12/27/11 ‚60 Minuten – 1000 Emotionen‘ und Sieg zum Jahresende
Hamburger 34:29 (14:14)-Erfolg im letzten Auftritt 2011
Mit einem Erfolg gegen Frisch Auf Göppingen verabschiedet sich der HSV Handball in die EM-Pause. Im letzten Spiel des Jahres besiegte die Mannschaft von Trainer Per Carlén den Tabellenneunten mit 34:29 (14:14) und feierte anschließend mit seinen Fans den erfolgreichen Abschluss der vergangenen, mit vielen Höhepunkten gespickten zwölf Monate. Auch die Partie gegen die Schwaben war vor 13.171 Zuschauern in der ausverkauften O2 World Hamburg noch einmal ein echter Handball-Krimi. Der HSV Handball kam nicht gut aus den Startlöchern und sah sich nach 15 Minuten einem 2:10-Rückstand gegenüber. Diesen konnten die Hamburger jedoch bis zur Pause ausgleichen und das Spiel in Hälfte zwei zu eigenen Gunsten drehen. Bester Werfer des Abends war Göppingens Momit Rnic mit acht Treffern, für den HSV Handball traf Pascal Hens sieben Mal. Die TOYOTA Handball-Bundesliga pausiert nun bis zum 8. Februar 2012: Nach der Europameisterschaft empfängt der HSV die Füchse Berlin zum ersten Top-Spiel des Jahres in der O2 World Hamburg.
Zwei Viertelstunden, die unterschiedlicher nicht hätten sein können
Ohne Marcin Lijewski, dessen Verletzung aus dem Magdeburg-Spiel sich letztlich als Rippenbruch heraus gestellt hatte, und ohne Torsten Jansen, der als Vorsichtsmaßnahme ebenfalls aussetzte, ging der HSV Handball ins letzte Spiel des Jahres. Renato Vugrinec und Matthias Flohr standen vor 13.171 Zuschauern in der ausverkauften O2 World Hamburg, aber parat, um wiederum die entstandenen Lücken zu schließen. Der Linksaußen erzielte auch das 1:0 für sein Team (1. Minute). Die Anfangsviertelstunde ging allerdings klar an die Gäste, unter anderem weil Frisch Auf-Keeper Enid Tahirovic hinter einer konsequent zupackenden Abwehr vier Siebenmeter des HSV parierte. Die Hamburger Defensive konnte diese sowie weitere ausgelassene Chancen nicht ausgleichen, die Gäste führten nach 15 Minuten mit 10:2. Mit einem von Matthias Flohr verwandelten Strafwurf (3:10, 17.) platzte jedoch der Knoten beim HSV Handball, der nun fünf weitere Tore in Serie markierte und den Rückstand so auf 8:10 verkürzte (22.). In der Schlussphase der ersten Hälfte schafften die Hausherren mit dem 11:12 nach 25 Minuten den Anschluss. Vier Minuten später entschied der HSV Handball die zweite Viertelstunde endgültig für sich und drehte den Spielstand auf (14:13, 29.). Dem 15:14 mit dem Pausenpfiff verwehrten die Unparteiischen jedoch die Anerkennung, sodass es nach einer Halbzeit gemäß dem HSV-Motto ‚60 Minuten – 1000 Emotionen‘ mit 14:14 in die Kabinen ging.
Mit Ruhe und Tor für Tor zum Sieg
Nach Wiederanpfiff und nach dem 15:14 der Gäste war es wiederum der offensiven HSV-Abwehr zu verdanken, dass die Führung wieder wechselte (16:15, 33.). In vierminütiger Überzahl und mit den Paraden von Dan Beutler bauten die Gastgeber diese Führung auf drei Tore zum 20:17 aus (38.). Die Fans in der voll besetzten O2 World Hamburg, den vier Tage vor dem Jahreswechsel ordentlich etwas geboten wurde, peitschten ihre Mannschaft weiter nach vorn, die ihre Führung nun Tor um Tor festigte. Eine Viertelstunde vor dem Ende stand ein 25:21 auf der Anzeigentafel. Göppingen blieb jedoch dran und verkürzte direkt auf 23:25 (47.). So entwickelte sich eine diesem Top-Spiel angemessene spannende Schlussphase. Ein Torhüterwechsel bei den Gästen schlug sich auch im Ergebnis nieder. Bastian Rutschmann konnte mehrere HSV-Angriffe abwehren, sodass Frisch Auf der 25:26-Anschlusstreffer gelang (50.). Die Chance zum erneuten Ausgleich vereitelte allerdings Dan Beutler mit einem parierten Siebenmeter (51.). In Unterzahl legte der HSV wieder vor (27:25, 52.) und erhöhte nach dem Auffüllen auf 28:25 (54.). Pascal Hens markierte den 30. Treffer für sein Team (30:26, 56.), Matthias Flohr verwertete im Anschluss einen Abpraller zum 32:27 (58.). Für die Entscheidung gegen sein altes Team sorgte Michael Kraus mit dem 33:28 (59.). Zwar musste der HSV die letzte Minuten des Jahres in Unterzahl überstehen, brachte den verdienten 34:29-Erfolg aber dennoch ins Ziel. Bester Werfer eines turbulenten Spiels war Göppingens Momir Rnic mit acht Toren. Für den HSV Handball avancierte Pascal Hens mit sieben Treffern zum besten Werfer.
HSV Handball: Beutler (19/1 Paraden, 1.-60.); Bitter (für drei Siebenmeter eingewechselt);
Hens 7, Flohr 6/4, Lindberg 6, Vugrinec 5, Duvnjak 4, Vori 3, B. Gille 1, G. Gille 1, Kraus 1, Lackovic, Schröder n.e.
