitter beide Male den Sieg festgehalten. In Dormagen passten sich auch der Weltmeister und sein Kollege Per Sandström dem allgemeinen HSV-Niveau an. Und das war "katastrophal", wie Präsident Andreas Rudolph harsch urteilte: "Diese Leistung ist nicht zu entschuldigen."

Möglicherweise aber zu erklären. Da ist die durch Olympia verkürzte Saisonvorbereitung, die nicht nur bei taktischen Unzulänglichkeiten offenbar immer noch nachwirkt. Fitzek: "Wir hatten auch im Bereich Teambildung kaum die Chance, etwas zu tun." Die Geschlossenheit der Mannschaft war es schließlich, die den Hamburgern in den beiden erfolgreichen Vorjahren manches Mal im letzten Moment Schlimmeres verhindern ließ. Da ist das Fehlen des verletzten Rückraumstars Pascal Hens, als Vollstrecker wie als Führungspersönlichkeit. Da ist der Umstand, dass Kapitän Guillaume Gille bereits nach zehn Minuten einen Schlag auf den Oberschenkel erhielt und fortan als Spielmacher nicht mehr einsetzbar war. Und da ist dieser Tag, an dem dem TSV alles und dem HSV nichts gelingen wollte.

Mildernde Umstände allerdings will Rudolph nicht mehr geltend machen. "Wir sind den Namen nach so gut aufgestellt wie keine andere Mannschaft in Deutschland, wenn nicht in Europa", stellt der Vereinsmäzen fest, "aber offenbar kann es diese Mannschaft nicht besser." Ermutigende Ansätze seien nicht zu erkennen, im Gegenteil: "Wir sind von Spiel zu Spiel schlechter geworden."

Natürlich ist noch nichts verloren. Auch der große THW Kiel ist schon gegen die kleinen Dormagener gestrauchelt und hat sich in eigener Halle mit einem Unentschieden reichlich blamiert. Gestern freilich gewann der Meister trotz des Fehlens von Welthandballer Nikola Karabatic bei den aufstrebenden Rhein-Neckar Löwen mit 42:40 in einem unfassbaren Spiel, in dem THW-Kapitän Stefan Lövgren 18 Tore gelangen. Vergleichbares ist den Hamburgern in aktueller Verfassung kaum zuzutrauen, weshalb Rudolph "unsere Saisonziele schon korrigieren würde".

Martin Schwalb ist dazu noch nicht bereit. Dem Trainer obliegt nun die schwierige Aufgabe, seiner verunsicherten Mannschaft Spielfreude und Selbstvertrauen zurückzugeben. Nach einer lautstarken Kabinenpredigt in Dormagen setzte Schwalb deshalb für gestern Morgen kurzfristig eine Regenerationseinheit an, um gemeinsam mit dem Dormagen-Trauma abzuschließen und sich auf das Heimspiel gegen Magdeburg am Sonnabend einzuschwören. Gelingt dann keine Trendwende, sind schlaflose Nächte garantiert.

Tore, Dormagen: Schindler 5, Landsberg 5, Laurencz 4, Lochtenbergh 4 (1 Siebenmeter), Plaz 3, Meyer 3, Dmytruszynski 2 (2), Duin 1, Faißt 1; Hamburg: B. Gille 5, Jansen 5 (3), Lackovic 4, Schröder 3, M. Lijewski 3, K. Lijewski 2, Lindberg 3 (1), G. Gille 1, Grimm 1. Schiedsrichter: Damian/Wenz (Bingen/Mainz). Zuschauer: 2539. Zeitstrafen: 4; 4.

Von Achim Leoni

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Color Line Arena
Mi 11.02. 18:30 Uhr

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HSG Wetzlar
28:29
(17:16)
HSV Hamburg
Rittal-Arena Wetzlar
So 28.12. 15:00 Uhr

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