07.10.08 -
Noch halten die Erinnerungen an vergangene Erfolge sowie die Hoffnung auf bessere Zeiten den HSV zusammen. Doch nach dem 22:29 in Kiel, der dritten Niederlage im sechsten Bundesliga-Spiel, steht der Klub vor einer Zerreißprobe. Im Heimspiel morgen gegen Berlin (20.15 Uhr, Color Line Arena) ist ein Sieg Pflicht. Es folgen insgesamt vier Auswärtsspiele in allen drei Wettbewerben. Will der Klub aus der Krise kommen, muss eine Erfolgsserie dringend her.
Wie die ohne Zweifel prekäre Lage zu bewerten ist - da scheint man sich beim HSV nicht ganz einig zu sein. Andreas Rudolph (53) konnte trotz 40 starker Minuten beim THW "keine Fortschritte" erkennen. Der ratlose Boss: "In den entscheidenden Situationen haben wir falsch agiert. Ich sollte zur Schonung meiner Nerven vielleicht einfach sechs Wochen Urlaub machen."
Martin Schwalb (45) gibt sich dagegen betont optimistisch. "Wir sind ganz deutlich auf dem richtigen Weg", glaubt der Trainer. "Wir hatten in Kiel eine Hand am Sieg. Jetzt müssen wir mal auswärts für Furore sorgen." Am Sonnabend tritt der HSV beim stärksten Champions-League-Gruppengegner Kopenhagen an, danach geht's nach Belgrad (15.10.), in der Liga zu Spitzenreiter Lemgo (18.10.) und im Pokal nach Großwallstadt (22.10.).
"Die Jungs sind kämpferisch und selbstbewusst", hat Schwalb nach dem Kiel-Spiel erkannt. Doch auch innerhalb des Teams gehen die Meinungen auseinander. Viele Spieler sind sauer über den Einbruch in Halbzeit zwei. Andere wie Guillaume Gille (32) denken positiv. "Wir werden immer besser und sind noch ein Titelkandidat", so der Kapitän. Krzysztof Lijewski (25): "Mit der Meisterschaft wird es schwer, aber es gibt ja noch zwei andere Titel." Das Rezept von Toto Jansen (31): "Wir müssen jetzt jedes Spiel gewinnen." Bleibt die Siegesserie aus, kann der HSV seine hochstrebenden Ziele in Stücke zerreißen.
DIRK HOFFMANN UND LARS ALBRECHT
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