Frisch Auf Göppingen: Tahirovic (9/4 P., 1.-45.); Rutschmann (3 P., 45.-60.);
Rnic 8, Markez 5/5, Schöne 3, Haaß 3, Schubert 3/1, Thiede 2, Mrvaljevic 2, Späth 2, Oprea 1, Lobedank, Anusic, Horak
Siebenmeter: 4/8 – 6/7 (Kraus und Lindberg verwerfen jeweils doppelt gegen Tahirovic – Beutler wehrt gegen Markez ab)
Zeitstrafen: 3 – 5 (Duvnjak, Hens, Vurginec – Späth 2x, Haaß 2x, Schubert)
Schiedsrichter: Robert Schulze / Tobias Tönnies (Steuden/Dodendorf)
Spielfilm: 1:0 (1.), 1:3 (6.), 1:7 (10.), 2:7 (11.), 2:10 (16.), 6:10 (20.), 8:10 (22.), 8:11 (23.), 9:12 (24.), 11:12 (25.), 11:13 (27.), 14:13 (29.), 14:14 (30.) – 14:15 (32.), 16:15 (33.), 16:16 (33.), 19:16 (37.), 19:17 (37.), 22:20 (41.), 24:20 (44.), 24:21 (44.), 25:22 (46.), 25:23 (47.), 26:23 (48.), 26:25 (50.), 28:25 (54.), 28:26 (54.), 30:26 (55.), 30:27 (56.), 32:27 (58.), 32:28 (59.), 33:29 (60.), 34:29 (60.)
Stimmen zum Spiel:
Per Carlén (Trainer HSV Handball): „Ich glaube, es gab heute zwei Silvesterraketen hier in der Halle: Eine von Göppingen in den ersten 15 Minuten, die zweite von uns in der anderen Dreiviertelstunde. Wir müssen natürlich diesen Fehlstart heute analysieren und warum wir so lange gebraucht haben, um unseren Rhythmus zu finden. Ich muss aber auch sagen, dass die Mannschaft sehr, sehr gut zurückgekommen ist. Guillaume Gille hat das Team super geführt, Pascal Hens ist reingekommen und ist nach vorn gegangen. Das war wichtig, genauso wie die Paraden von Dan Beutler. Er hat uns dieses Spiel gewonnen, und es ist gut, mit einem Sieg in die Pause zu gehen. Jetzt hoffe ich, dass meine Jungs eine gute EM spielen. Erst einmal ist es aber schön, eine Pause zu haben.“
Velimir Petkovic (Trainer Frisch Auf Göppingen): „Glückwunsch von meiner Seite an den HSV. Ich denke, der Sieg war heute verdient. Wir sind mit einer gewissen Hoffnung hierher gekommen, und haben uns eine Chance erhofft. Die intensive Vorbereitung hat man auch in den ersten 15 Minuten gesehen. Das Team hat gut gestanden und gut gespielt. Schade nur, dass die Führung so früh war, und sie auch so schnell wieder weg war. Aber wir hatten keinen Bruch im Spiel, sondern auch in der zweiten Hälfte unsere Chancen. In Überzahl haben wir den Siebenmeter aber nicht gemacht und dann auch die Überzahl verloren. Danach konnten wir die Überraschung nicht mehr schaffen. Auf diese Leistung wollen wir aber aufbauen.“
Martin Schwalb (Präsident HSV Handball): „Ich glaube es war eine ganz, ganz tolle Atmosphäre in der Halle: Alle mitgefiebert, alle haben zu der Mannschaft gehalten und haben sie nach vorn gepeitscht. Ich habe heute eine große HSV-Familie gesehen und denke, dass nicht nur viele Zuschauer, sondern noch mehr Fans heute da gewesen sind. Mit diesem Jahr 2011 geht natürlich ein Jahr zu Ende, das in die Annalen des HSV Handball eingeht. Aber wir schauen nach vorn und wollen natürlich auch die Zukunft erfolgreich gestalten.“
Dan Beutler (Torhüter HSV Handball): „Nachdem wir uns zurückgekämpft haben, war das Spiel ganz gut. Die Abwehr stand eigentlich die ganze Zeit gut, aber im Angriff lief es nicht, und wir haben zu viele Gegenstöße kassiert. Dann haben wir aber auch vorne besser zu unserem Spiel gefunden und das Spiel gedreht. Jetzt freue ich mich wirklich auf die Pause. Die Nationalmannschaft wäre mir zu viel geworden und so kann ich mich voll auf den HSV konzentrieren.“
Matthias Flohr (Linksaußen HSV Handball): „Das war heute natürlich ein unglaublicher Fehlstart, den wir zum Glück schnell aufgeholt haben. Durch unsere gute Abwehr und eine tolle Moral konnten wir das Spiel drehen und haben dann am Ende auch verdient gewonnen.“
Hans Lindberg (Rechtsaußen HSV Handball): „Die ersten 15 Minuten sind natürlich nicht gut gelaufen. Danach lief es zum Glück besser, und wir haben gewonnen. Die Siebenmeter sind heute leider bei Mimi und bei mir nicht reingegangen, aber zum Glück hat Matti seine alle getroffen.“
Notizen zum Spiel:
- Das Vorspiel zwischen den HSV Handball-Fanclubs Blau-Weiß und Störtebeker endete 20:16 (10:9)
- Der ehemalige Torhüter des HSV Handball, Per Sandström, besuchte heute seine alten Kollegen in der O2 World Hamburg.

