Bruchlandung im Mittelmaß (Die Welt)

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6 Gummersb. 17 : 9 +11
7 Göppingen 15 : 9 +33
8 Hamburg 15 : 9 +18
9 R-N Löwen 14 : 8 +36
10 Berlin 14 : 10 -4
Color Line Arena
HBL
EHF Champions League

Bruchlandung im Mittelmaß (Die Welt)

07.10.08 -

Mit einem T-Shirt brachte der HSV Handball vor dem Beginn der neuen Saison seine großen Ziele und sein ganzes Anspruchsdenken zum Ausdruck. Ein Zebra mit weit aufgerissenen Augen, den Blick voller Angst, versucht erfolglos aus einem Fadenkreuz zu flüchten. Über dem Motiv steht in breiter, blauer Schrift "Zebrajäger" geschrieben. Es handelte sich hierbei um eine textile Grußbotschaft an den Widersacher THW Kiel, dessen Spieler wegen ihrer schwarz-weißen Trikots den Beinamen "Zebras" tragen.

Zu einem Verkaufsschlager dürfte das T-Shirt nicht mehr reüssieren. Schließlich galoppiert der HSV Handball nach nicht einmal einem Fünftel der Saison in der Bundesliga den eigenen großen Ansprüchen meilenweit hinterher. Die Kieler "Zebras" sind dem blauen Fadenkreuz durch den deutlichen 29:22-Heimsieg gegen den HSV am Sonntag nicht nur entkommen. Genau genommen hatten sie sich auch noch gar nicht im Visier der Hamburger aufgehalten. Bevor sich ein Duell zwischen dem Rekordmeister und der Mannschaft von HSV-Trainer Martin Schwalb entwickeln konnte, hatte sich der Herausforderer auch schon um alle Hoffnungen gebracht. Mit der Bilanz von 6:6 Punkten stellt der selbst ernannte Titelfavorit in der Bundesliga nur noch graues Mittelmaß dar. Vor dem Heimspiel gegen die Füchse Berlin am Mittwoch (20.15 Uhr, Color Line Arena) belegt der HSV in der Tabelle lediglich Platz elf.

Inmitten dieser Tristesse vermeldete der HSV Handball am Montag, dass Peter Krebs seinen Vertrag als Geschäftsführer zum 30. Juni 2009 gekündigt hat. Der 51 Jahre alte ehemalige Bundesligaprofi (TuSEM Essen) ist seit Oktober 2006 für den HSV tätig. Eine Kausalität zwischen der Niederlage in Kiel, die gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Ausscheiden aus der Meisterschaft ist, und seinem avisierten Ausscheiden aus dem Klub läge nicht vor, versicherte Krebs. "Es war und ist eine aufregende Zeit mit dem HSV, die ich nicht missen möchte. Aber trotzdem reizen mich auch noch andere Projekte."

 

Er habe schon etwas länger den Gedanken mit sich getragen, den Verein nach der Saison zu verlassen. "Es handelt sich um einen intensiven Job. Ich habe alles mit meiner Familie besprochen und bin darüber eingekommen, nach der Serie aufzuhören. Der Handball hat in Hamburg Fuß gefasst, und ich denke, dass ich daran einen bescheidenen Anteil geleistet habe."

Präsident Andreas Rudolph sagte, er bedauere den Entschluss: "Piet hat uns in vielen Bereichen weitergebracht. Ich hätte ihn sehr gerne behalten, aber Reisende sind nun mal nicht aufzuhalten. Über seine Nachfolge werde wir uns in aller Ruhe Gedanken machen."

Krebs' Wunsch, den HSV mit einem Titelgewinn zu verlassen, dürfte sich als schwierig erweisen. In der Meisterschaft ist das Hamburger Star-Ensemble angesichts der Hypothek von sechs Minuspunkten, die durch Niederlagen in Dormagen, Großwallstadt und Kiel angehäuft wurde, de facto chancenlos. Im DHB-Pokal steht die schwere Aufgabe in Großwallstadt bevor, und in der Champions League ist die Konkurrenz enorm groß.

Andreas Rudolph, der seit seinem Amtsantritt Ende 2004 einen zweistelligen Millionenbetrag in das Projekt HSV Handball investiert haben soll, hatte vor der Saison den Gewinn von zwei Titeln als Ziel ausgegeben. Zudem sprach er davon, dass es sich wohl um den personell besten Kader handele. Doch trotz so namhafter Zugänge wie Marcin Lijewski und Blazenko Lackovic, für die zusammen eine Ablösesumme von gut 750 000 Euro an die SG Flensburg-Handewitt überwiesen wurde, gibt es noch keine funktionierende Mannschaft. Rudolph versichert stets, dass Trainer Martin Schwalb sein Vertrauen genieße.

Von Vom Hsv Handball Berichtet Christian Görtzen

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Sporthalle Hamburg
So 23.11. 15:45 Uhr
Eurosport: HSV - Roter Stern Belgrad (EHF CL)

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HSV Hamburg
33:31
(17:15)
SG Flensburg-Handewitt
Color Line Arena
Mi 19.11. 19:10 Uhr

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